Weihnachten nervt!

Weihnachtsgeschenke. Archivfoto: dpa

Organisation, die will gelernt sein. Dafür bekommen wir Volontäre sogar eigens ein Seminar: Redaktionelle Organisation. Weihnachten spielte hier jedoch keine Rolle. Schade,...

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. Weihnachten. Bald. Mich nervt es. Ich bin kein Freund davon. Zuviel Familie, zuviel heile Welt. Und dann der ganze Hype: Nikoläuse hier, Rentiere da. Ein Freund berichtete vor kurzem stolz, dass er seine ersten Dominosteine schon im August verzehrt hat. Gut, der ein oder andere mag sagen, Sommer war dieses Jahr eh nicht. Trotzdem.

Wie komm ich eigentlich auf Weihnachten? Abgesehen davon, dass in allen Geschäften quasi schon Heiliger Abend ist. Mein Bruder brachte mich neulich auf den Trichter, dass es ja nicht mehr lange hin ist. Eigentlich macht er das jedes Jahr. Und das ist auch gut so, denn ich bin einer der Spezialisten, denen am 1. Feiertag einfällt: Mist, du hast noch kein Geschenk für die Eltern. Dabei stehst du im Moment vor deren Tür, weil du zum Weihnachtsgans-Essen eingeladen bist.

"Was hältst du von folgender Idee…?"

In jedem Fall ist mein Bruder derjenige, der diesen worst case grundsätzlich abwendet. Meistens mit der Frage: "Schenken wir etwas zusammen?" Oder noch besser: "Was hältst du von folgender Idee…?" Ideen finden sich bei mir nämlich immer schlecht. Ganz schlecht. Ich bin quasi der Einfallsloseste der Einfallslosen. Der König derjenigen, die am Heiligabend durch die Stadt rennen, auf der Suche nach dem rettenden Einfall, um bloß nicht mit leeren Händen dazustehen.

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In diesem Jahr hat mein Bruder allerdings den Vogel abgeschossen. Im Prinzip zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Nicht nur, dass er mich daran erinnert hat, dass ich noch ahnungslos bin, was ich/wir meinen Eltern zu Weihnachten schenken. Er präsentierte mir auch einen Link zu Ebay und sagte: "Hier, wenn du mal wieder keine Ahnung hast, was du mir schenken sollst, nimm das hier." Unglaublich gut! Ich mag meinen Bruder, er ist der Beste.

Zugegeben, ich habe wohl ein wenig gewöhnungsbedürftig dreingeschaut, als ich den Link anklickte und gesehen habe, was er sich wünscht: ein Kaffeeservice! Ohne Scheiß! Aber was solls. Wenn er es braucht…

Jetzt, mit einigen Sorgen weniger freue ich mich doch ein bisschen mehr auf Weihnachten. Vor allem deshalb, weil ICH nämlich keinem sage, was ich mir wünsche. Selbst wenn ich gefragt werde. Ich liebe nämlich Überraschungen.

Karsten Gerber