Corona-Tests: Dreyer fordert Kostenübernahme durch Reisende

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Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer sagt: Reiserückkehrer aus Risikogebieten sollten Corona-Tests selbst zahlen. Foto: Sascha Kopp

Wenn jemand in Risikogebiete wie Mallorca reist, sollte dafür nicht die Allgemeinheit zahlen, findet die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin. Jens Spahn sieht das anders.

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MAINZ. In der Diskussion um verpflichtende Corona-Tests für Rückkehrer aus Risikogebieten hat sich die rheinland-pfälzische Regierungschefin Malu Dreyer mittelfristig für eine Kostenübernahme durch die Reisenden ausgesprochen. Die SPD-Politikerin sagte in der ZDF-Sendung "Maybrit Illner" am Donnerstagabend, sie habe "großes Verständnis" für die derzeit kostenlose Verfahrensweise, weil schnelles Handeln gefordert gewesen sei. "Aber ich finde dezidiert, wir brauchen eine neue Strategie in den Herbst rein, wenn wieder Ferien sind." Darüber wolle sie bei der Bund-Länder-Konferenz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in der kommenden Woche sprechen.

Die "Volksseele" koche zu Recht, wenn jemand bewusst ins Risikogebiet Mallorca fahre und sich bei der Rückkehr auf Kosten der Allgemeinheit testen lasse, sagte Dreyer. Sie plädiere für Rückkehrer aus solchen Regionen für verpflichtende Quarantäne und selbst bezahlte Tests einige Tage nach Rückkehr. Wer den Test nicht bezahlen wolle, müsse 14 Tage in Quarantäne bleiben.

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Seit Anfang August besteht eine Testpflicht für Reiserückkehrer aus internationalen Risikogebieten. Aktuell können sich die Reisenden kostenlos testen lassen. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat diese Regelung wiederholt verteidigt. Sollten die Tests kostenpflichtig werden, würden manche Reisende möglicherweise versuchen, sie zu vermeiden, argumentiert der Minister. Vertreter verschiedener Parteien haben sich indes dafür ausgesprochen, Reiserückkehrer aus Risikogebieten zumindest an den Testkosten zu beteiligen.

Von dpa