Faxen unterm Tannenbaum

Kugeln am Weihnachtsbaum. Foto: dpa

In der Weihnachtszeit eskalieren die Lichter bisweilen. Und nicht immer erfüllt sich die Hoffnung, dass sich wenigstens die eine oder andere große Leuchte hervortut. A propos....

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. An welches weihnachtliche Thema denken wir beim Begriff „Bild“-Zeitung? Vielleicht für unsere Frankfurter Fußballfans: „Lasst uns frooho uhund munter sein//und uns reehecht vohon Herzen freun//Lustig, lustig, traleralera//Heut‘ ist die Eintracht mit dem Hammer wieder da...“ Nein, sondern, am letzten Dienstag: „Ratgeber für den perfekten Weihnachtsbaum“. * Erwartungsgemäß wurden dort die richtigen Fragen gestellt, aber die falschen Antworten gegeben (wie bei der Eintracht). Wir korrigieren das hier. 1.) Wie erkenne ich, dass der Baum frisch ist? Sie erkennen es, wenn er nicht mehr frisch ist. Dann fehlen jedwede Nadeln, was Ihnen allerdings Sauerei auf dem Teppich erspart. Vorsicht ist auch angeraten, wenn dem Baum eine Alkoholfahne voranweht. 2.) Kann ich meinen Baum auch online bestellen? Im Prinzip ja. Er sollte dann aber nicht größer sein als 100 Terabyte. Sie können sich ihn auch faxen lassen. Das geht genauso, als würden Sie sich, was Sie sicher schon seit Jahren tun, die Pizza zufaxen lassen, wobei der Baum den Vorteil hat, dass er im Gegensatz zur Pizza keine Fettflecken im Faxgerät hinterlässt. Wir empfehlen zum Ausdrucken alte Nadeldrucker, so genannte Tannennadeldrucker. 3.) Wie bekomme ich den Weihnachtsbaum sicher nach Hause? Online oder faxen lassen. Wenn Sie‘s auf die altmodische Tour mögen: Gehen Sie in den Wald, stecken Sie dem Baum Ihre Adresse und einen Fuffi zu, dann fährt er mit dem Taxi zu Ihnen. 4.) Wie soll ich ihn bis zum Aufstellen lagern? Am besten in Ihrem Privatwald eingraben. Falls nicht vorhanden (armer Schlucker, oder wie?), Tiefkühltruhe und in der Mikrowelle auftauen, also auch hier analog Pizza. 5.) Wann soll ich ihn aufstellen? Darüber gibt es unterschiedliche Theorien. Wir empfehlen: spätestens am 26. Dezember spätnachmittags. 6.) Wie stelle ich den Baum am besten auf? Noch ohne brennende Kerzen. 7.) Wie lange hält sich ein Weihnachtsbaum? Ewig, wenn er aus Plastik ist. Kurz, falls er abbrennt. * „Ich bekomme immer wieder Wunschzettel von Kindern eingeworfen, die denken: Da muss ja der Weihnachtsmann wohnen“, sagt Sven Berrar der „Frankfurter Rundschau“ (FR). Normalerweise würden die Kids vielleicht auch denken: Da muss einer wohnen, der nicht alle Kerzen am Baum hat. Aber: 46.000 Lämpchen und 120 Figuren hat Berrar am und um sein Haus in Völklingen angebracht. 200 Steckdosen, vier Stromkreise, externe Extra-Leitung. FR-Überschrift: „Total verrückt nach Licht“. Gut. Völklingen, das liegt im Saarland. Alles klar. Der fundierteste Aufsatz über jene Region erschien im April 1989 im Magazin der „Zeit“. Gott, so steht es da – drunter macht es so ein Magazin nicht – Gott also sei „der Ebenen müde“ gewesen. Und da habe er – so auch der Titel – „Gottes Gärtchen Saarland“ erschaffen. Vielleicht war der Autor nicht so gut drauf in jenem April 1989, denn schließlich war die deutsche Einheit noch nicht unter Dach und Fach. Oder aber der Autor war völlig euphorisch, weil er das Herannahen der deutschen Einheit schon ahnte und hoffte, auf die Tour könne man das Saarland irgendwie wieder an die Franzosen abdrücken. * Wir wissen nicht, ob Gott bei dieser angeblichen Gärtchen-Erschaffung die alte Weisheit vor Augen hatte: „Nur die Harten//kommen in den Garten“. Wir vermuten: Wenn Gott tatsächlich das Gärtchen Saarland schuf, dann hat er hinterher als Korrektiv Heinz Becker alias Gerd Dudenhöffer erschaffen, damit der zur Stelle ist, wenn Sven Berrar der FR sagt: „Wenn Weihnachten rum ist, bin ich schon wieder voller Vorfreude auf das nächste Weihnachten.“ Denn dann kennt nur Heinz Becker die angemessenen Antworten. 1.) „Oh leck.“ 2.)„Ei joh.“ 3.) „Komm, geh fort!“ * Die Deutsche Presse-Agentur teilt uns mit, dass zwischen Flensburg und dem dänischen Padborg „zwei Lokführer und ein Bahnreisender“ glaubten, einen Puma gesehen zu haben. LEUTE! Zwei Lokführer für einen einzelnen Bahnreisenden! Und dann glotzen die alle auch noch blöd in der Gegend herum! Kein Wunder, dass die Bahn 2015 laut FAZ vermutlich eine Milliarde Miese macht. Es gab dann, auch das kein Scherz, einen mehrstündigen Polizeisucheinsatz. Ohne Ergebnis. Wir vermuten, der Puma, wahrscheinlich ein sogenannter Weihnachtspuma, hatte zwischenzeitlich den Bus genommen, weil er keinen Bock auf die unpünktliche Bahn hatte. Polizeisprecherin Sandra Otte sagte allerdings, es sei dort vielleicht überhaupt kein Puma herumgelaufen. Na gut. Vielleicht war es ja nur ein Reebok. Oder ein Adidas.