Tu‘ Geld in deinen Beutel

Der Fall Wulff ist auf der Ebene "Shakespeare" angekommen. Dabei spielt auch das Drama "Julius Caesar" ein Rolle - vielleicht aber nur, weil Julius Caesar seiner Ehefrau ihr...

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. Als an Heiligabend ein Lichtschweif über den Himmel zog, dachten wir, dieser dicke kleine Sohn aus Nordkorea macht schon den Affen und beschießt uns, womit er dann sein erstes und letztes Weihnachten als Staatschef erlebt hätte. Aber: Es war nur die verglühende Oberstufe einer Sojus-Rakete, wie der Sprecher der europäischen Weltraumbehörde ESA in Darmstadt mitteilte.

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Nun, schon zu unseren Schulzeiten war oberstufenmäßig immer einiges geboten, und dass die ESA in Darmstadt ansässig ist, also noch im intergalaktischen Umfeld der Bembel-Metropolen Offenbach und Frankfurt, erklärt die Sache mit dem Glühen natürlich noch deutlicher: Glühwein. Wenn wir das richtig verstanden haben, ist der nicht verglühte Teil der Sojus zur internationalen Raumstation ISS weitergeflogen, an Bord ein Russe, ein Amerikaner und der Niederländer André Kuiper - kleiner Raumschiff-Enterprise-Gouda. Womit allerdings die Erklärung für den Lichtschweif schon wieder in ganz neuem Licht erscheint, denn vielleicht handelte es sich gar nicht um die verglühende Oberstufe der Rakete, sondern um die Reste einer von André gerauchten Tüte. Oder, wie manche sagen: Frau Antje lässt den Lichtschweif glühen.

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Wie kriegen wir da jetzt den Übergang. Also: Was gibt‘s Neues im Hause Wulff? Im Grunde ist dieser ganze Hickhack ja ganz furchtbar, denn zu befürchten steht Folgendes: Nachdem bei diesen ganzen investigativen Boulevard-Journalisten nach den Feiertagen der letzte Lichtschweif erloschen und die letzte Tüte verglüht ist, wühlen sie weiter, welchem Politiker sie denn jetzt was Übles ans Bein binden könnten. Und da schlummert ja noch einiges an ganz dunklen Punkten. Man dürfte das eigentlich nur im Flüsterton weitergeben, aber Leute, ist euch das eigentlich klar? Wisst ihr, was das alles bedeutet? Angela Merkel, unser aller Kanzlerin, hat früher in der DDR gelebt! Unglaublich. Und damit nicht genug. Sie hat öffentlich zugegeben, dass sie....lieber Himmel.... dass sie gerne Kartoffelsuppe kocht! Und dann Helmut Kohl. Unser aller Größter. Der Mann war, ist und bleibt.....Pfälzer!!! Last but not least, um international zu werden, Außenminister Westerwelle, Flying Guido, wie wir ihn nennen. Wie meinen? An den können Sie sich gar nicht mehr erinnern? Leute, reißt euch zusammen. Also. Westerwelle war und ist... uns stockt der Atem, aber es hilft ja nix, es muss einfach mal raus....der Mann ist....in der FDP!!!!

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Bei den Abgründen, die sich da auftun, bleiben wir lieber noch ein bisschen beim Fall Wulff. Man muss das ja immer auch von der menschlichen Seite betrachten, und nicht von ungefähr lautet eines der populärsten Sprichwörter unserer Region: Ist kein Geld im Haus // fliegt die Liebe zum Fenster hinaus. Womit klar ist, dass es das Thema verdient, auf allerhöchstem kulturellem und literarischem Niveau beleuchtet zu werden: Shakespeare (1564 - 1616), drunter machen wir‘s nicht, denn nach dem julianischen Kalender hat Shakespeare am gleichen Tag Geburtstag wie wir.

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Hamlet, 1. Akt, 3. Szene: "Kein Borger sei und auch Verleiher nicht // sich und den Freund verliert das Darlehen oft." Alles klar. Andererseits heißt es in Othello: "Tu‘ Geld in deinen Beutel" (womit natürlich nicht der Mainzer OB Jens Beutel gemeint ist). Allerdings empfiehlt das ein intriganter Fähnrich... Wie meinen? Nein! Nicht Guttenberg!! Leute!

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Nicht zuletzt das Drama Julius Caesar. Da sagt Mark Anton, nachdem sein Chef hingemeuchelt wurde: "Friends, romans, countrymen, lend me your ears...." Könnte man so interpretieren: Wenn ihr mir schon kein Geld leihen wollt, dann wenigstens euer Ohr. Woher dann vielleicht auch der Begriff stammt: was auf die Ohren bekommen. Wobei uns, offen gesagt, bei diesem Drama am stärksten der Name von Caesars Ehefrau in Erinnerung haftet... Wie meinen? Nein! Nicht: Caesar‘s Palace!! Also, die heißt Calpurnia, und das erinnert uns jetzt an Silvester phonetisch frappierend an Caipirinha, dieses brasilianische Cocktail-Gesöff.

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Als diese ganze Wulff-Kreditsache anfing, ahnten wir: Da kommt noch ein ganz dicker Hammer. Und jetzt: ein Sonderkredit für Wulff von der BW-Bank!

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Baden-Württemberg! Oettinger, Günther, the Englishman, wie wir ihn nennen. Oettinger - der mit dem Wulff tanzt? Nein, denn wir entnehmen der Deutschen Presse-Agentur, Oetti speaks: "Ich bin da völlig außen vor. Ich habe davon aus der Zeitung erfahren." Gut. Wir wissen, in Wahrheit hat Günther gesagt: "I am there fully outen before. I have therefrom out of the newspaper he-driving (er-fahren)."

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So. Und in noch wahrerer Wahrheit hat Günther an Wulff Folgendes geschrieben: Dear Mr. colour president (lieber Herr Bunterpräsident), money stinks not (Geld stinkt nicht). I want not fall with the door in the house (!), but I joy, that you have understoodden the most impotent things of Bath Württem-Mountain: ‚worke, worke, buildingle builde‘, and the brushing week. (Ich will nicht mit der Tür ins Haus (!) fallen, aber ich freue mich, dass Sie die wichtigsten Dinge von Baden-Württemberg verstanden haben: ‚Schaffe, schaffe, Häusle baue‘, und die Kehrwoche). But the allermost impotent are friends, to bygame this Mixedmajor. (Aber das Allerwichtigste sind Freunde, zum Beispiel dieser Maschmeyer.) The speakword says: A friend in need is a friend indeed. (Das Sprichwort sagt: Freunde in der Not // gehen tausend auf ein Lot. Oder, in einer anderen Version: Freunde in der Not // zahlen kräftig, wenn sich‘s lohnt.) Good gliding! Guten Rutsch!