Hasta la vista, Blatter

Acht-Jahres-Sperre: Der Stuhl von Sepp Blatter ist verwaist. Foto: dpa

Acht Jahre Sperre haben sie dem Sepp aufgebrummt. Manchmal siegt auf Erden doch das Gute. Allerdings: Wie es bei der Bahn weitergeht, steht in den Sternen.

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. „I‘ll be back“, hat der Blatter Sepp gesagt, als sie ihm acht Jahre Sperre aufgebrummt haben. Klar doch. In acht Jahren ist er 87 und wird wieder WM‘s verscherbeln. „I‘ll be back“ stammt aus den „Terminator“-Filmen, wie „Hasta la vista, Baby.“ Und so wird klar, warum Blatter am Montag mit einem Pflaster unter dem Auge dahergekommen ist. Beim „Terminator“ ist es nämlich so, dass unter der Haut von Arnie Schwarzenegger erst der gute Kern kommt, nämlich die Metall- und Maschinenteile. Und im Film ist dann manchmal das halbe Gesicht freigelegt und offen wie nach einer misslungenen Botox-Behandlung, und ein Auge hängt metall-maschinenmäßig irgendwie im Gesicht und leuchtet. Wir vermuten, der Blatter Sepp wollte irgendwas in der Art abziehen zur Untermalung seines „I‘ll be back“-Spruchs. Zumal er bislang mit der Methode „wir drücken mal ein Auge zu“ erfolgreich war. Jetzt hat es dann aber offenbar doch ein bisschen wehgetan und nur für einen Ritz gereicht. Und dann hat der Sepp einfach ein Pflaster drauf geklebt, eine Variante seiner Philosophie „Schwamm drüber“: Pflaster drauf. Damit sind Gerüchte vom Tisch, das Pflaster sei, weil die Sache mit den acht Jahren voll ins Auge ging.

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A propos. Die Bahn ist völlig verzweifelt. Keine meterhohen Schneeverwehungen, keine eingefrorenen Weichen, keine Blockade-Elche auf den Gleisen, keine bibbernden Fahrgäste, die sich aus Verzweiflung Glühwein über die Füße schütten. Das komplette Aus für die Ausreden. Deshalb hat die Bahn, kein Scherz, das Projekt „Zukunft Bahn“ verkündet. Unglaublich originell. Schon ab 2016: „verbesserte Reiseinformationen durch genauere Verspätungs- und Anschlussprognosen“. PROGNOSEN?! „Achtung, Mainzer Hauptbahnhof, Bahnsteig Vier. Hier spricht eure verbesserte Reiseinformation. Das Wetter in München ist super. Aber ihr werdet nichts mehr davon haben, ihr Pappnasen. Euer ICE ist nämlich zu spät. Wie viel? Woher sollen w i r das wissen? Sind wir hier die Bahn oder Jesus? Aber unsere neue Mitarbeiterin Suleika wirft gerade einen Blick in ihre Glaskugel. Später mehr. Tschüssikowski. We‘ll be back. Und immer schön sauber bleiben am Bahnsteig, nehmt nix Fremdes von Süßen, oder umgekehrt. Oder macht doch, was ihr wollt.“

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Die „Gütegemeinschaft Kerzen“ lässt uns nie im Stich und ist uns deshalb sehr ans Herz gewachsen, sozusagen unsere Stichflamme. Schon jetzt bekamen wir eine Mail zum Thema Silvesterbräuche. Da heißt es: „Schwein gehabt? Das Schwein gilt als absolute Nummer Eins im Glücksgeschäft. Speisen mit Schweinefleisch am Neujahrstag sollen Glück bringen!“ Wir sagen: Nun ja, den armen Schweinen eher weniger. Ferner: „Glücksbringer: Hier reicht die Palette vom traditionellen Cent bis zur Schuppe des Neujahrskarpfens im Portemonnaie.“ Wir sagen: Wir setzen eher auf den traditionslosen Fünfhunni. Bei den Schuppen stimmen wir zu: Lieber die vom Karpfen im Portemonnaie als die eigenen auf dem Anzug. Und weiter geht das wilde Feuerwerk. „In Italien und Spanien helfen die Damen ihrem Glück mit roten Dessous, die sie an Silvester tragen, auf die Sprünge.“

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„Schaaatz, ja is‘ denn heut‘ schon wieder Silvester?“

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Hallo!? Ganz schön kess, verehrte Gütegemeinschaft Kerzen! Italien? Habt ihr etwa die geheimnisumwitterten Bunga-Bunga-Teelichter im Angebot?

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Und noch ein Hinweis der Gütegemeinschaft Kerzen: Statt Bleigießen lieber... Nein, nicht Hinter-die-Binde-Gießen! Leute! Also: statt Bleigießen lieber Kerzen-Gießen. Heißt: Übrig gebliebene Kerzenreste werden geschmolzen, „die dabei entstehenden Wachsfiguren dürfen mit viel Phantasie interpretiert werden.“ Insider sprechen auch vom Wachsfigurenkabinett. Allerdings haben sich schon viele Regierungschefs und -chefinnen vergeblich am Interpretieren versucht und haben dann lieber gleich in der Geisterbahn rekrutiert.

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Und noch ein Silvesterknaller: „Die originellste Art, sich von den Altlasten des letzten Jahres zu trennen, haben die Argentinier: unangenehmen Papierkram schreddern sie, werfen ihn aus dem Fenster und sorgen so für Ordnung zum Jahresbeginn.“ Gut. Wir kennen das nicht von den Argentiniern, aber von der Europäischen Zentralbank (EZB). Die machen das dort nicht zu Silvester, sondern immer. Sie nennen es Geldpolitik. Der Präsident, Mario Draghi, war früher bei Goldman Sachs und ist Italiener. Ob seine Frau zu Silvester rote Dessous trägt, ist nicht überliefert.