Jogi muss noch schnell zum Geldautomaten

Hoffnungsträger fürs Geldgeschäft: Jogi Löw als Werbeträger. Archivfoto: dpa

Allüberall Aufbruchstimmung. Hoffentlich kommt Putin jetzt nicht auf die Idee, auch noch Mecklenburg-Vorpommern zu annektieren.

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. Wahrscheinlich hätte man die Sache mit Putin doch nach der guten alten Methode lösen sollen: Klitschko fährt hin und haut ihm aufs Maul. Jetzt aber könnte es passieren, dass die Ukraine ziemlich in die Röhre guckt, in die Gasröhre, wenn die Bolschewisten den Hahn zudrehen. Aber offenbar, so entnehmen wir der Wirtschaftspresse, gibt es in den großen weiten Leitungsnetzen den einen oder anderen Kniff. Ähnlich wie bei dem Mann, der die 100 Meter in 7 Sekunden lief: Er kannte eine Abkürzung. Das von Russland an Deutschland gelieferte Gas könnte ja von Deutschland aus in die Ukraine fließen. Falls Putin jetzt aber auch noch Mecklenburg-Vorpommern annektieren will, bekommt er es mit von der Leyen zu tun, U-Boot-Ursula, wie wir sie nennen, und da wäre Putin dann im Zweifel sogar eine Ringschlacht gegen Klitschko lieber.

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Merkwürdige Gestalten, Kapuzenpullover tief ins Gesicht gezogen, streunen in der Nähe der Commerzbank (COBA) herum. Überfallkommando alarmieren? Weit gefehlt. Wir lesen auf www.wuv.de/marketing: "Warum die Commerzbank jetzt mit Jogi Löw wirbt." Weil Uli Hoeneß ihm nicht verraten hat, wie man das mit Schweizer Banken viel cooler machen kann? Scherz beiseite. Es gibt einen Werbespot, Jogi und seine wilde Truppe rennen in grauen Kapuzenpullis, Hoodies genannt, herum. Warum? "Den Anfang machte die joggende Filialleiterin Lena Kuske in ihrem grauen Hoodie", schreibt wuv. Wir erinnern uns an die Fernsehwerbung: COBA-Filialdirektorin Lena Kuske rennt an Banktürmen vorbei, quasi die Lady Gaga der Geldautomaten, und brabbelt vor sich hin: "Zuhause alles in Ordnung? Bügeleisen ausgeschaltet, Schwarzgeld unter der Matratze versteckt?"....Kleiner Scherz. Am Ende des Spots hat sie sich dann was Anständiges angezogen. Mensch, dass man das den jungen Frauen auch immer sagen muss: Komm, zieh‘ Dir endlich was an! Die Frage, die sich aufdrängt: Hat Lena zwischendurch geduscht? Und wo? Haben Kunden unter dem Gesichtspunkt der neuen Banken-Transparenz Anspruch darauf, das zu erfahren?

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Der Kapuzenpulli sei zum "ikonischen Merkmal geworden", so wuv. Wie gesagt: Fachbegriff Hoodie. Gerne auch in den Hollywood-VersionenHoodie Allen, Der weiße Hoodie und nicht zuletzt Ben Hoodie. Bei Wikipedia lesen wir: Die Variante mit Reißverschluss wird "Full Zip Sweatshirt" genannt. Wie meinen? Nein, nicht Full Metal Jacket! Sie merken schon: Wir mögen Lena Kuske nicht besonders. Das hat mit Folgendem zu tun. Kein Scherz. Wir verloren unsere Commerzbank-Kreditkarte, ließen sie ordnungsgemäß sperren und beantragten eine neue. Aber Lena Kuske, respektive ihre Bank, teilte uns trotz zehnjähriger schuldenfreier Kooperation mit, wir bekommen keine neue, weil wir unser Gehaltskonto nicht bei der Commerzbank haben. Unsere Sparkasse lachte sich halb tot, als sie das hörte, und gab uns sofort eine von ihren Kreditkarten, für die halben Gebühren. Vielleicht hatte sich Lena Kuske einfach die Kapuze ein bisschen zu weit über die Ohren gezogen.

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Kann also tückisch sein, so eine Kapuze. Wobei es nicht zutrifft, dass sich Lukas Podolski künftig eine Kapuze besonders tief ins Gesicht ziehen möchte, damit er im Strafraum vom Gegner nicht erkannt wird. Nach der Kapuze sind, kein Scherz, auch die Kapuzinermönche benannt, geprägt, so lesen wir, durch ihr kontemplatives Gebetsleben - also definitiv nicht das, was Per Mertesacker und Philipp Lahm mit angreifenden Gegnern so anstellen. Lahm muss sowieso aufpassen mit Kapuze, sonst sieht man ihn überhaupt nicht mehr. Die Nähe zu Kranken zeichne Kapuziner aus, da haben wir dann eine deutliche Parallele zum Fußball, haben doch Mannschaften wie Bayer Leverkusen schon eine eigene Medikamentenfirma gegründet.

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Wir lasen neulich schon in der wunderbaren Frankfurter Rundschau, dass die Commerzbank bei der Betreuung ihrer Kunden in den Filialen ein "neues Bankzeitalter" einleiten wolle: mit Sofaecke und Kaffee. Johannes Kube, Regionalleiter, wird so zitiert: "Wenn Mitarbeiter unsicher sind wegen des neuen Konzepts, dann frage ich: ‚Wann hast Du Deine letzte Party gemacht, was hast Du als Gastgeber getan?‘" Wir sagen:Du hast Breidenbachs Kreditkarte aus Euren Büchern eliminiert, mit der er früher immer das Futter seines Katers Bébé bezahlte. Unverzeihlich. Deshalb kommt jetzt nicht Jogi Löw, sondern als Strafe Per Mertesacker zur Commerzbank-Party und tut das, was er am besten kann: abräumen, vor allem Flaschen und trübe Tassen.