Sepp der Depp, schon damals in Wembley

Fifa-Präsident Joseph Blatter. Foto: dpa

Rund gemacht von Strafermittlern und ab ins Eckige, in den Knast - so erging es einigen Fifa-Funktionären in Zürich. Ihr Häuptling Blatter will aber immer nur das Beste. Für...

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. "Ich liebe Euch doch alle", hatte der Blatter Sepp gesagt, als alle schon dachten, er sitzt im Knast. Oder, nein, das verwechseln wir jetzt mit Erich Mielke. Trotzdem, er hat eine super Rede gehalten, der Blatter, Don Sepp, wie wir ihn nennen. Zum Totlachen. Laut "Spiegel Online" hat er erklärt: "Die Fifa ist kein Verein wie ein Schwimmklub oder ein Fischerverein." Oh, oh! Hören wir da eine zarte Anspielung à la "Luca Brasi schläft jetzt bei den Fischen"? Toll. Die schärfste Slapstick-Nummer seit "Dick und Doof". * Wenn eine Sache für sich genommen extrem lustig ist, fällt den zweit- bis viertbesten Zeitungssatirikern oft wenig ein. Schockstarre. So fordert eine Kolumnistin der FAZ, eine Frau solle jetzt an die Spitze der Fifa - nennt dann aber keinerlei Namen. So ist das manchmal bei Frauen. Ganz tief Luft holen, aber dann kommt nix. Aber Sie, verehrte Leserinnen und Leser, haben ja uns. Hier unser Voting für die weibliche Besetzung der Fifa-Spitze auf Basis nachgewiesener Qualifikation der Damen. Alice Schwarzer: twelve points. 1994 schnitt die Amerikanerin Lorena Bobbitt ihrem schlafenden Mann den Penis ab, was den Begriff "Lebensabschnittsgefährtin" in neues Licht tauchte. Alice Schwarzer schrieb dazu in "Emma": "Da muss ja Frauenfreude aufkommen, wenn eine zurückschlägt!" Auch der Begriff "Strafstoß" bekam da eine neue Bedeutung. Hinter Schwarzer kommt aber lange nix. Vielleicht noch four points für Charlotte Roche ("Feuchtgebiete") und three points für die "Vogue"-Chefredakteurin Anna Wintour ("Der Teufel trägt Prada"). * Manche fragen: Na und? Bestechung, Geldwäsche, Menschenraub - is‘ doch nur das normale Fifa-Rundumsorg-los-Paket! Sponsoren hauen ab? Nie! Coca-Cola hat nur ein leises Bäuerchen gemacht, und Adidas ließe sich für die Fifa zur Not in Streifen schneiden. * Bei alledem fällt auf: Riiiccoooolaaa!! Unsere Schweizer Freunde sind unheimlich gut druff. Wahrscheinlich wollen sie Gutes tun, weil sie in ihrem tiefsten Inneren ein schlechtes Gewissen haben, weil der Schweizer Schiedsrichter Gottfried Dienst beim WM-Finale 1966 in Wembley das dritte Tor der Engländer gegeben hat, obwohl es keins war. Allerdings vermuten wir schon lange, dass Gottfried Dienst in Wahrheit Sepp Blatter war, geschminkt und mit Perücke, und dass er vorher einen Haufen Fränkli auf einen Sieg Englands setzte. * Es lief diese Woche so: Zuerst veröffentlichten die Schweizer Behörden die Namen mutmaßlicher Steuerhinterzieher im Internet. Wir nennen diese Art der Steuerfahndung künftig "Riiiccoooolaaa-Projekt". Und wo sie schon mal dabei waren, Sauställe auszumisten, haben die Schweizer Behörden Fifa-Funktionäre hopps genommen. Der Anfeuerungsruf "Hopp Schwiiz!" erscheint da in neuem Licht. Böse Zungen sagen, der Pressesprecher des Regionalverbands Zürich der Mafia habe betont: "W i r waren es nicht, die wegen der WM in Russland und Katar Angebote gemacht haben." Zugleich kündigte er an, die Mafia werde jeden, der die Mafia mit der Fifa vergleiche, wegen Beleidigung verklagen. * Kommen wir zu vergleichsweise unkomplizierten Dingen. Die Deutsche Presse-Agentur (dpa) teilt uns mit, dass unbekannte Diebe im Bundesinnenministerium Wasserhähne und weitere Sanitärausstattung stahlen. Will da einer dem Bundesinnenminister Thomas de Maizière den Hahn abdrehen? In Wahrheit ist es wahrscheinlich so, dass de Maizière heimlich seiner lieben Freundin, der Verteidigungsministerin von der Leyen, zu Hilfe kommen will. Die hat Ärger, weil das Sturmgewehr G36 um die Ecke schießt, wenn es nicht gekühlt wird. Aber mit den Wasserhähnen, die ins Verteidigungsministerium verfrachtet werden, kann das G36 rechtzeitig mit Wasser gekühlt werden, oder so ähnlich. * Im März, daran erinnert uns dpa, waren schon im Neubau des Bundesnachrichtendienstes Wasserhähne geklaut worden, was einen Wasserschaden nach sich zog. Böse Zungen sagen, es sei wohl mehr ein Dachschaden gewesen, was den ganzen Kuddelmuddel BND/NSA nachvollziehbarer macht. In einem Punkt beruhigt uns dpa: Der Diebstahl von Toilettenpapierhaltern im Innenministerium habe "keine ernsten Folgen" gehabt. Logisch, de Maizière und Leyen betonen doch immer wieder, dass sowieso kein Blatt Papier zwischen sie passe. Auch Blatter hatte mit der Fifa immer einen klaren Plan: Er Chef, die anderen Toilettenpapierblatthalter.