Pospech und die Feuerwehrmänner

Noch nie in der Coface Arena - und das bleibt vorerst so. Der 1. FC Nürnberg hat Trainer Verbeek den Laufpass gegeben. Foto: dpa

Verbeek weg, Prinzen da, na und? Wer beim nächsten Gegner Nürnberg auf der Bank sitzt, ist den heimstarken Mainzern ziemlich egal. Die träumen nur davon, auch in der...

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. Gertjan Verbeek lernt die Mainzer Coface Arena also nicht kennen. Zumindest nicht als Trainer des 1. FCNürnberg. Das war er nur bis gestern - mit mäßigem Erfolg und bescheidener Perspektive. Roger Prinzen darf mal wieder den Feuerwehrmann spielen, "Phantom" Marek Mintal hält den Schlauch. Ob das Duo den fränkischen Flächenbrand noch löschen kann und der "Club" in einer verrauchten Bude weiter Bundesliga-Fußball praktizieren darf, das muss an dieser Stelle bezweifelt werden. Warum soll dieser Trainerwechsel etwas bringen, wenn schon der erste Trainerwechsel in dieser Saison (Verbeek für Michael Wiesinger) nichts gebracht hat?

Was der Nürnberger Trainertausch für Mainz 05 bedeutet? Im Grunde nicht viel. Die Nullfünfer treffen auf einen Gegner, der sowieso um sein Leben rennen müsste. Es ist die letzte Chance, der letzte Strohhalm - und den ausgerechnet beim Samstag-Besuch bei den heimstarken Mainzern zu greifen, ist eine der schwierigsten Aufgaben, die diese Bundesliga-Rückrunde zu bieten hat. Die Videos der jüngsten 05-Heimspiele gegen Bayern München, FC Augsburg oder Werder Bremen dürften auch den Nürnbergern in die Hände gefallen sein. Klar wie Kloßbrühe: Die 05er werden ihr Ding durchziehen. Auf den Gast können sie leider keine Rücksicht nehmen.

Stand-by-Profi bei Osteuropa-Spielen?

Apropos "Ding durchziehen". Zum vorletzten Mal kommen die Mainzer Fans in den Genuss, Publikumsliebling Zdenek Pospech mit Karacho über die rechte Außenbahn sprinten zu sehen. Auch wenn es nach wie vor schwer vorstellbar ist, dass sich Pospech in ein paar Wochen um seine Erdbeeren im Garten kümmert, statt mit den Mainzern auf Europa-Tour zu gehen, an seinen Plänen ist nicht zu rütteln. Nicht mal Jürgen Klopp, der Dortmunder Meistermacher, konnte den Tschechen ("In seiner Verfassung darf man die Bundesliga eigentlich nicht verlassen") noch überzeugen. Pospech fand das sehr nett von "Kloppo" ("Er hat mir gesagt, dass ich nicht aufhören darf"), doch Pospech steht zu seinem Versprechen.

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Ab in die Heimat, zurück zur Familie, das sportliche Treiben in der zweiten oder dritten tschechischen Liga (sein designierter letzter Verein Opava ist Drittliga-Erster) dürfte für den Außenverteidiger auch mit einem weit geringeren Trainingsaufwand problemlos zu bewältigen sein. Wenn er nicht auf einen von den Mainzern ausgetüftelten (aber leider doch nicht ernsthaften) Vorschlag eingeht. Zdenek Pospech könnte immer dann einspringen, wenn die 05er gerade im östlichen Europa ihren internationalen Pflichten nachgehen müssen. Warum eigentlich nicht? Bei anderen Vereinen kommen die handelnden Personen auf ganz andere, merkwürdigere Ideen.

Henning Kunz