Lizenz zum Lallen

Donald Trump trifft Papst Franziskus. Foto: dpa

Donald Trump startete zu seiner ersten großen Auslandsreise. Viele Amerikaner waren traurig. Er hatte nämlich versprochen, wieder zurück zu kommen. Dann geschahen...

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. Blondie on Tour. Gott steh' uns bei. Nahost. Nicht dementiert sind Gerüchte, Trump habe gezögert, dahin zu fahren, weil er überraschend erfuhr, dass Jesus von Nazareth kein gebürtiger Amerikaner war. Trouble gab es auch vor dem Vatikan-Besuch. Der Papst hatte die Unverschämtheit besessen, Trump in dessen so genanntem Wahlkampf, bei Insidern unter „Liebesgrüße aus Moskau“ bekannt, zu kritisieren. Trumps Leute haben dem Präsidenten dann erklärt, der Papst sei auch Amerikaner. Südamerikaner, aber immerhin.

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Herzzerreißende Bilder von Trump an der Klagemauer in Jerusalem. Allerdings sieht man deutlich, dass es Probleme mit der Kippa gab, wegen der Frisur. Trump brachte einen Bitt-Zettel mit zur Mauer. Böse Zungen behaupten, darauf habe gestanden: „Warum steht das verdammte Ding nicht an der Grenze zu Mexiko?“ Noch bösere Zungen behaupten, Trump habe keinen Platz in der Mauer gefunden, um seinen Zettel reinzustecken, weil alles schon mit Millionen Zetteln von Menschen aus aller Welt gefüllt war, und auf allen Zetteln stand: „Hoffentlich bleibt uns der peinliche Typ vom Hals!“

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Erste Höhepunkte. Die First Lady habe ihrem Angetrauten sowohl in Tel Aviv als auch in Rom ihr Patschehändchen verweigert, als er danach griff, schreibt „Spiegel Online“ und lässt es krachen mit der Zwischenüberschrift „Irrfahrt zu Melanias Hinterteil“, sodass wir wie von selbst an den großen Philosophen Helmut Kohl denken: Entscheidend ist, was hinten rauskommt. Ja.

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Trumps „einsame Rechte“ habe schließlich „herabgebaumelt“. Nun, wir enthalten uns an dieser Stelle jedweder weiteren Phantasie und empfehlen die alten Bordmittel: eigenes Navi – eine Art Backup, sowie den Rat: Harry, lies ihm seine Linke vor. Wenn schon nicht die Rechte....Ansonsten gehen wir davon aus, dass die Trumps einen Ehevertrag haben. Vielleicht kostet Händchenhalten extra, und Donald war mit dem Honorar im Verzug.

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Schon nach Trumps Treffen mit dem Papst hatten wir uns Sorgen gemacht: Hat der Präsident die Lizenz zum Lallen? „Er hat etwas. Er ist wirklich gut“, so beurteilte Trump den Heiligen Vater. Ein Wunder, dass er nicht „geiler Typ“ getwittert hat. In Brüssel ruft Trump zum „Kampf gegen Terrorismus und Zuwanderung“ auf. Ganz großes Kino, einfach Wahnsinn. Er heult sich aus: Die Deutschen seien „bad, very bad“ – „bad“, zu Deutsch „das Bad“, und „very“, eigentlich „sehr“, hier aber womöglich im Sinne von heiß. Ergo: zu heiß gebadet. Hätte Sinn gemacht, allerdings nur mit Blick auf den Absender der Worte. Ansonsten erinnert uns „bad, very bad“ in puncto Stammel-Faktor an das Lied „Wadde hadde dudde da?“, mit dem Stefan Raab im Jahr 2000 beim Eurovision Song Contest den 5. Platz errang – das waren halt noch Zeiten. Nur, dass Stefan Raab hernach nicht US-Präsident wurde.

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Harter Übergang jetzt. SPD-Programm, eindeutig unvollendet und deshalb interpretationsbedürftig. Steue.., Steuerknüppel? Rent.., Rentier? Rentiert sich Rente? Entlassungen, Quatsch: Entlastungen, (oder doch Entlassungen? Im Willy-Brandt-Haus?), Gerechtigk..., Mehr? Oder: mehr oder weniger? Splitting, Ehefrauen-Splitting..., gesplittete Ehefrauen?? Quatsch. Oppermaus....äähh, Oppermann, Schulze, oder wie heißt der andere, Schulz? Okay, aber nicht Willi Schulz vom WM-Finale 1966 in Wembley. Wichtig: Bar..., nein, keine Nacht-Bar, auch nicht Barracuda, sondern Barley. Mmhh, da googeln wir und finden: „Unglaublich fruchtig, weiche, reife Stachelbeeren, süße rote Äpfel, dunkle Pflaumen und Datteln, malzig mit einer angenehmen Süße von Honig, fruchtig-wärmend im Abgang“.

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Hoppla, da sind wir doch gar nicht auf der SPD-Homepage, sondern bei „Bruichladdich Islay Barley 2009, 50 % vol. 0,7 l“. Es handelt sich also um Single Malt Whisky und nicht um die SPD-Generalsekretärin Katarina Barley, und da kann dann von 50 % ohnehin keine Rede sein. Liebe SPD, vergesst den ganzen Quatsch mit dem bisherigen Wahlkampf. Ihr habt noch eine Chance, die letzte, neuer Slogan: „Willy wählen“. Die alten Bilder wären auch okay.