Lasagne heißt: Auf! Lauf!

Man ist ja heutzutage fast schon froh, wenn Lebensmittel nur wegen Kunststoffpartikeln zurückgerufen werden. Plagiate überall. Auch bei blonden Sängerinnen.

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. Es vibriert sozusagen noch immer in uns nach. Wir entnehmen der wunderbaren Tageszeitung "Die Welt": Zehn Prozent Eisen enthalten die Überbleibsel des Meteoriten, der kürzlich in der Region Tscheljabinsk explodierte. Forscher wiesen überdies das Mineral Olivin nach, nicht zu verwechseln mit einer gesunden Ölsorte und einem Nasenspray, ferner Sulfite, nicht zu verwechseln mit einem Anti-Schuppen-Schampoo. Spuren von Rindfleisch wurden aber nicht entdeckt. * Wir beginnen, starr vor Entsetzen, die Nachricht der Deutschen Presse-Agentur zu lesen: "Die Firma Wilhelm Brandenburg ruft den Artikel Supp‘n Roll Chili con Carne, Mindesthaltbarkeitsdatum 7.3. bis 12.3., zurück. In dem betroffenen Produkt wurden vereinzelt..."Na? Naa?? Naaaa???? Jaaaa! Jubel!!!! "...Kunststoffpartikel festgestellt." Aufatmen. Mensch, nur Kunststoffpartikel! Aber wahrscheinlich von einem Plastikspielzeugpferd. Übrigens: Supp‘n Roll - Elvis lebt. * Dabei hatte die World Anti Doping Agency "WADA" schon erwogen, Lance Armstrong, diesen bis aufs Blut gequälten Ehren-Pariser, zu rehabilitieren und ihm den internationalen Blutwurstorden "Pour Le Plunz" zu verleihen. Aber dann fanden die Dopingfahnder heraus, dass Armstrong bei den meisten Berg-Etappen Pappkartons mit Fertig-Lasagne unter seinem Fahrradsattel weichgeritten hat, nach dem Vorbild der Sioux-Indianer. * Dabei fragen wir uns: Was haben die bloß alle mit Lasagne? Es sei ein "Auflauf", entnehmen wir Wikipedia. Na gut. Es gibt dauernd irgendwelche Aufläufe, wegen Strompreiserhöhungen, Homosexuellen-Adoptionen, Justin Bieber, schwangeren Prinzessinnen. Und immer ist dann die Frage, wer wen auflaufen lässt. Zum Beispiel: Lässt Jupp Heynckes mal wieder Mario Gomez auflaufen, oder umgekehrt? Bei unseren Recherchen stießen wir bei "www.for-me-online.de" auf "Lasagne - 80 raffinierte Rezepte". Neuer Schock: raffiniert, Raffinerie - jetzt auch Benzin in der Lasagne? Wenn, dann hoffentlich wenigstens super. * Sodann lesen wir: "Eine herrlich duftende Lasagne ist nicht nur ein wahrer Gaumenschmaus, sondern sorgt auch für jede Menge Vielfalt auf dem Teller." Vielfalt, nun ja, so kann man das auch nennen. Ein wenig irritiert hat uns die Werbung neben dem Text: "Fairy Ultra Konzentrat, Granatapfel, verbesserte Fettlösekraft selbst in kaltem Wasser". Fettlösekraft deutet wieder auf raffiniertes Benzin hin. * Erneut nehmen wir die Zeitung "Die Welt" zur Hand, Sie merken schon, verehrte Leserinnen und Leser und vor allem: liebe Regenbogenfamilien, wir haben gerade unsere konservative Woche. Wir lesen: "Bei einer Restaurant-Stichprobe in Sachsen-Anhalt deckte das ZDF-Magazin Wiso auf, dass von 19 als Seezunge deklarierten Fischgerichten nur vier auch tatsächlich Seezunge enthielten." Nun, sagen wir, bei den anderen 15 handelte es sich wahrscheinlich um gut erhaltene Überreste von Tiefkühl-Pizza, die Luca Brasi bei sich hatte, als er gezwungenermaßen bei den Fischen schlief. Und da wollten sich die Seezungen nicht vorwerfen lassen, sie redeten mit gespaltener Zunge, und sie ernannten die Tiefkühl-Pizza zu "Fisch ehrenhalber", daher kommt übrigens der Ausdruck "fishing for compliments". * Ferner habe Wiso festgestellt, dass unter der Bezeichnung "Heilbutt" nicht immer wie vorgeschrieben der weiße Heilbutt verkauft werde. Na, sagen wir da, wenn stattdessen nicht der weiße Hai verkauft wurde, sind wir ja schon mal froh. Wir vermuten aber, dass anstatt des weißen Heilbutts kostengünstige Taschenbuchausgaben von "Der Butt" (Günter Grass) verkauft wurden. * Nicht zuletzt lesen wir die Warnung, dass es bei der Angabe "hausgemacht" großes Betrugspotenzial gebe, etwa bei "Omas Gulaschsuppe". Das leuchtet ein, denn damit könnte zum Beispiel ein Haltbarkeitsdatum wie "31.3.1965" kaschiert worden sein. * In dem Song der Band Cascada, der die deutsche - Achtung, problematisches Wort: "Vorausscheidung" zum Gran Brüh Eurovision Chamsom gewann, sollen sich Reste von Abba, Beatles, Gildo Horn und Ludwig van Beethoven befunden haben. Allerdings kein Rindfleisch. Ach, Leute, überall immer nur noch Plagiate. Bei der Cascada-Sängerin Natalie Horler soll es sich in Wahrheit um die Vorsitzende des schwedischen (blond!) Ringerinnen-Verbands handeln, die wild entschlossen ist, alle IOC-Mitglieder, die Ringen aus dem olympischen Programm werfen wollen, aufs Kreuz zu legen, griechisch-römisch und Freistil gleichzeitig. Wenn sie das schafft, bekommt sie angeblich bei Weight Watchers einen Vertrag und geht künftig gemeinsam mit unserem Umweltminister Peter, the Body-Mass-Index Altmaier, als Duo unter dem Künstlernamen "Les Lasagne-Cascadeurs" auf die Matte. * Damit wir die Münchner Kollegen/Innen nicht im Föhn stehen lassen, noch ein Blick in die "Süddeutsche Zeitung": "Die Fifa verkündet, bei der WM 2014 erstmals Torlinientechnik einzusetzen", lesen wir. Nun, Torlinientechnik ist wahrscheinlich auch ein Plagiat und heißt in Wahrheit wohl Tortellini-Technik, womit wir fast wieder bei Lasagne sind. Im Gespräch ist: ein Chip im Ball, wobei das natürlich keine Fertiggerichte-Chips sein dürfen, sonst finden sich da wieder Reste von Tiefkühl-Pizza, was dazu führen würde, dass Italien illegalerweise jedes Spiel gewinnt. Und jetzt dämmert‘s uns: 1966 beim Finale in Wembley haben verfaulte Fish & Chips im Ball eine solche Aura verströmt, dass der sturzbetrunkene sowjetische Linienrichter den Eindruck bekam, der Ball sei hinter der Linie. Aber natürlich war das Tor nicht drin.