Lügenpresse foltert Gauland

Er will keinen Boateng als Nachbarn. Nach dieser Äußerung sitzt AfD-Vize Alexander Gauland ziemlich einsam da. Foto: dpa

Neuerdings interessiert sich die AfD auch für Jérome Boateng. Was auch immer passiert: Wir werden ihn verteidigen, notfalls bis zur letzten Patrone.

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. AfD-Vize Alexander Gauland ist in die Fänge der Lügenpresse geraten. Im Gespräch hat die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (FAS), und das sind ja nun die ganz Schlimmen, sozusagen der IS unter der Lügenpresse, den armen Gauland reingelegt und zugleich mit Folter gedroht, nämlich, dass Frauke Petry zu dem Gespräch dazukommt. Petry und Gauland, das Verhältnis zwischen Nord- und Südkorea ist vergleichsweise warmherzig. Die FAS und Gauland haben über den deutschen Fußballnationalspieler Jérome Boateng geredet, und da hat die FAS den armen alten Gauland so lange malträtiert, bis der sagte: „Die Leute finden ihn als Fußballspieler gut. Aber sie wollen einen Boateng nicht als Nachbarn haben.“

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Gauland hat dann versucht, sich zu verteidigen, und wir erzählen jetzt mal unsere Version, praktisch eine Lügenpresse-Schmähversion mit dem Hintergedanken, dass eine Leitende Oberstaatsanwältin endlich auch mal gegen uns ermittelt. Gauland hatte eigentlich nicht Boateng, sondern Loddar Matthäus gemeint und wusste außerdem gar nicht, dass Boateng dunkelhäutig ist. Als er es dann erfuhr, hat er ihn mit Roberto Blanco verwechselt. Der nahm, wie immer, gar nichts krumm, denn schließlich ist Roberto Blanco – kein Scherz, sondern Originalzitat des bayerischen Innenministers Joachim Herrmann – ein „wunderbarer Neger“. Blanco schrieb dem Gauland dann bloß in einer Mail: „Ein bisschen Spaß muss sein.“ Als dann die Sache hochkochte, wollte die AfD-Aktivistin Beatrix von Storch gut Wetter machen, entschuldigte sich bei Boateng und wies ihn darauf hin, dass er auf jeden schießen solle, der sich der Grenze (des deutschen Strafraums) nähere. Der Begriff „Elfmeterschießen“ erscheint da in neuem Licht.

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Hier kommt nun erneut Frauke Petry ins Spiel. Und da muss man wissen, dass sie gemeinsam mit ihrem neuen Lover, dem AfD-Aktivisten Marcus Pretzell, der „Bunten“ ein Interview gab. Klar, die „Bunte“ ist ja praktisch die einzige deutsche Zeitschrift, die nicht zur Lügenpresse gehört.

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In diesem Interview, kein Scherz, sagte Petry über Pretzell, sie schätze an ihm seine männliche Stärke. „Bei Marcus kann ich mich anlehnen.“ Und Pretzell sagte über Petry, sie sei mädchenhaft und zart. Petry wusste von Anfang an, dass Boateng dunkelhäutig ist. Auch um ihrem Intimfeind Gauland eine reinzudrücken, lobte Petry deshalb auch Boatengs männliche Stärke. „Bei Jérome kann ich mich anlehnen.“ Als Loddar Matthäus davon hörte, sagte er: „Ein Loddar Matthäus sucht sich schon selbst aus, welche Frau sich an seinen Porsche anlehnen darf.“ Frauke Petry sei ihm zu alt.

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Gauland sagte, Deutschland sei 1954 auch ohne einen einzigen dunkelhäutigen Spieler Weltmeister geworden. Der AfD-Aktivist Björn Höcke betonte, eigentlich sollten Dunkelhäutige für Deutschland nur spielen dürfen, wenn sie zusicherten, sich nicht für blonde deutsche Frauen zu interessieren. Gauland gab zu bedenken, er habe gehört, dunkelhäutige deutsche Frauen seien heutzutage auch manchmal blond. Das animierte Pretzell zu der Aussage, so was sei ihm egal, Hauptsache, Frauen seien mädchenhaft und zart. Woraufhin sich Frauke Petry und Beatrix von Storch auf die Sprachregelung verständigten, man dürfe, wenn Pretzell seine Grenzen nicht kenne, auf ihn schießen, natürlich nur als ultima ratio in Ausübung eines kollektiven Notwehrrechts. Soweit unsere Version mit dem finalen Fazit über Gauland: Wir finden Leute wie ihn als Politiker Scheiße und wollen einen Gauland schon gar nicht als Nachbarn haben.

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Bei „mädchenhaft und zart“ kommt uns Sahra Wagenknecht in den Sinn. Beim Linken-Parteitag hat ihr ein Idiot eine Torte ins Gesicht geworfen. Alte Weisheit: Einen schönen Menschen entstellt nichts. Im Gegenteil. Der wunderbare Haaransatz: süß. Puderzucker am Näschen. Die kleinen Grübchen: erste Sahne. Der Teint einmal mehr: butterzart. Okay, sie ist Kommunistin. Aber sie kann, kein Scherz, Goethes „Faust“ auswendig. Das macht sie angesichts der herannahenden EM gerade für Fußballfans sympathisch: „Hier steh‘ ich nun, ich armes Tor//und bin so klug als wie zuvor.“