Erneut technische Probleme bei Impf-Anmeldung in Hessen

aus Coronavirus-Pandemie

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Auf der Website https://impfterminservice.hessen.de können Impftermine in Hessen vereinbart werden. Foto: Screenshot VRM

Beim zweiten Anmeldeversuch kommt es wieder zu technischen Problemen bei der online Terminvergabe. Das sei "keine Raketenwissenschaft", kritisieren die Linken.

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Wiesbaden . Auch das zweite Anmeldeverfahren für die Vergabe von Corona-Impfterminen für Senioren über 80 Jahre in Hessen ist am Mittwoch sehr holprig gestartet. Die Internetseite für die Terminbuchung ließ sich am Morgen nicht öffnen. Mitarbeiter der Telefon-Hotline sprachen von technischen Problemen, es könnten derzeit keine Termine vergeben werden.

Das hessische Innenministerium bekräftigte dagegen: "Das große Interesse der Impfberechtigten hat nicht zu einer technischen Überlastung des Anmeldeverfahrens geführt", hieß es. "Auch wenn es aktuell aufgrund der großen Nachfrage zu Wartezeiten kommt, laufen beide Wege zum Impftermin stabil." In den ersten beiden Stunden seien knapp 20.000 Termine online und telefonisch vereinbart worden.

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Virtueller Warteraum bis zur Terminvergabe

Seit Mittwochmorgen, 8 Uhr, können demnach alle Angehörigen der ersten Priorisierungsgruppe ihre persönlichen Termine in den hessenweit 28 Impfzentren vereinbaren. Laut dem Ministerium sind das um die 300.000 Menschen.

Wer online einen Termin buchen will, wird zunächst in einen virtuellen Warteraum platziert. Sobald Plätze im Buchungsportal frei sind, erfolgt die automatische Weiterleitung. Bei der Hotline sei es kurzfristig wegen eines Systemfehlers zu Problemen gekommen, dieser sei jedoch gelöst worden. Auch bei der Hotline könne es zu Wartezeiten kommen, hieß es. Das Ministerium versprach: "Jeder bekommt einen Termin, aber nicht alle gleichzeitig."

Kritik aus der Opposition

Kritik kam dagegen von der Opposition: "Dass sowohl das Online-Portal als auch die Hotline erneut schwer oder über Stunden gar nicht erreichbar sind, macht fassungslos", erklärte die Vorsitzende der Linken-Fraktion, Janine Wissler. Erforderlich sei ein System, das barrierefrei, zielgruppengerecht und angemessen ausgestattet sei. "Das ist keine Raketenwissenschaft - andere Länder bekommen das hin." Sonst stehe zu befürchten, dass viele Ältere entnervt aufgeben und sich die Impfquote der Haupt-Risikogruppen deutlich verschlechtere.

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Bereits bei der ersten Impfanmeldung für die Bevölkerungsgruppe der Über-80-Jährigen, bei der zunächst nur 60.000 Termine für die Corona-Schutzimpfung vergeben wurden, hatte es in Hessen massive technische Störungen wegen des großen Ansturms auf die Termine gegeben. Bis zum Schluss mussten die Senioren und ihre Angehörige teils über Stunden warten, bis sie sich registrieren oder für einen Termin anmelden konnten. Nun soll die Terminvergabe für die Menschen im Alter von über 80 Jahren nicht limitiert sein.

Von dpa