WM-Analyse: Südkorea - Immer volles Rohr

Ja-Cheol Koo (rechts) würde Südkorea gegen Deutschland gerne helfen. Foto: dpa

Ja-Cheol Koo gehört zu den erfahrensten Fußballern seines Landes. Er kennt vor allem Deutschland sehr genau, hat der Südkoreaner schließlich einige Jahre beim FSV Mainz 05...

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. Von Carsten Schröder

Für die Augen eines Europäers, so heißt es ja mitunter, sehen die Asiaten irgendwie alle gleich aus. Nun, in den Ländern der aufgehenden Sonne scheinen sich da längst nicht mehr alle darauf verlassen zu wollen. Zumindest wurde beim Nationalteam aus Südkorea in der Vorbereitung auf die ersten Spiele in Russland mitunter mächtig durchgemischt. Trainer Tae-Yong Shin steckte seine Schützlinge immer wieder in unterschiedliche Shirts, um gegnerische Späher zu verwirren. „Wir machen das auch, weil europäische Teams uns beobachten“, bekannt der Coach vor dem Auftaktspiel gegen Schweden. Allein Starspieler Heung-Min Son wurde da mit vier verschiedenen Nummern beobachtet.

Wirklich gefruchtet hat die Sache bislang aber nicht, nach Niederlagen gegen Schweden (0:1) und Mexiko (1:2) stehen die Asiaten am Rande des Ausscheidens.

Welche Rückennummer Ja-Cheol Koo bei diesen Spielchen getragen hat, ist nicht überliefert. Wenn es auf den Platz geht, das ist zumindest festgezurrt, trägt der Ex-Mainzer in jedem Fall die 13. Wobei sich die Zeit auf dem Platz für den ehemaligen Kapitän bislang auf 73 Minuten im ersten Spiel gegen Schweden beschränkt. Danach ging’s runter vom Feld – und gegen Mexiko auch nicht wieder rauf.

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Dabei zählt der Mittelfeldmotor der Koreaner, über den Martin Schmidt als Trainer bei Mainz 05 mal sagte, Koo trainiere „immer volles Rohr“, mit seinen 29 Jahren zu den erfahrensten Kräften von Tae-Yong Shin. Und zu den erfolgreichsten. Eng verknüpft ist mit dem Offensivmann einer der bislang größten Erfolg der Asiaten: Der Gewinn der Bronzemedaille bei den Olympischen Spielen in London. Der Erfolg von 2012 führte unter anderem dazu, dass Koo mit einer auf vier Wochen verkürzten Wehrzeit davonkam. Aufgrund der sportlichen Verdienste fürs Heimatland.

Eigentlich sind da zwei Jahre zu leisten. Dies bis zum 30. Geburtstag. Und das dürfte für so manchen Youngster im Team im Spiel gegen Deutschland am Mittwoch gewiss zusätzliche Motivation sein, vielleicht doch noch das Fußball-Wunder zu schaffen. Bei einem Erfolg der Mexikaner gegen Schweden könnte ein hoher Sieg ja noch den Einzug ins Achtelfinale einbringen. Für Jogis Jungs wäre es gleichwohl peinlich. Und keiner sollte sich dann rausreden von wegen vertauschter Rückennummern.