WhatsApp und Ursula abgesoffen

Schreck lass nach - Blackout bei WhatsApp. Foto: dpa

Die Blackouts dieser Woche zeigen klar: Es wird Zeit, Waschmaschinen zu erfinden, mit denen man auf Seerohr-Tiefe gehen und Bilder versenden kann.

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. Und die Sonne verbarg ihr Antlitz. WhatsApp war am Mittwoch zwei Stunden ausgefallen, wie uns die Deutsche Presse-Agentur per Brieftaube mitteilt. Erst wollten sich WhatsApp-Gruppen per WhatsApp über den Ausfall informieren. Als das nicht ging, wurde vielen das ganze Ausmaß des Dramas erst bewusst. Einige holten ihre alte Reiseschreibmaschine vom Speicher, andere kramten erfolglos nach ihrem Festnetztelefon. Manche schalteten die Mikrowelle ein und das Fernsehgerät, um Bilder zu schicken. Andere suchten an der Waschmaschine fieberhaft das @-Zeichen. Wieder andere formulierten ihr Testament neu und vermachten ihr ganzes Hab und Gut ihrer Laptop-Tastatur mit einem Extra-Bonus für die „AltGr“-Taste.

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Spaßvögel blödelten: „Statt WhatsApp lieber Whatsthematter?“ (Was ist los?), auf Deutsch: Whatsloose? Peter the Body Mass Index Altmaier musste wegen Unterzuckerung ins Krankenhaus, weil er seine stündliche Dosis Pizza mit doppelt Käse nicht per WhatsApp bestellen konnte. Wobei der Begriff „Unterzuckerung“ noch mal in besonderem Licht erscheint, weil der Chef der WhatsApp-Konzernmutter....wie meinen? Nein! Nicht Telekom!! Leute! Also, weil der Chef der Whatsapp-Konzernmutter Facebook Zuckerberg heißt. Manche halten das auch deshalb für eine bizarre Facette (!) der Geschichte, weil das Hauptwerk des besten Schriftstellers aller Zeiten, Thomas Mann, ja „Zauberberg“ heißt. Gerüchte, Thomas Mann habe das in drei Tagen auf dem Laptop aus Langeweile heruntergetippt, weil Twitter ausgefallen war, wurden nie dementiert.

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Es gab auch Mutmaßungen, unser aller Kanzlerin habe den Blackout verursacht, als sie in Sotschi beim Treffen mit Putin ihr neues Handy ausprobierte und Putin ihr auf dem Gerät das Ergebnis des finalen Durchgangs der französischen Präsidentschaftswahl vom kommenden Sonntag aufgerufen habe. Bösartige Behauptungen, Merkel habe mit Putin die computertechnische Grundthematik auch mit Blick auf die Bundestagswahl am 24. September erörtert, entbehren möglicherweise jedweder Grundlage.

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Überhaupt ist Putin im Stress. Die Deutsche Presse-Agentur schreibt über die „Late Show“ des Moderators Stephen Colbert im US-Sender CBS: „Für Empörung sorgte eine Bemerkung Colberts, bei der er Trump mit Oralsex mit Putin in Verbindung brachte.“ Laut böser Zungen zeigten sich Putin-Gegner auch deshalb erstaunt, weil es eigentlich als Markenzeichen Putins gilt, alle, die nicht bedingungslos an seinen Lippen hängen, mundtot zu machen. Und damit wir die schwierigen Dinger auf einen Rutsch hinter uns bringen: Das türkische Referendum, das jüngst stattfand, gleichwohl nicht als jüngstes Gericht in die Annalen eingehen wird, das Referendum also, mit dem Erdogan faktisch auf Augenhöhe mit Allah gehoben wird, quasi, hat dem Vernehmen nach den ZDF-Moderator Jan Böhmermann nicht nur, aber auch deshalb enttäuscht, weil im Referendumstext der Tierschutz, in Sonderheit der Schutz von Ziegen, praktisch keine Rolle spielt.

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Unsere Lieblingsministerin von der Leyen, U-Boot-Ursula, wie wir sie nennen – 5 Uhr, Kompanie raustreten, die Frisur hält – ist in schwerer See, sodass wir, online-affin bis zur letzten Patrone, das Hashtag #UschiinNot ins Leben rufen. Franco A., ein Bundeswehr-Oberleutnant, steht im Verdacht, einen rechtsextremistisch motivierten Terroranschlag vorbereitet zu haben. Laut Spiegel-Online hatte er 2014 an der französischen Militärakademie Saint-Cyr eine Masterarbeit verfasst. Er schrieb von einem „Genozid“ der westlichen Gesellschaft, die durch „massive Einwanderung“ auf dem Weg in den Untergang sei. Warnhinweise eines französischen Generals schlugen die deutschen Vorgesetzten in den Wind. Womöglich dachten sie, Franco A. wolle sich mit der Arbeit lediglich bei Marine Le Pen als Leibwächter bewerben.

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Zum Schluss noch ein bisschen Leibesübung. Olympiasieger Hambüchen gab die Trennung von Freundin Marcia Ev bekannt, liebäugelt zugleich mit einem Comeback am Reck. Tsukahara statt Kamasutra.