Zum Trost darf Frau Antje in den “Playboy”

Frau Antje. Foto: dpa

Am Kamener Kreuz werden Millionen von Wohnwagen weinend vor sich hin schleichen, die Alkoholfahnen auf Halbmast. Unsere kleinen Goudas sind sang- und klanglos aus der...

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. Die niederländischen Freunde trauern – und wir natürlich mit ihnen. Der Fußballnationaltrainer hatte am Schluss angeblich sogar die Einwechslung von Johan Cruyff in Erwägung gezogen. Aber der ist einfach nicht mehr so gut wie in den siebziger Jahren, weil er nicht mehr das Flair von täglich 80 Zigaretten verströmt, nachdem er 1991 mit dem Rauchen aufgehört hat. Was für ein Elend. Ausgerechnet jetzt, da die EM in Frankreich stattfindet. Das deprimiert vor allem Frau Antje, denn ihre französischen Sprachkenntnisse werden im Sommer 2016 ziemlich brach liegen.

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Kommt ein Eurofighter zum Zahnarzt. Hinterher fliegt er weiter zum Kanzleramt und ruft: „Mutti, Mutti, er hat überhaupt nicht gebohrt.“

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Im Ernst. Der „Eurofighter“-Kampfjet der Bundeswehr ist mental am Boden zerstört, es geht um „mangelhafte Bohrungen zwischen dem hinteren Rumpf und dem Leitwerk“, teilt das Bundesverteidigungsministerium mit. Außerdem habe einer der im Baltikum stationierten Jets einen Außentank verloren, schreibt die „Süddeutsche Zeitung“. Nun ja. Schon lange teilen uns Politiker mit, man müsse Ballast abwerfen in schweren Zeiten; dieser Begriff erscheint nun in neuem Licht. Ohne Außentanks werden vielleicht die Abgaswerte besser. Jedoch: Wenn russische Maschinen im Luftraum sind, soll der „Eurofighter“ auf jeden Fall mit Außentanks in die Luft gehen, schreibt die Deutsche Presse-Agentur. Böse Zungen behaupten, da würden unter der Hand Geschäfte gemacht. Freihandelszone. Quasi fliegende Händler. Biete Außentank, suche Wodka. Allerdings nicht „Wodka Gorbatschow“, den hat Putin unter Androhung von Sibirien verboten.

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„Er legt die Waffen nieder“, lesen wir im Feuilleton der „Frankfurter Rundschau“ (FR). Da sind wir den Frankfurter Kollegen einerseits unheimlich dankbar, dass sie uns diesen Übergang servieren, denn sonst hätten wir wirklich nicht gewusst, wie wir von der Bundeswehr, also letztlich Ursula von der Leyen, auf die Zeitschrift „Playboy“ zu sprechen kommen sollten. Nein, liebe Kinder, „Playboy“ hat nichts mit „Playmobil“ zu tun, fragt ausnahmsweise mal den Papa. Andererseits: „Er“ soll laut FR also der „Playboy“ sein, und die „Waffen“ die Waffen einer Frau. Auf solche Assoziationen kommen nur Feuilletonisten. Also. Die amerikanische „Playboy“-Ausgabe will ab sofort gänzlich auf die Abbildung nackter Frauen verzichten. Das ist insofern überhaupt nicht überraschend, als die allermeisten Männer den „Playboy“ ausschließlich wegen der spannenden Texte lesen und von den Bildern zwischendrin eher irritiert werden, besonders von dem, das man ausklappen muss, weil das Ausklappen anstrengend ist und die Gefahr von Halswirbelverrenkungen und Tennisarmen akut erhöht. Die deutsche Ausgabe will die Bilder weiter drucken, wahrscheinlich, weil der deutsche Mann gerne eher zwischen den Zeilen liest.

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Dieser ganze Hype hat dazu geführt, dass wir, um auf der Höhe der Debatte zu bleiben, uns der mühsamen Arbeit unterziehen mussten, repräsentative Bilder der oben angesprochenen Art bei www.n-tv.de Revue passieren zu lassen. Es war wirklich ein Knochenjob, 252 Bilder, das ist anstrengender als einen Leitartikel zu schreiben. Wir sahen unter anderem: Madonna, logisch, wer „like a virgin“ singt, kommt um so was nicht herum. Aus der „Lindenstraße“.....wie meinen? Ruhig, ganz ruhig. T o c h t e r Beimer, im wahren Leben Jacqueline Svilarov, im Jahr 2006. Natürlich muss man auf die Mutter aller „Playboy“-Models hinweisen, Marilyn Monroe, 1953. Wie meinen? Nein, Clinton, Bill, the Thrill, wie wir ihn nennen, war damals erst 7. Deutlich hingewiesen werden muss unbedingt auf Grace Jones, Bond-Girl, die mit dem Bürstenhaarschnitt. Unvergesslich ihre Werbung für Citroen, bei der sie, virtuell, ein ganzes Auto in den Mund nahm. Wir wissen nicht, was Kati Witt mit ihrem ferrari-roten VW Golf unternommen hat, den sie damals in der DDR für zwei olympische Goldmedaillen als Sonderprämie erhielt. Böse Zungen behaupten, die Abgaswerte jenes VW hätten den Niedergang der DDR deutlich beschleunigt. Aber wie auch immer: Kati verkörpert bis in alle Ewigkeit den schönsten doppelten Rittberger, der je den Weg vom surreal existierenden Sozialismus in den „Playboy“ gesucht und gefunden hat.