Party mit Panda

Lässig thront der maskierte Panda über der Party. Selbst als die Polizei kommt, verzieht er keine Miene. Foto: Baran

Nur ein paar aufgestellte alte Lampen durchbrechen die Dunkelheit. Elektronische Klänge, dumpfe Bässe und auf dem Dach des Mini-Party-Busses ein Stoff-Panda. Hier wird...

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. Nur ein paar aufgestellte alte Lampen durchbrechen die Dunkelheit. Ihre Lichtkegel und warme Ausstrahlung verraten, dass hier etwas Besonders stattfindet. Elektronische Klänge, dumpfe Bässe und der aufgestellte Stromgenerator durchbrechen die Stille. Aus den Lautsprechern der improvisierten Musikanlage in einem Minibus singt The Rapture "How Deep Is Your Love". Etwa 40 junge Menschen bewegen sich ausgelassen zur Musik, feiern den Moment, den Sommer und sich selbst. Ein etwa ein Meter großer Pandaplüschbär mit einer Maske thront auf dem Bus und wacht über der Gemeinschaft: Willkommen auf der ersten inoffiziellen Pandaparty in Mainz! "Musik wir, Getränke ihr", heißt es kurz auf dem Post bei Facebook. Erst gegen 22 Uhr verraten die Veranstalter wo die Party stattfindet. Einige erfahren über die soziale Plattform von der Location, andere über Hörensagen. Es ist jedenfalls ein geheimer Ort, möglichst abseits von Mainstream und direkten Anwohnern. Und wer die Veranstalter sind, kann in dieser Samstagnacht nicht eindeutig geklärt werden.

Ursprünglich sollen die Pandapartys aus München kommen, andere meinen, sechs Mainzer Jungs hätten einfach eine verrückte Idee gehabt und ein Gerücht sagt, die Pandaparty sei an einem späten Abend auf dem Melt-Festival entstanden. Anscheinend weiß das hier niemand so genau. Das alles trägt noch mehr zur geheimnisvollen Atmosphäre dieser Party bei. "Wir machen so lange bis die Bullen kommen", sagt einer, der gerade die Musik auf dem Laptop im Bus mixt. Immer ausgelassener wird die Stimmung, Menschen kommen und gehen, tanzen, quatschen miteinander und fühlen sich wohl. Irgendwann zieht einer den Panda vom Bus und lässt ihn mitfeiern. Ein Pfeifen und "yeahh" geht durch die Menge. Der Panda wird auf Schultern getragen, gestreichelt und tanzt fröhlich mit.

Und plötzlich kommt die Polizei...

Auf dem Höhepunkt der Party ist es dann soweit. Mit stillem Blaulicht rollt ein Streifenwagen langsam an. Einige Gäste verstecken sich schnell, laufen in die Dunkelheit. Die Musik wird leiser gestellt, alle hören auf zu tanzen, Anspannung liegt in der Luft. Schließlich ist die Party nicht angemeldet. Einer drückt mir hastig einen Bierbecher in die Hand und geht Richtung Polizei. Zwei junge Beamte steigen aus. "Hey Moritz", ruft die junge Polizisten "Hi Isa", kommt eine Antwort aus der Menge und schon fallen sich die beiden überraschend in die Arme. Erleichterung bei den Besuchern.

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"Mmh, hat sich ein Anwohner beschwert", fragt Moritz. "Ja, es tut mir leid, aber ihr müsst leider ein bisl leiser machen", antwortet die blonde Polizistin und schmunzelt. "Eine tolle Location habt ihr euch da ausgesucht", meint ihr junger Kollege, "einen besseren Ort für so eine Party gibt es wohl in ganz Mainz nicht," ergänzt er. Nach einem kurzen Plausch mit der Polizistin sagt Moritz: "Wir machen dann leiser und falls sich nochmal einer beschwert rufst du an, ok? Ich geb dir dann mal meine Nummer." Isa blickt auf ihr Handy und antwortet: "Ach, deine Nummer, die hab ich doch noch." Gelächter unter den Partygästen, die diese skurrile Szene alle gespannt verfolgen. Dann wird die Musik leiser gedreht. "Wann macht ihr denn die nächste Pandaparty?", fragt Isa zum Abschied. "Definitiv noch im August", antwortet Moritz. "Cool, dann sag Bescheid, ich bin dabei", freut sie sich. Und das werde ich auch. Zumindest so lange, bis Pandapartys zum Kommerz werden.

Nadja Baran