Was macht eigentlich die Gruppe „Teachers for Future”?

Bettina Buchner und Timo Graffe engagieren sich bei Teachers for Future in Mainz.

„Teachers for Future” sind Teil der Klima-Bewegung. Im Interview sprechen zwei Mitglieder aus Ingelheim und Mainz über nachhaltige Bildung und die „Letzte Generation“.

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Frau Buchner, Herr Graffe, Sie beide sind bei Teachers for Future aktiv. Ist der Name von Fridays for Future gestohlen?

Bettina Buchner: Nein, wir sind ja ein Teil der Klima-Bewegung und verstehen uns als Unterstützer. Es ist nicht nur eine Bewegung von Jugendlichen, sondern eine Bewegung von Menschen, die Angst um ihre Zukunft haben. Und die gibt es in allen Teilen der Gesellschaft. 

Timo Graffe: Mit Fridays for Future verbindet man erstmal Schüler – das stimmt. Das Gute an Teachers for Future ist: Der Name unterstreicht, dass auch Lehrkräfte den Klimastreik unterstützen. Unser Schwerpunkt liegt auf dem Bildungssystem und der Bildung.

Wie kam es zur Gründung von Teachers for Future in Mainz?

Graffe: Hier gab es keine Ortsgruppe. Daraufhin habe ich Lehrkräfte, unter anderem die ehemalige Französisch-Lehrerin meines Bruders, angeschrieben. So kam eine kleine Gruppe zusammen, mit der wir das erste Ortsgruppentreffen hatten. Schließlich haben wir an alle Schulen im Umkreis von Mainz Mails geschrieben. Das war Ende 2020, also mitten in der Corona-Zeit.

Buchner: Erst rund ein Jahr später haben wir uns dann zum ersten Mal live getroffen.

Sie haben engen Kontakt zu Funktionären der Zukunftskonzeption „Bildung für Nachhaltige Entwicklung“ (BNE) in Rheinland-Pfalz. Ein Projekt, das Kinder, Jugendliche und Studierende für Nachhaltigkeit sensibilisieren soll. Welche Rolle spielen Sie da?

Buchner: Es ist wichtig, sich zu vernetzen und an die entsprechenden Menschen im Bereich der BNE heranzutreten, die aktiv etwas damit zu tun haben. 

Graffe: In diesem Bereich fehlen Menschen, die Praxiserfahrung mit hereinbringen. Beim BNE geht es ja unter anderem darum, den Schülern:innen und Studierenden Kompetenzen mitzugeben, ihnen dementsprechend nicht nur irgendwelches Faktenwissen zur Klimakrise zu vermitteln. Es geht eher um die Frage: Wie kann ich die Zukunft nachhaltig gestalten? 

Teachers for Future. Da denkt man erst mal an unterrichtende Lehrer. Jetzt arbeiten Sie, Herr Graffe, aber an der Uni – wie geht das zusammen? 

Graffe: Teachers for Future richtet sich nicht nur an Menschen, die als Lehrkräfte tätig sind. Ich habe zwar Lehramt studiert, beschäftige mich aber mit der Lehramtsausbildung. Zurzeit sitze ich in der Physik-Didaktik, da geht es um die Physik-Lehrkräfte-Ausbildung. Heißt: Ich versuche ganz konkret die Uni dazu zu bringen, dass das Thema Nachhaltigkeit schon Bestand der Lehrerausbildung ist.

Buchner: Für uns ist Timo eine sehr wichtige Verbindung zur Uni. Ich würde sagen, du bist so eine Art ‚Trend-Aufspürer‘, der weiß, was gerade beim Thema Nachhaltigkeitsvermittlung im Unterricht in der Lehrer-Ausbildung los ist. Und wir auf der anderen Seite kennen dann die Praxis im Unterricht. 

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Hört sich nach einem guten Zusammenspiel an.

Graffe: Ich denke, unterschiedliche Funktionäre, die im Bereich des BNE tätig sind und beispielsweise in den Ministerien Konzepte entwickeln, sind froh, dass wir da sind als Leute, die an den Unis und den Schulen die Praxis machen ...

