Rehberg: Wie die 05er gegen den FC Augsburg punkten können

Was wird aus 05-Trainer Martin Schmidt? Foto: Sascha Kopp

Im Heimspiel gegen den FC Augsburg und den darauffolgenden Partien wird sich der weitere Weg der Mainzer entscheiden. Werden sich die Mainzer im Tabellen-Mittelfeld festkrallen?...

Anzeige

. Philipp Max ist in Viersen geboren. Als sein Vater, der einstige Bundesliga-Torjäger Martin Max, nach München umzog, da ging der Filius in Taufkirchen zur Schule. Auf jener Walter-Klingenberg-Realschule vor den Toren von München wurde der heutige Erstligaprofi im Fach „Wirtschaft, Recht und Buchführung“ unterrichtet von: Manuel Baum. Dieser einstige Lehrer an der „Eliteschule des deutschen Fußballs“ in Taufkirchen ist seit dem 28. Dezember der Cheftrainer des Augsburger Linksverteidigers Philipp Max. Und das ist, das gibt der 23-Jährige unumwunden zu, anfänglich eine merkwürdige Situation gewesen. Warum? Manuel Baum habe ihn in der Schule ein paar Mal beim Spicken erwischt.

Dumm gelaufen. Wobei der Herr Baum offensichtlich nicht nachtragend ist. Denn der erst 37 Jahre alte Augsburger Trainer stellt seinen einstigen Schüler regelmäßig auf. Philipp Max ist Stammspieler. Und er wird auch an diesem Freitagabend beim Augsburger Gastspiel in der Mainzer Opel Arena in der Startelf stehen. Mit Wind unter den Flügeln: Der FCA hat sich mit dem 2:1-Erfolg in Wolfsburg und dem folgenden hart erkämpften 3:2-Heimsieg gegen Werder Bremen viel Selbstvertrauen erarbeitet.

Martin Schmidt wird sich die Augsburger Partie gegen Werder sehr genau angeschaut haben. In den beiden Heimspielen gegen das Baum-Team und gegen die Bremer wird sich der weitere Weg der Mainzer entscheiden. Zwei Siege oder zumindest vier Punkte, und die 05er krallen sich fest im Tabellen-Mittelfeld. Wird es weniger, dann kann die nächste Auswärtspartie in Leverkusen schon unter der Überschrift „Abstiegskampf in der Opel Arena“ stehen. Was hat der 05-Coach dem Augsburg-Spiel entnommen? Er hat eine Bremer Mannschaft gesehen, die mit Technik und Tempo nach vorne spielt, die aber utopisch schlecht verteidigt. Und er hat ein FCA-Team gesehen, das ab dem 1:2-Rückstand (65.) extrem viel Widerstandsgeist und Willen mobilisiert hat. Ja Cheol Koo markierte in der 79. Minute das 2:2 – und in der vierten Nachspielminute bereitete der ehemalige 05-Profi auch noch das umjubelte 3:2-Siegtor durch Raul Bobadilla vor.

In Mainz treten die Augsburger personell geschwächt an. Dominik Kohr, im 4-1-4-1-System der einzige Mittelfeldsechser, muss eine Gelb-Sperre abbrummen. Dessen logischer Vertreter Daniel Baier plagen Achillessehnenprobleme. Einsatz unwahrscheinlich. Die Lösung könnte lauten: Moritz Leitner, Winterzugang von Lazio Rom, feiert sein Debüt. Der 22-Jährige, der sich bei Borussia Dortmund nicht durchsetzen konnte, ist ein leichtfüßiger und technisch starker Spieler, aber der geborene aggressive Zweikämpfer ist das „ewige Talent“ nicht. Das wäre eher Routinier Gojko Kacar, doch der einstige HSV-Kämpfer ist fußballerisch limitiert. Ob Koo an seiner ehemaligen Wirkungsstätte auflaufen kann, das ist auch noch offen: Der Südkoreaner hat sich gegen Bremen eine Verletzung am Sprunggelenk eingehandelt.

Anzeige

Manuel Baum hat kurz nach Weihnachten Dirk Schuster beerbt. Worüber war Schuster gestolpert? Der Darmstadt-Held hatte abends und nachts sehr viel Durst, hört man aus Augsburg. Und die extrem defensive, in der Offensive wenig konstruktive bis planlose Spielweise ging Manager Stefan Reuter auf den Wecker. Unter dem bisherigen Nachwuchschef Baum sind die Augsburger wieder eine eng verteidigende Kontermannschaft geworden, die auch mit vielen Leuten zielstrebig und wuchtig angreifen und Siegeswillen entfachen kann.

Der Schlüsselspieler im Sturm ist der Argentinier Raul Bobadilla. Ein Typ wie Jhon Cordoba. Wild, adrenalin-geladen, laufstark, aggressiv, schnell, ein offensiver Fighter, der vor dem gegnerischen Kasten Instinkt und einen kurzen Abzug hat. Flanken liefern die Außenverteidiger Paul Verhaeg und Philipp Max sowie der Rechtsaußensprinter Jonathan Schmid. Fehler produzieren immer mal wieder die nicht überragend beweglichen Innenverteidiger Jeffrey Gouweleeuw und Martin Hinteregger. Wie die 05er diese Kampfeinheit knacken können, das lesen sie im Blog am Donnerstag.