Erfolg erschwert 05ern die Planung

Emil Berggreen kam schon im Winter aus Braunschweig. Wer den 05-Kader im Sommer noch verstärkt, hängt auch von der Europacup-Quali ab. Foto: dpa

Europa oder nicht Europa - das ist bei Nullfünf nun doch eine wichtige Frage, nämlich für die Kaderplanung.

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. Von Bardo Rudolf

Seine letzte Kaderplanung für den FSV Mainz 05 hätte für Manager Christian Heidel eine der einfachsten werden können. Seit mehreren Wochen schon kann sich der 52-Jährige sicher sein, dass die Rheinhessen auch in der nächsten Saison in der Bundesliga spielen werden. Dies erleichtert die Überlegung, welche Spieler in der darauf folgenden Runde das 05-Trikot tragen sollen, und die Verhandlungsbasis mit potenziellen Zugängen.

Doch nun, fünf Spieltage vor Saisonende, schwebt doch wieder ein Fragezeichen über der kommenden Runde: Qualifizieren sich die 05er für die Europa League, muss der Kader anders aufgestellt werden, als wenn die Mainzer beim internationalen Wettbewerb erneut nur Zuschauer sind.

Wichtiger Faktor Teamstruktur

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Das ist auch Trainer Martin Schmidt bewusst. 16 bis 18 Spieler seines aktuellen Teams sieht er auf höchstem Niveau. Sprich: Er kann Veränderungen in der Startelf vornehmen, ohne einen Leistungsabfall befürchten zu müssen. Als Beispiel nennt er auf der Sechser-Position Danny Latza und Fabian Frei oder auf dem Flügel Jairo, Christian Clemens und Pablo de Blasis, bei denen er nach rein taktischen Gesichtspunkten auswählt, wer in die Startelf rückt. Mehr als 16 bis 18 Spieler auf diesem Niveau dürften es aber nicht sein, betont Schmidt. „Sonst hast du ein Problem in der Teamstruktur, wenn einer, der mehr Einsätze verdient hätte, zu wenig spielt“, erklärt der Trainer.

Doch dann kommt Schmidts Einschränkung: „Teams, die im Europapokal spielen, müssen anders denken, die brauchen eine andere Kadergröße.“ Wobei auch dabei wieder die Formulierung auffällt. Denn Schmidt sagt nicht „... wenn wir nächste Saison im Europapokal spielen“. Hier fährt der Schweizer weiterhin die ganz defensive Taktik.

Falls sich also die 05er tatsächlich für den Wettbewerb qualifizieren, muss der Kader an die Mehrfach-Belastung angepasst werden. Und diese Veränderung kann Heidel oder dann sein Nachfolger Rouven Schröder erst angehen, wenn die Teilnahme feststeht oder nicht mehr möglich ist.

Würde der FSV hingegen im Tabellenmittelfeld herumdümpeln, könnten die sportlichen Chefs schon jetzt die Planung festzurren. Doch der Erfolg auf dem Platz verhindert dies. Was für den Verein trotz allem eine gute Nachricht ist.