WM-Einwurf: Ein Hoch auf Neymar, ein Dank an Nishimura

Elfmeter oder keiner? Eine der strittigen Entscheidungen bei Brasilien gegen Kroatien, bei der Schiedsrichter Nishimura mit seinem Pfiff daneben lag. Foto: dpa

Die WM ist ein Spiel alt - und die Diskussionen um TV-Beweis, Profi-Schiedsrichter und Torlinientechnik könnten wir schon nach den ersten 94 Minuten bedenkenlos wieder...

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. Von Björn-Christian Schüßler

Brasilien schlägt Kroatien mit 3:1. Klingt auf den ersten Blick wie erwartet. Doch wäre die Eröffnungsfeier nicht so schön bunt gewesen und das Ergebnis irgendwie standesgemäß für den selbst ernannten Titelfavoriten bei dieser Fußball-Weltmeisterschaft, man könnte allein an diesem Spiel die Notwendigkeit von TV-Beweis, Profi-Schiedsrichter und Torlinientechnik beweisen und widerlegen.

An sich ist das ne prima Sache, wenn dank Torlinientechnik den Fernseh-Zuschauern per Einspielung gezeigt werden kann, dass Marcelos Eigentor in der 11. Minute tatsächlich hinter der Linie war. Man wäre ob der Tatsache, dass der Ball im Netz zappelte und auch irgendwie niemand gegen den ersten regulären Treffer des Turniers protestierte, auch kaum auf die Idee gekommen. Leider zeigte einem das System nicht, dass auch der erste von den Kroaten selbst fabrizierte Treffer nicht nur hinter der Linie war, sondern der Schiedsrichter-Assistent aus Japan mit seinem Fähnchengewinke - ein Schelm, wer sich damit an Touristengruppen am Frankfurter Römer erinnert fühlt - völlig daneben lag, Ivica Olic eine Behinderung des brasilianischen Torwarts Julio Cesar beim Tor von Ivan Perisic zu unterstellen.

Eine weiche Landung

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Weil sich auch der eigentliche Chef mit der Pfeife, Yuichi Nishimura, wohl nicht der Technik beugen und den Stammtischen dieser Welt nicht auch noch das letzte Fünkchen Diskussionsstoff rauben wollte, zeigte er in der 69. Minute mal auf den Punkt - an dem Gastgeber Fred nach einer freundschaftlichen Berührung des Kroaten Dejan Lovren einfach mal testen wollte, wie weich es sich auf den Rasen fallen lässt. Sehr weich, wenn Bubi Neymar mit dieser krassen Fehlentscheidung an die Spitze der Torjägerliste klettern darf.

Fehlentscheidungen werden sich im Verlauf des Turniers ausgleichen. Das sagte man schon immer so. Dass sich das für Kroatien möglicherweise schon in zwei Spielen erfüllen muss, sagt die alte Fußball-Weisheit nicht…

Somit ist es schade, dass gleich das erste Spiel zeigt, wie wichtig und wertvoll so ein Fernsehbildschirm mit Wiederholungssequenzen sein kann.

Und es ist schön, dass gleich das erste Spiel zeigt, wie unterhaltsam so eine Begegnung mit kritischen Szenen und menschlichen Fehlern sein kann, wenn ein Fernsehbildschirm mit Wiederholungssequenzen fehlt.