Ivanschitz und der "letzte große Vertrag"

Andreas Ivanschitz - die perfekte Zehn? Foto: Sascha Kopp

Ivanschitz for Mainz 05: Geht es nach FSV-Trainer Thomas Tuchel, hat der Österreicher das "Zehner-Casting" gewonnen, noch ehe es ausgerufen wurde.

Anzeige

. Von Ulrich Gerecke

Die Personalie nimmt, um es mit den Worten von Thomas Tuchel zu sagen, "langsam Fahrt auf". Und der Coach des FSV Mainz 05 hat sich offenbar festgelegt, dass er Andreas Ivanschitz auch nach dem 30. Juni zu seinen "Schutzbefohlenen" zählen würde. Ohne es direkt auszusprechen, macht der Coach klar: Ivanschitz spielt immer, das Trainerteam fühle sich mit dem Österreicher auf dem Platz wohler in seiner Haut als ohne, und Tuchel veranstaltet kein "Zehner-Casting", weil er allen hoffnungsvollen Bewerbern den Laufpass geben müsste, sobald Ivanschitz sich entscheidet zu verlängern.

Dass weder Tuchel, der nach eigenen Angaben "keine einzige Zahl aus einem Spielervertrag" kennt, noch Manager Christian Heidel über das Thema derzeit groß reden mag, hat nichts mit Gleichgültigkeit zu tun. Und es heißt schon gleich gar nicht, dass sie ohne den 29-Jährigen planen. Beide wissen, dass der Aufbau einer Druckkulisse bei Ivanschitz eher kontraproduktiv wäre. Für den großen Strippenzieher auf dem Platz geht es um das, was man im Fachjargon gern den "letzten großen Vertrag " nennt. Außerdem hat er zum ersten Mal in seiner Karriere eine richtige Wahlmöglichkeit, und durch den Hinterkopf spukt der Tram von der amerikanischen Major League Soccer. Da kann man schon einmal ins Grübeln kommen.

Deshalb gehen Tuchel und Heidel die "Causa" Ivanschitz mit einer gesunden Mischung aus Gelassenheit und breiter Brust an. "Wir sind selbstbewusst genug zu wissen, dass wir ihm auch etwas zu bieten haben", betont der Trainer. Man stehe in ständigem Austausch - alles sei gut. Und so lange Ivanschitz in diesem Zustand weiter entscheidende Tore schießt (wie am Samstag gegen Leverkusen), gibt es für den Klub auch keinen Grund für übertriebene Eile am Verhandlungstisch.