Gewappnet gegen Déjà-vu

Die Mainzer Nicolai Müller (rechts) und Eric Maxim Choupo-Moting (Mitte) rennen sich beim Hinspiel im September 2013 gegenseitig über den Haufen. Bayer-Kapitän Simon Rolfes muss nur zuschauen. Archivfoto: Sascha Kopp

In Mainz ist die Fußball-Welt vor dem Gastspiel in Leverkusen in Ordnung. Was für ein Kontrast zur Hinrunde, als die beiden Heimpleiten gegen S 04 (0:1) und Bayer 04 (1:4)...

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. In Mainz ist die Fußball-Welt derzeit in Ordnung. Die erste Etappe des "05-zu-Gast-beim-Champions-League-Teilnehmer"-Doppelpacks wurde beim 0:0 auf Schalke bravourös gemeistert, die Vorzeichen für den nun anstehenden Auftritt bei den formschwach durch die Bundesliga wackelnden Leverkusenern günstig.

Was für ein Kontrast zur Hinrunde, als die beiden Heimpleiten gegen S 04 (0:1) und Bayer 04 (1:4) einen stürmischen Mainzer Herbst einläuteten, dessen Tiefpunkte das Pokal-Aus gegen Köln und das 1:3 bei Hertha BSC markierten. Damals fehlten dem Team von Trainer Thomas Tuchel nach dessen eigener Aussage "elementare Bausteine" wie Mut, Leidenschaft und Überzeugung. Hinzu kamen die Ausfälle von Niki Zimling und Julian Baumgartlinger sowie die Formschwäche von Elkin Soto.

"Schlaglöcher" können mittlerweile gut umkurvt werden

Zumindest personell haben sich die 05er mittlerweile gegen ein Déjà-vu gewappnet. "Baumi" fehlt immer noch, Zimling stand öfters nicht im Kader, Sotos Form schwankt zumindest noch. Aber nicht erst seit der Verpflichtung von Ja-Cheol Koo und der Leistungssprünge von Yunus Malli und Benedikt Saller können die Mainzer derartige "Schlaglöcher" leichter umkurven. Insofern spricht derzeit wenig für eine Wiederholung des Einbruchs vom Oktober.

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Bei aller aktuellen Euphorie um die 05er sei dennoch an eine Aussage von Tuchel erinnert, die er unmittelbar nach dem 1:4-Desaster gegen Leverkusen in der Hinrunde getätigt hatte: "Wir haben sehr aufmerksam, sehr fleißig trainiert, wir haben ein gutes Miteinander, die Werte werden nach wie vor gelebt." Was das im Umkehrschluss bedeutet? Mainz 05 kann in der Alltagsarbeit vieles oder sogar alles richtig machen - und trotzdem gerade gegen die Branchengrößen nicht die erhofften Resultate erzielen. Dies sollte man auch für den Fall im Hinterkopf behalten, dass Bayer seine fünf Pflichtspiele währende Niederlagenserie ausgerechnet am Fastnachtssamstag gegen Mainz beendet. So etwas ist eben immer drin - aber es muss ja nicht dazu kommen.

Ulrich Gerecke