I ♥ my Gummistiefel

Die Gummistiefel. Foto: Marta Thor

Block und Stift griffbereit, die Kamera im Anschlag, Tempos in der Jackentasche und Regenschirm allzeit zur Hand - ohne all diese Utensilien geht kein angehender, und wohl auch...

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. Von Marta Thor

Unter all die Dinge, die für einen Volontär unerlässlich sind, zähle ich auch Gummistiefel. Jawohl, dieses unhandliche und zumeist wenig dekorative Schuhwerk hat sich nämlich nach nur wenigen Wochen in den Lokalredaktionen als überlebensnotwendig herausgestellt.

Was für die einen der Kaffee oder die stündliche Nikotinzufuhr ist, ohne die der Alltag in der Redaktion so gar nicht klappen möchte, das sind für mich eben die Gummistiefel. Schon ein erster Termin mit einem Forstamtsleiter stellte sich als trügerisch heraus. Gefordert war zwar ausdrücklich "festes Schuhwerk", doch nachdem morgens die Sonne und ein blitzblauer Himmel um die Wette strahlten, ignorierte ich den gut gemeinten Rat des Wald-Experten und meiner Redaktionskollegen und nahm lediglich bequeme Turnschuhe und einen leichten Pullover mit. Denkste, dachte sich der Wettergott dann diebisch grinsend und strafte mich mit schweren Gewittern und Dauerregen.

Stundenlang durch den Wald gestapft

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Und so stapfte ich schließlich stundenlang durch den Wald und war von oben bis unten komplett durchnässt. Der Schirm - wertlos, angesichts der Windböen und der unangenehmen Nässe von links, rechts, oben und vor allem unten… Stift und Block? Völlig durchnässt und unbrauchbar. Die Kamera? Beschlagen. Die Tempos? Aufgeweicht. Neidisch und vor Kälte schlotternd blickte ich auf die olivgrünen Gummistiefel meines Expeditionsleiters. Ach, hätte ich doch nur auf ihn gehört… Beim nächsten Waldtermin standen Gummistiefel ganz oben auf der Liste. Und selbst als die Sonne strahlte, ich mit festen, knöchelhohen Lederschuhen durch den Wald stiefelte, wusste ich genau, dass der richtige Moment für ihren Einsatz noch kommen würde. Und er kam.

Dankbar und trocken watete ich dann knöcheltief im Morast. Und nur wenige Wochen später verschlug es mich bei Wind und Wetter an einen nässenden Deich, in einen matschigen Stadtwald oder einfach nur zum Pilze suchen in den Wald. Die Gummistiefel stehen seitdem immer einsatzbereit im Auto. Man weiß ja nie... Denn eines ist mir durch diese Erfahrungen klar geworden: Ohne Gummistiefel geht es nicht.