Land stellt bis Jahresende Solarkataster zur Verfügung

Die rheinland-pfälzische Landesregierung setzt auf den Ausbau der Solarenergie. Foto: dpa

Das Land will mit einem Solar-Kataster Firmen und Privatpersonen wichtige Informationen zur Wirtschaftlichkeit von Anlagen liefern.

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. MAINZDas Solarkataster für ganz Rheinland-Pfalz soll bis Jahresende zur Verfügung stehen. "Davon erhoffen wir uns neue Impulse", sagte Umweltministerin Ulrike Höfken (Grüne) bei einer Online-Diskussion. Das Kataster soll Privatpersonen und Unternehmen Informationen liefern, wie geeignet ihre Immobilien und Grundstücke für Photovoltaik- oder Solarthermieanlagen sind und ob sich solche rechnen würden.

Das Online-Kataster ist Teil einer groß angelegten Solaroffensive, die laut Höfken einen Beitrag dazu leisten soll, dass sich Rheinland-Pfalz wie geplant bis 2030 komplett aus erneuerbaren Energien versorgen kann. Die Bevölkerung ziehe dabei mit, die Bereitschaft zu Investitionen sei vorhanden, betonten Höfken und Verena Ruppert, Geschäftsführerin des Landesnetzwerks Bürgerenergiegenossenschaften. Die Ministerin berichtete, dass im Jahr 2019 Förderanträge für 3250 Solarspeicheranlagen gestellt wurden, von denen 2000 bewilligt seien. Im laufenden Jahr sei diese Marke auch schon erreicht. Höfken will in den kommenden Monaten weiter Türen für Solarenergie öffnen, zum Beispiel auf landwirtschaftlichen Flächen (Agro-PV), entlang von Straßen und Bahnschienen oder in Form von Solarcarports auf Parkplätzen an Gewerbeimmobilien. "Es ist wichtig, dass wir jetzt unsere eigenen Regelungen im Land umsetzen", sagte Höfken.

Dies gelte umso mehr, als ihr die Entwicklung auf Bundesebene viel zu langsam vorangeht. Der von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) vorgelegte Entwurf zum EEG-Gesetz sei enttäuschend. "Die aktuellen Regelungsvorschläge bleiben hinter unseren Erwartungen zurück", sagte Höfken. Selbst die Zielvorgaben der EU würden so nicht erreicht.

Besonders gravierend für die Ministerin: Solaranlagen zur Eigenversorgung müssten eigentlich komplett von der EEG-Umlage befreit werden, aber davon sei der Altmaier-Vorschlag noch weit entfernt. Auch Wilfried Haas, Chef des Ingelheimer Solaranlagenbauers Gedea, hieb in dieselbe Kerbe: "Die EEG-Umlage ist Irrsinn und muss unbedingt abgeschafft werden." Dann könnte man die Wachstumspotenziale der Solarbranche noch viel stärker ausschöpfen.

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Von Ulrich Gerecke