Rehberg: Neuer Job für Flemming Pedersen

Flemming Pedersen. Archivfoto: Sascha Kopp

Der erste aus der am Bruchweg beurlaubten dänischen Trainercrew hat wieder einen neuen Job. Flemming Pedersen, in Mainz damals einer von zwei Co-Trainern unter Kasper Hjulmand,...

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. Der erste aus der am Bruchweg beurlaubten dänischen Trainercrew hat wieder einen neuen Job. Flemming Pedersen, in Mainz damals einer von zwei Co-Trainern unter Kasper Hjulmand, arbeitet seit dem 1. Juli beim englischen Zweitligisten Brentford FC. Der Titel des 52-Jährigen: "Head of football philosophy and player development". Zu deutsch: Pedersen ist verantwortlich für die Fußballphilisophie des Klubs und für die Entwicklung von Spielern - von der U9 bis zur Profimannschaft.

Pedersen soll eng zusammenarbeiten mit dem holländischen Cheftrainer Marinus Dijkhuizen. Den Kontakt hergestellt hat der Co-Director of football beim FC, das ist der Däne Rasmus Ankersen. Und einen dänischen Innenverteidiger hat Brendford auch gleich noch verpflichtet für drei Millionen Euro Ablöse: Es ist Anders Bjelland, den die 05er in der Hjulmand-Zeit auch schon mal auf dem Zettel hatten. Der FC Brentford war in der vergangenen Saison Fünfter in der "Football League Championship"; das mittelfristige Ziel des Klubs, genannt "The beens" ("Die Bienen"), ist der Aufstieg in die Premier League.

Damit wird Pedersen in der Zweiten englischen Liga in der kommenden Saison auf einen ehemaligen 05-Profi treffen, den die Dänen-Crew 2014 nach dem Sommer-Trainingslager in England ausgemustert hatte: Sebastian Polter, der Mittelstürmer, der gerade als Leihspieler von Union Berlin für 2,3 Millionen Euro Ablöse (kassieren die 05er) zum Premier-League-Absteiger Queens Park Rangers gewechselt ist. Dort ist Polter ein Kaderkollege von David Hoilett, der einst für den FC St. Pauli und den SC Paderborn ein paar Zweitligaspiele bestritten hat - und den die 05er auch mal auf ihrer Einkaufsliste hatten.

Diese Liga wimmelt vor Klubs, die zu meiner Jugendzeit und auch später noch klingende Namen hatten: Nottingham Forest, Sheffield Wednesday, Leeds United, FC Middlesbrough, Derby County, Burnley FC, Ipswich Town, Wolverhampton Wanderers, Blackburn Rovers, der FC Fulham oder auch Preston North End.

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Anfang Juni hatten ein Kollege vom Fachmagin "kicker" und ich noch mal einen Treffen mit Flemming Pedersen in einem Café in Mainz. Lustig: Der Däne wohnte in der Mainzer Innenstadt nahezu Tür an Tür mit dem neuen 05-Cheftrainer Martin Schmidt, zu einem engeren Kontakten ist es zwischen den beiden Fachmännern aber nie gekommen.

Pedersen bat damals darum, dass wir, zumindest so lange er noch in Mainz gebunden sei, keine Artikel schreiben sollten über dieses Gespräch. Wir haben uns daran gehalten. Und wir wollen es auch jetzt bei ein paar wenigen interessanten Erkenntnissen belassen.

Pedersen eröffnete, dass der Dänen-Crew damals sehr früh aufgegangen sei, dass Mainz 05 eine sehr andere Fußball-Philosophie vertritt als Kasper Hjulmand. Pedersen erzählte, dass er am Tag der Beurlaubung zu Christian Heidel gesagt habe: Das war ein Fehl-Scouting; da habe ein auf schnelle Umschaltung bedachter Klub einen klassischen Ballbesitz-Trainer verpflichtet. Und Pedersen gab zu, dass sich der 05-Manager und der Nachfolger von Thomas Tuchel sich darüber schon sehr früh klar geworden seien. Die kontroversen Diskussionen hätten sehr früh zu einer angespannten Atmosphäre im Binnenverhältnis geführt. Spätestens seit dem Erstrunden-Aus in der Europaliga-Quali und im DFB-Pokal.

Warum beide Seiten es nicht geschafft hatten, einen Kompromiss zu finden, das konnte Pedersen nicht erklären. Seine Diskussionen mit Kasper Hjulmand seien nie so sehr in die Tiefe gegangen, das habe sich beschränkt auf die tägliche Trainingsarbeit und auf die spezifischen Spielvorbereitungen. Pedersen ist der Meinung, dass am Ende der Saison so oder so Schluss gewesen wäre, Hjulmand habe die Aussichtslosigkeit seiner Mission in Mainz schon weit vor seiner Beurlaubung erkannt. Das gegenseitige Vertrauen sei schon sehr früh angegriffen gewesen.

Dennoch habe die Chance bestanden, mit etwas mehr Ergebnis-Glück diese Saison mit Hjulmand durchzuziehen. Schlüssel-Niederlagen seien das 1:2 zu Hause gegen Werder Bremen (10. Spieltag) und das 0:2 zu Hause gegen Hertha BSC (20. Spieltag) gewesen. Diese beiden Verlustspiele hätten intern Gräben entstehen lassen. Und das, obwohl die Mannschaft zumindest die defensiven Abläufe unter Hjulmand immer besser verstanden und verinnerlicht habe. Lassen wir es damit bewenden.

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Pedersen hatte Anfang Juni schon von seinem bevorstehenden neuen Engagement gesprochen. Er scheide ohne Groll von Mainz, die jeweiligen Vorstellungen seien einfach zu unterschiedlich gewesen, das hätte man wissen können, aber das passiere im Fußball. Eines prognostizierte Pedersen noch: Kasper Hjulmand habe nicht die Absicht, überragend schnell wieder in eine neue Aufgabe zu springen, die Mainz-Erfahrung nage noch an ihm.