Corona-Krise: Hessen unterstützt Kultur mit 50 Millionen Euro

aus Coronavirus-Pandemie

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Coronavirus. Grafik: CROCOTHERY - stock.adobe

Mit einem umfassenden Unterstützungspaket will das Land Hessen Künstlerinnen und Künstlern, Festivals und Kultureinrichtungen helfen, die Corona-Krise zu überstehen.

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HESSEN. Das Land Hessen hat für Künstlerinnen und Künstlern, Festivals und Kultureinrichtungen ein Hilfspaket geschnürt. Das Paket umfasst 50 Millionen Euro und soll dabei helfen, die durch die Corona-Pandemie bedingten Einschränkungen zu überstehen und den Neubeginn zu meistern. „Die Corona-Krise trifft die Kulturschaffenden besonders hart, das Hilfspaket ist ein deutliches Bekenntnis für die Kultur. Auch in dieser Phase ist sie nicht das Sahnehäubchen, sondern wichtig für eine offene Gesellschaft“, so Angela Dorn, hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst, am Montag in einer Pressekonferenz.

Die einzelnen Maßnahmen beziehen sich auf drei Phasen: Soforthilfe, Übergang und Wiedereröffnung. Wer in die Künstlersozialkasse einzahlt, kann ab dem 1. Juni ein Arbeitsstipendium in Höhe von 2000 Euro beantragen. Insgesamt gibt es dadurch die Möglichkeit, bis zu 12.000 freie Künstler aller Sparten in Hessen zu fördern, so die Ministerin. Sie erhalten auch die Möglichkeit, Ergebnisse ihrer Arbeit in einer Art „digitalem Schaufenster“ zu präsentieren. Das Stipendium kann mit einer kurzen Projektskizze bei der Hessischen Kulturstiftung beantragt werden. Die Mittel werden nicht auf die Grundsicherung angerechnet.

Aber auch Festivals wie dem Rheingau-Musik-Festival, den Hersfelder Festspielen oder den Burgfestspielen Bad Vilbel sollen zusätzliche Mittel zu Gute kommen. So bekommen öffentlich getragene Festivals neben der vereinbarten Förderung des Landes 2,50 Euro pro vormals verkaufter Karte. Bewertungsgrundlage ist der verkaufte Kartendurchschnitt der vergangenen drei Jahre. Gemeinnützige Vereine oder private Träger können jeweils 5 Euro pro Karte geltend machen. Die Mittel können vom 1. Juni bis zum 30. November beantragt werden.

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Wiedereröffnung vieler Kulturorte im Blick

Auch die Wiedereröffnung vieler Kulturorte nimmt das Ministerium in den Blick. Sie stehen durch die Einschränkungen vor besonderen Herausforderungen, so Dorn. Der Fonds „Innovativ neu eröffnen“ wird vor allem für Kinos, Konzertsäle, soziokulturelle Zentren, Literaturhäuser und andere kulturelle Spielstätten aufgelegt. Hier werden 500 Fonds-Pakete von je 18.000 Euro vergeben.

Mit den Landesmitteln sollen auch Prozesse ermöglicht werden, in denen für die Zeit nach der Wiedereröffnung „spannende neue Formate“ entstehen könnten, die hinsichtlich der Corona-Bestimmungen sowohl auf der Bühne als auch im Publikum mit weniger Menschen funktionieren. Dabei gelte „Qualität vor Schnelligkeit“, so die Ministerin. Viele dieser Innovationen würden auch über die Pandemie-Notlage hinaus einen künstlerischen Wert haben, so Dorn. Die Mittel aus dem Fonds können ab dem 1. August beantragt werden. Außerdem gebe es Projektstipendien für freie Gruppen und Solo-Künstler. Dafür stehen Mittel für 25 Gruppen von je 18.000 Euro sowie 1000 Euro für Einzelkünstler zur Verfügung. Hier ist die Hessische Kulturstiftung der Ansprechpartner. All diese Mittelvergaben sehe sie als Ergänzung der angekündigten Programme des Bundes, so die Ministerin. Sie wirbt außerdem dafür, dass Mäzene und Sponsoren weitere Mittel zur Verfügung stellen. Im Gespräch sei sie derzeit auch mit den drei Staatstheatern Wiesbaden, Darmstadt und Kassel. Was ihre Öffnung betrifft, so gebe es erst in einigen Tagen konkrete Termine.