Buchner: … als diejenigen, die unter anderem nah an den Schülern dran sind. Grundsätzlich handelt es sich beim BNE um einen vorgeschriebenen Bereich. Das steht im Schulgesetz und in den Lehrplänen drin. 2015 wurde das von der UNO beschlossen ...

…den Schülern mehr Wissen zu Nachhaltigkeit und zur Klimakrise zu vermitteln funktioniert an allen Schulen?

Buchner: Oft ist es so, dass in den Schulen dahingehend nicht viel passiert. Zwar gibt es einige Schulleiter, die sich für das Thema einsetzen, aber das ist eher seltener der Fall. Bei uns an der Schule gibt es einen runden Tisch zum Thema Nachhaltigkeit. Alle drei Monate treffen wir uns mit Schülern, Lehrern und Eltern.

Was passiert da von Lehrerseite aus? 

Buchner: Wir überlegen uns unabhängig von den Fächern, was wir mit den Kindern machen möchten. Zurzeit planen wir ein nachhaltiges Schulfest. Beispielsweise ist beim letzten Mal Einweggeschirr vollkommen rausgeflogen, wir haben stattdessen ein Geschirrmobil gemietet. Wir haben in der Klassenkonferenz zudem überlegt, ob wir Klassenfahrten mit Flügen verbieten sollen. 

Und, wie ging es aus? 

Buchner: Die Lehrer waren mehrheitlich dafür, die Schüler waren zwiegespalten und die Eltern waren gegen grundsätzliche Verbote. Wir Lehrer haben dann gesagt: ‚Hey, wir geben hier im schulischen Kontext eigentlich die Werte vor. Wenn wir sagen, wir fliegen nicht, dann sollte das angenommen werden.‘ Die Eltern fanden das wiederum übergriffig, dass man so etwas als Lehrer entscheidet. 

Welche Verantwortung tragen Lehrer in Bezug auf Nachhaltigkeit? 

Buchner: Ich empfinde eine große Verantwortung, wir dürfen uns aber auch nicht überschätzen. Es ist nicht so, dass wir die Kinder in allen Dingen beeinflussen können. Mittlerweile werde ich in diesen Dingen aber auch radikaler und sage: ‚Wenn eure Eltern euch nicht dahingehend erziehen, dann erzieht ihr eure Eltern. Ich warte ehrlich gesagt darauf, dass mal jemand was sagt …

… und sich beschwert?

Buchner: Das ist bislang noch nicht passiert. Ich habe aber schon den Ruf, die Öko-Lehrerin zu sein. Aber im Ernst: Manchmal möchte ich, dass jemand etwas sagt, damit das Thema mal mehr auf den Tisch kommt. 

Wenn Sie einen Schüler hätten, der Ihnen erzählt, dass er sich am Mainzer Hauptbahnhof festgeklebt hat – was würden Sie antworten? 

Buchner: Es ist mir noch nicht passiert – leider. Aber wenn das passieren würde, wäre das super. Dann würde ich sagen: Wir laden ganz viele Mitschüler ein und du erzählst von deinen Erfahrungen. So, dass das möglichst viele mitbekommen und viel Aufmerksamkeit generiert wird. Sich auf eine Straße zu kleben, ist ein Zeichen von Verzweiflung und zeigt nur: Es muss endlich etwas passieren. 

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 Also würden auch Sie sich auf eine Fahrbahn kleben, um für mehr Klimaschutz zu protestieren? 

Buchner: Nein, das nicht. Aber ich könnte mir durchaus vorstellen dort vorbeizugehen, den Menschen Essen zu bringen und kann mir vorstellen, etwas für die Klimakleber zu spenden, wenn sie in finanzielle Nöte kämen.

Graffe: Ich sehe das anders. Auch wenn ich denke, dass es wichtig ist, die Aktionen der „Letzten Generation“ in der Schule zu diskutieren. Ich akzeptiere unterschiedliche Protestformen, allerdings müssen möglichst viele Menschen mitgenommen werden. Es ist nicht meine Protestform. 

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