Model Tatjana Patitz mit 56 Jahren gestorben

Tatjana Patitz

Zusammen mit Cindy Crawford und Naomi Campbell gehörte Tatjana Patitz zu den Supermodels der 80er und 90er Jahre. Jetzt ist das in Hamburg geborene Model in Kalifornien gestorben.

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New York. Das Model Tatjana Patitz ist tot. Die in Hamburg geborene Patitz, die gemeinsam mit Kolleginnen wie Cindy Crawford, Naomi Campbell, Linda Evangelista und Christy Turlington zu den erfolgreichsten Supermodels der 80er und 90er Jahre gehörte, sei am Mittwoch im Alter von 56 Jahren im US-Bundesstaat Kalifornien gestorben, teilte ihre Model-Agentur in New York der Deutschen Presse-Agentur mit.

Auch ihre deutsche Model-Vertretung in Hamburg bestätigte den Tod von Patitz. Die Gedanken des gesamten Teams seien bei ihrer Familie, hieß es. Zur Todesursache gab es zunächst keine Angaben.

„Sie war viel weniger sichtbar als ihre Kolleginnen“

Patitz zierte die Titelseiten zahlreicher großer Modemagazine, war im berühmten Musikvideo von George Michael zu dessen Hit „Freedom“ zu sehen und wurde vor allem auch durch Bilder von Star-Fotograf Peter Lindbergh bekannt. Sie sei das „eindringlichste der Original-Supermodels“ gewesen, schrieb die US-„Vogue“. „Tatjana war immer das europäische Symbol von schick - wie Romy Schneider-trifft-Monica Vitti“, wurde „Vogue“-Chefin Anna Wintour in einem Artikel des Magazins zitiert. „Sie war viel weniger sichtbar als ihre Kolleginnen - mysteriöser, erwachsener, unnahbarer - und das hatte seine eigene Anziehungskraft.“

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Als echten Teil der Supermodel-Clique sah sich Patitz aber nie. „Das war nie eine Freundschaft, wir haben zu verschiedene Leben gelebt“, sagte das Model einmal der Deutschen Presse-Agentur. Patitz zog an den Strand von Malibu in Kalifornien und bekam auch einige Filmrollen. Immer wieder gab es Spekulationen über Beziehungen mit Hollywood-Stars und Musikern wie Richard Gere, Johnny Depp, Pierce Brosnan oder Seal.

Sohn Jonah als „Quelle meines Glücks”

Aus einer vorübergehenden Ehe mit einem Geschäftsmann hatte Patitz einen Sohn namens Jonah, den sie einmal als „Quelle meines Glücks“ bezeichnete. Vor allem seinetwegen könne sie sich auch eine Rückkehr nach Deutschland vorstellen, hatte sie vor wenigen Jahren einmal in einem Interview gesagt. „In Europa ist viel mehr Tiefgang zu spüren. Europa empfinde ich als authentischer, das vermisse ich manchmal. Amerikaner sind oberflächlicher.“

Meistens aber versuchte Patitz, ihr Privatleben aus der Öffentlichkeit fernzuhalten. „Wenn ich meinen Alltag lebe, bin ich ganz normal“, sagte das Model einmal der Deutschen Presse-Agentur. „Wenn Leute mich fragen, was ich mache, sage ich nur, dass ich "in der Modebranche" arbeite. Ich will nicht diese ganze Aufmerksamkeit. Mein Leben ist viel größer. Ich bin nicht meine Karriere. Ich habe das früh bei mir gemerkt, wo die Grenze ist und ich gedacht habe: Ich kann jetzt nicht. Ich bin sehr naturverbunden, kein Stadtmensch. Man muss das abgrenzen können.“