FDP auf Ecstasy?

Kim Jong-un. Foto: dpa

Jeder hat so seine Hausmittelchen. Kein Kraut gewachsen ist allerdings gegen Schuss-in-den-Ofen-Gewehre und Schreckschrauben-Helme.

Anzeige

. Die Lokomotivführer-Gewerkschaft bremst ihren Streik. Wurde unser guter alter Weselsky aus der Bahn geworfen? * Es gibt jetzt Bestrebungen in der EU, dass Schiffe, auf denen Schleuser Flüchtlinge nach Europa bringen, versenkt werden sollen. Zwei gute Nachrichten dabei: Erstens sollen die Boote erst versenkt werden, wenn niemand mehr drauf ist. Zweitens: Es soll offenbar Bedenken dagegen geben, dass bei solchen Aktionen das berühmte sogenannte Sturmgewehr der Bundeswehr G 36 zum Einsatz kommt. Denn: Bei der bekannten Treffergenauigkeit des G36 wäre nicht auszuschließen, dass Geschosse, die, sagen wir mal: im Mittelmeer Richtung Libyen abgefeuert werden, ein bisschen abdriften und im Iran einschlagen. Was sicher zu diplomatischen Verwicklungen führen würde. Zweitens: Der sogenannte Marinehubschrauber MH90 der Bundesmarine wird nicht zum Einsatz kommen. Böse Zungen behaupten, er sei kürzlich ertrunken. * Schon kursieren Gerüchte, unser aller Kanzlerin wolle einen neuen Verteidigungsminister berufen: den Schauspieler Jürgen Prochnow, der den U-Boot-Kommandanten "Der Alte" in "Das Boot" spielte. Schließlich hatten die Amis mit Ronald Reagan und Arnold Schwarzenegger zweimal Glück mit solchen Nummern. * An Tagen wie diesen, da der 1. FC Kaiserslautern leider Gottes vermutlich schon wieder nicht in die Bundesliga aufsteigt, kommt uns der Satz des großen Philosophen Andreas Brehme, Weltmeister von 1990, in den Sinn: "Hast Du Scheiße am Fuß, hast Du Scheiße am Fuß." "Schrauben locker bei der Bundeswehr", lesen wir nämlich bei "Spiegel Online" unter Verweis auf eine Bundeswehrmeldung. In der heißt es wörtlich: "Während regelmäßiger Untersuchungen der Standard-Gefechtshelme (Typ: Gefechtshelm allgemein) wurde festgestellt, dass bestimmte Helme mit Halteschrauben für den Innenausbau ausgerüstet sind, die keine ausreichende Splitterfestigkeit aufweisen." Das würde bedeuten: Wenn das G 36 auf die eigenen Leute schießt, hätten die nicht mal einen anständigen Helm. Schade, weil sich der Stahlhelm eigentlich großer Beliebtheit unter Soldaten erfreut und zum Beispiel zu unserer Zeit den liebevollen Spitznamen "der Knitterfreie" trug. "Innenausbau", okay, Ikea, lebst du noch oder schießt du schon? Stutzig macht uns die Formulierung "Gefechtshelm allgemein". Das deutet darauf hin, dass es auch allgemeinere und sogar allergemeinste Helme gibt, womöglich mit gar keinen Schrauben, trotz Ikea. Auch der Begriff "Standard-Gefechtshelm" fällt uns auf. Gibt es etwa auch einen Lateinamerika-Gefechtshelm, so, wie es beim Tanzen "Standard" und "Lateinamerikanisch" gibt? Und: Ist das nicht ein bisschen blöd, tanzen mit Helm? * Zur Abwechslung mal was Nettes. Der FC Ingolstadt 04 ist in die erste Fußballbundesliga aufgestiegen. Das ist natürlich kein Zufall, denn in Ingolstadt wurde der bayerische Ministerpräsident Seehofer geboren, Magic Horst, wie wir ihn nennen. Da muss eine Stadt einfach nach oben. Gespielt wird im neugebauten Audi-Sportpark. Gaudi//mit Audi. Am 21. Mai 2011 fand im Audi-Sportpark ein Spiel zwischen den Fußball-Frauennationalmannschaften von Deutschland und Nordkorea (!) statt. Unklar ist, ob Magic Horst da seine Finger im Spiel hatte, womöglich, weil er, wie in den 70er Jahren Richard Nixon mit seiner Pingpong-Diplomatie (Tischtennis-Länderkämpfe zur Annäherung zwischen USA und China) außenpolitische Fähigkeiten unter Beweis stellen wollte. Im Hinblick auf auswärtige und aushäusige Damen ist der Horst ja ohnehin immer schwer auf Zack. Die Nordkoreanerinnen verloren das oben angesprochene Länderspiel übrigens mit 0:2. Trotzdem wurden, zumindest nach allem, was man weiß, weder Trainer noch Funktionäre hingerichtet. Sonst sind sie da nicht so zurückhaltend in Nordkorea. Der große Führer Kim Jong-un, der aussieht wie ein Mops auf Ecstasy, ließ zum Beispiel 2013 - kein Scherz - seinen Onkel Jang Song-thaek hinrichten. Also praktisch das Gegenteil von Vetternwirtschaft. * Bei der Frauen-WM 2011 in Deutschland lief es für die nordkoreanischen Fußballerinnen auch nicht gut. Sie verließen, nachzulesen in der Frankfurter Rundschau vom 8. Juli 2011, von Düsseldorf aus fluchtartig das Land, weil sie wegen Dopings erwischt worden waren. Vielleicht sollte es sich die FDP also doch noch mal überlegen, ob sie - am Morgen ein Joint//und der Tag ist dein Froind - eine Cannabis-Freigabe fordert, wie vergangene Woche beim Parteitag.