95 Anträge auf Entschädigung nach Corona-Impfung

aus Coronavirus-Pandemie

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Eine Spritze wird mit einer Dosis Corona-Impfstoff aufgezogen. Symbolfoto: dpa

Schäden nach einer Corona-Impfung sind sehr selten. Nach gut acht Millionen Impfungen in Rheinland-Pfalz gab es bislang knapp hundert Verdachtsfälle.

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MAINZ. In Rheinland-Pfalz wurden nach Zahlen des Robert-Koch-Instituts bislang 8,076 Millionen Corona-Impfungen verabreicht (Stand 25. Januar 2022). Wer den Verdacht hat, dass nach der Impfung mit einem der zugelassenen Vakzine schwerwiegende Schäden aufgetreten sind, kann dies beim Landesamt für Jugend, Soziales und Versorgung (LSJV) melden und einen Antrag auf Entschädigung stellen: Das ist seit Beginn der Impfkampagne im Dezember 2020 inzwischen insgesamt in 95 Fällen geschehen, wie der SWR mit Blick auf aktuelle LSJV-Zahlen berichtet.

Dadurch, dass es wegen des Coronavirus so viele Impfungen wie noch nie gegeben habe, sei auch die Zahl von Fällen möglicher Impfschäden gestiegen: Vor der Corona-Pandemie wendeten sich nach Angaben des Landesamtes im Schnitt neun Menschen pro Jahr an die Behörde, im Zuge der Corona-Impfkampagne habe sich die Zahl nun mehr als verzehnfacht. Setzt man die Zahl der Anträge – 93 werden noch bearbeitet - in Relation zur Gesamtzahl der Corona-Impfungen, kommt ein Verdachtsfall auf etwa 85.000 Impfungen. Zudem weist die Behörde darauf hin, dass es sich bei 93 Anträgen um Verdachtsfälle handelt, die erst noch geprüft werden müssen.

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Laut LSJV wurden zwei der insgesamt 95 Anträge abschließend bearbeitet: Dabei sei in einem Fall zwar eine Entschädigung gezahlt worden, allerdings nicht wegen eines Gesundheitsschadens. Entschädigungen würden beispielsweise auch gezahlt, wenn einer Person nach der Impfung schwindelig wird, sie stürzt und dabei ihre Brille zerstört wird. In dem zweiten abgeschlossenen Fall kam die Behörde zum Ergebnis, dass kein Schaden vorliegt.

Beeinträchtigungen bei Verdachtsfällen sind vielfältig

Um welche Art von möglichen Impfschäden geht es bei den Anträgen? Laut LSJV sind die Beeinträchtigungen, mit denen die Betroffenen in den noch offenen 93 Fällen ihre Anträge begründen, vielfältig. Die Spanne reicht demnach von Beschwerden am Impfarm über Kopfschmerzen, Lähmungen in Gliedmaßen, Sensibilitätsstörungen, Herz-Kreislauf-Beschwerden, Müdigkeit, Darmerkrankungen und Thrombosen bis hin zu Schlaganfällen oder Nervenerkrankungen wie das Guillain-Barré-Syndrom.

Für Impfschäden, die durch eine Corona-Impfung entstanden sind, haftet in der Regel der Staat. Das regelt Paragraf 60 des Infektionsschutzgesetzes. Der Impfarzt haftet, wenn er beim Impfen einen Fehler gemacht hat. Grundsätzlich muss der Betroffene nachweisen, dass die Impfung die Ursache für seine Beeinträchtigungen ist. Als Entschädigung ist sowohl Schmerzensgeld als auch eine lebenslange Rente möglich.