Rehberg: Wird Sané Heidels erster Mega-Transfer?

Gilt als nächster Millionen-Transfer für Schalke 04: Youngster Leroy Sané (links, mit seinem Vorgänger Julian Draxler). Foto: dpa

Am Freitag steht für Mainz 05 das Flutlichspiel gegen Schalke 04 an. Dem Verein, zu dem Manager Heidel im Sommer wohl wechseln wird. Wo eines der größten Sturmtalente in...

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. Die Geschichte der Familie Sané ist inhaltsreich und spannend. Sohn Leroy läuft am Freitagabend mit dem FC Schalke 04 in der Coface Arena auf. Der 20-Jährige ist aktuell wahrscheinlich das aufregendste Sturmtalent in Europa. Die großen Champions-League-Klubs bieten jetzt schon 40, 50 Millionen Euro Transferentschädigung für den feingliedrigen Dribbler und Sprinter. Gegen die 05er hat der Außenstürmer schon gespielt. Etwa beim 0:2 der Schalker in Mainz im Mai 2015. Da hatte Sané nicht viel zu melden. Damals war einer seiner Bewacher der Held des Tages: Innenverteidiger Stefan Bell markierte die beiden Tore (28., 31.) für die 05er. Sechs Wochen zuvor hatte Sané erstmals auf sich aufmerksam gemacht auf der internationalen Bühne: Beim 4:3-Sieg von S04 im Bernabeu-Stadion im CL-Achtelfinale gegen Real Madrid hatte der Nachwuchskicker als 19-Jähriger zum 3:3 ein Traumtor geschossen.

Leroy ist der Sohn von Souleyman Sané und Regina Weber-Sané. Der Vater hat für den SC Freiburg, den 1. FC Nürnberg und Wattenscheid 09 zwischen 1985 und 1999 insgesamt 51 Bundesliga- und 65 Zweitligatreffer erzielt. Das war ein wuchtiger Sturmbüffel. Die grazile Mutter hat in Deutschland in den 1980er-Jahren die Rhythmische Sportgymnastik dominiert. Die zig-fache Deutsche Meisterin, heute Sportlehrerin an einer Gesamtschule in Wattenscheid, ist in ihrer Sportart bis heute die einzige deutsche Medaillengewinnerin bei Olympischen Spielen (Bronze 1984 in Los Angeles). Die drei Söhne sind Fußballer geworden, alle ausgebildet in der Nachwuchsschule von Schalke 04. Der Älteste, Kim Sané, spielt inzwischen für den 1. FC Nürnberg II.

Vater profitiert von potentiellem Transfer des Sohnes

Der Vater stammt aus dem Senegal, geboren in der Hauptstadt Dakar. Im Alter von vier Jahren kam der Diplomatensohn mit der Familie nach Frankreich. Dort lernte Souleyman später das Konditorhandwerk; nebenbei schaffte er es mal als junger Mittelstürmer zum Torschützenkönig in der Dritten Liga. Dann musste er als französischer Staatsbürger zum Militär. Stationiert in Deutschland. Zunächst in Villingen. Dann in Donaueschingen. Dort kickte er in der Vierten Liga. Danach ging es zurück nach Frankreich. Der Fußballer stagnierte. Rückkehr zum FV Donaueschingen. Dort schoss Sané, inzwischen schon 24 Jahre alt, 1985 mal fünf Tore in einer Halbzeit. Zufällig anwesend war der Freiburger Präsident Achim Stocker. Der nahm den bulligen Angreifer sofort unter Vertrag für die Zweite Liga. Ein Volltreffer. Sané baute tolle Bilanzen auf in seinen drei Spielzeiten für den SC: 18, 17 und 21 Saisontreffer.

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Im Trikot von Wattenscheid 09 hat Souleyman Sané später in der Zweiten Liga auch gegen die 05er gespielt. Zweimal 1998. Unter Dietmar Constantini unterlagen die Mainzer in Wattenscheid mit 1:3, am Bruchweg reichte es unter Wolfgang Frank zu einem 1:1. Da war Sané längst mehr der Arbeiter und Vorbereiter, die Tore schoss Markus Feinbier. Später versuchte sich Sané als Übungsleiter in unteren Klassen, er war auch mal Nationaltrainer von Sansibar (allerdings nur, wenn sich die Insel-Auswahl in Europa aufhielt). Inzwischen arbeitet der einstige Klassestürmer für die Spielerberater-Agentur T21x, betrieben von den Ex-Profis Jürgen Milewski und Jens Jeremies. Und die werden in absehbarer Zeit ein Riesengeschäft machen mit dem Sané-Sohn Leroy. Der am 13. November 2015 auch schon sein Nationalmannschaftsdebüt erlebt hat, bei jenem von dramatischen Umständen begleiteten 0:2 in Paris gegen Frankreich.

Wird Sané der erste große Heidel-Transfer?

Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wird Christian Heidel am 1. Juli seinen neuen Job beim FC Schalke 04 antreten. Nicht ausgeschlossen, dass der 05-Manager dann in einer seiner ersten Amtshandlungen in Gelsenkirchen darüber entscheiden muss, ob der Schalker Schuldenberg (rund 130 Millionen) markant abgebaut wird mit dem Verkauf dieses europaweit umworbenen Jungstars. Der FC Barcelona und Real Madrid sollen heiß sein auf Leroy Sané. Die beiden spanischen Topklubs plagen sich jedoch herum mit von der Fifa verhängten Transfersperren. Aber da gibt es ja noch die Milliarden in England. Heidel ist es zuzutrauen, dass er mittels verschiedener Optionen eine Wahnsinnsablöse erzielt. Dann hätten die Schalker binnen eines Jahres für die Eigengewächse Julian Draxler (VfL Wolfsburg) und Sané rund 100 Millionen geschnappt. Das Ziel, in den kommenden Jahren dem enteilten Ruhrpott-Konkurrenten Borussia Dortmund wirtschaftlich und sportlich auf die Pelle zu rücken, würde dann realistischer.

Doch dafür braucht es auch und immer wieder die Millionen aus der Champions League. Diesen Rang wollen die Schalker am Freitagabend in der Coface Arena verteidigen. Die 05er sind nur drei Punkte entfernt von S04. Spannend. Sehr spannend sogar.