Ordensfrau: Katholische Kirche soll Priesterinnen zulassen

Das Pfarramt ist in der katholischen Kirche eine Männerdomäne. Eine Ordensfrau stellt diese in Frage und fordert, dass auch Frauen für das Priesteramt zugelassen werden sollen. Archivfoto: Gustavo Alabiso

Eine Ordensfrau kritisiert die katholische Kirche als "klerikale Männerkirche" und damit "amputierte Kirche". Frauen vom Priesteramt auszuschließen sei Diskriminierung.

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RÜDESHEIM. Die katholische Ordensfrau Schwester Philippa Rath (65) hat ihre Kirche aufgefordert, Weiheämter wie das des Priesters oder des Diakons auch für Frauen zu öffnen. Zahlreiche Frauen fühlten sich zu diesen Diensten berufen, sagte die Benediktinerin der Abtei Sankt Hildegard in Rüdesheim-Eibingen. Die individuellen Berufungsgeschichten von Frauen würden bislang auch beim Reformprozess "Synodaler Weg" zu wenig in den Blick genommen.

Über die Hälfte der Gläubigen sind Frauen

Sie sei überzeugt, "dass unsere katholische Kirche, so wie sie jetzt als klerikale Männerkirche erscheint, eine amputierte Kirche ist, weil sie mehr als die Hälfte aller Gläubigen, nämlich die Frauen, von den Weiheämtern ausschließt", sagte die Delegierte im Frauenforum des Synodalen Weges. "Im gesellschaftlichen Zusammenhang nennt man eine solche Ungleichbehandlung Diskriminierung."

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Ämterfragen sollten Rath zufolge nicht am Geschlecht festgemacht werden dürfen. Sie sollten "eine Frage der Berufung durch Gott und der theologischen und geistlichen Kompetenz der Einzelnen sein". Sie glaube zwar nicht an eine baldige Änderung der Kirchengesetze, aber auch die seien "nicht in Stein gemeißelt". In der Kirchengeschichte habe es immer wieder Wandlungen in den Lehrentscheidungen und auch im Kirchenrecht gegeben.

Katholische Kirche von Angst getrieben

Die Benediktinerin sagte, die katholische Kirche habe vermutlich "Angst vor Machtverlust und Konkurrenz, Angst vor Frauen im Allgemeinen, Angst vor theologisch und spirituell hoch qualifizierten Frauen vielleicht auch die Angst, aus den eigenen männerbündischen Netzwerken herauszufallen und sich sozusagen auf dem freien Markt bewähren zu müssen". Rath hat Berufungszeugnisse von 150 Frauen gesammelt und als Buch im Herder Verlag unter dem Titel "Weil Gott es so will" veröffentlicht. Es erscheint am M

Von dpa