Eier, Böller und Randale - Halloween war nicht überall Spaß

Nicht überall bliebt Halloween ein friedlicher Spaß. Foto: Swen Pförtner/dpa

Durch Erfahrungen der letzten Jahren hat die Polizei in einigen Gegenden in Deutschland zu Halloween mit Randale gerechnet. Unschöne Meldungen kommen auch aus Südhessen und Worms.

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REGION. Fantasievolle Kostüme, nächtliche Feiern, aber auch einige Ausschreitungen hat es in der Halloween-Nacht in manchen Teilen Deutschlands gegeben. Die Polizeidienststellen meldeten in der Nacht zu Montag mancherorts Ruhestörungen, Pöbeleien und Böllerwürfe, größere Einsätze wurden aber zunächst nicht bekannt.

Jugendliche Sorgen in Wörrstadt für Randale

In Wörrstadt hat eine Gruppe Jugendlicher in der Halloween-Nacht für Randale gesorgt. Nach Angaben der Polizei tauchte die Gruppe, die aus etwa 15 Jugendlichen zwischen 14 und 18 Jahren bestand, gegen 19 Uhr vor einer Garage in der Straße Am Krag auf, vor der Anwohner gemeinsam mit ihren zehn Kindern Halloween feierten.

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Eine der Personen betrat das offen stehende Haus, während eine andere in die Garage lief. Weitere Gruppenmitglieder nahmen größere Mengen an Süßigkeiten an sich. Nach Polizeiangaben verwies der Hausherr die Gruppe des Grundstücks. Nach anfänglichem Herumpöbeln zogen die Jugendlichen in Richtung Rommersheimer Straße weiter, wo einige der Kinder der Familie versammelt waren. Beim Verlassen des Grundstücks dorthin warfen sie mehrere Fahrräder zu Boden.

Als der Vater eines der Kinder zu den Jugendlichen stieß, um eine Auseinandersetzung zu verhindern, wurde der 52-Jährige von einem jungen Mann aus der Gruppe mit der Faust ins Gesicht geschlagen. Nach Kenntnisstand der Polizei hat er sich bei dem Vorfall eine Nasenfraktur zugezogen. Nach dem Faustschlag entfernte sich die Gruppe in Richtung Rommersheim, erschien aber zehn Minuten später wieder. Diesmal trugen die Jugendlichen Mund-Nase-Schutze, einige hatten kleine Holzstöcke dabei. Sie forderten den Verletzten auf, vor das Haus zu kommen.

Erst nachdem sie erfuhren, dass die Polizei bereits über den Vorfall informiert war, verschwanden sie in Richtung Kreuznacher Straße – diesmal warfen sie zuvor noch einen Stein auf ein parkendes Auto. Die Polizei sucht nun nach Hinweisen zu dem Vorfall. Wer die Jugendlichen beobachtet hat, wird gebeten, sich bei der Polizei in Wörrstadt unter Telefon 06732-9 11 29 00 zu melden.

Ein Verletzter in Südhessen

In Südhessen gab es Ausschreitungen: Mit Beginn der Dämmerung am Sonntagabend gingen bei der Leitstelle des Polizeipräsidiums Südhessen in Darmstadt gut 20 Beschwerden in Zusammenhang mit "Halloween-Feierlichkeiten" ein. Bis 22.30 Uhr meldeten Südhessen Ruhestörungen, etwa durch Böllerwürfe und lärmende Gruppen. Vielfach wurden auch Eierwürfe gegen Gebäude oder gar Personen gemeldet, so zum Beispiel in Groß-Umstadt, wo ein Jugendlicher durch einen Eierwurf im Gesicht leicht verletzt wurde. In diesem Fall richtet sich der Tatverdacht gegen einen 14-jährigen Jugendlichen aus Groß-Umstadt.

Beschädigte Türen in Wald-Michelbach und Pfungstadt

In Wald-Michelbach (Kreis Bergstraße) wurde eine Hauseingangstüre durch das Werfen einer Porzellanfigur beschädigt, in Pfungstadt ging die Scheibe einer Türe zu Bruch, nachdem Unbekannte heftig an diese Eingangstüre geschlagen hatten. Die Polizei schickte Streifen zu den Tatorten, konnte die Täter jedoch nicht finden.

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Eierwürfe in Worms

Bis in den späten Abend hinein wurden mehrere Jugendgruppen gemeldet, die in der Wormser Innenstadt Böller zündeten. Hierbei wurden auch zwei Mülltonnen durch Böller beschädigt. Den Täter dieser Sachbeschädigung konnte die eingesetzte Streife namentlich ermitteln. Einige der Jugendlichen wurden kontrolliert. Ihnen wurden Platzverweise erteilt und Ordnungswidrigkeitenanzeigen gefertigt. Weil sich ein Jugendlicher bei einer späteren erneuten Kontrolle noch an der Örtlichkeit aufhielt, wurde er zur Dienststelle gebracht und im weiteren Verlauf den Eltern überstellt. Auch wurden Eier an Hausfassaden in der Innenstadt geworfen. Im Zusammenhang mit Halloween kam es auch zu einer Körperverletzung im Innenstadtbereich, bei welcher ein Jugendlicher von zwei Anderen ins Gesicht geschlagen wurde.

Polizei sucht Zeugen

Zwischen 18.30 Uhr und 19 Uhr wurden in der Nähe des Stadtparks Eier auf vorbeifahrende Autos geworfen. Ob es sich um die gleichen Eierwerfer wie in der Innenstadt handelte, ist nicht erwiesen. Die Polizei weist hierbei daraufhin, dass solche Taten als gefährliche Eingriffe in den Straßenverkehr gelten und mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe geahndet werden. Die Polizei sucht in diesem Zusammenhang Zeugen die im Bereich Kimmelhorstweg/B9/Philosophenstraße Beobachtungen gemacht haben und sachdienliche Hinweise geben können. Glücklicherweise kam es durch den Eierwurf nicht zu einem Unfall. Die beiden Verkehrsteilnehmer, die den Vorfall unabhängig und zeitlich versetzt voneinander meldeten, erschraken sich jedoch sehr. Einer musste eine Vollbremsung durchführen. An den beiden Fahrzeugen entstand kein Schaden.

Autos mit Graffitis verunstaltet

Anders in Neuhausen. Hier wurden zwei Autos durch Graffiti beziehungsweise das Abtreten eines Außenspiegels beschädigt. Dazu kamen etliche Ruhestörungen durch Halloweenpartys in Stadt und im Wormser Umland. Diese konnten, aufgrund der Vielzahl der Meldungen, nicht immer durch die Polizei zeitnah abgearbeitet werden. An manchen Stellen in der Stadt gerieten einige Personen, mutmaßlich aufgrund ihrer Alkoholisierung, in Streit. Teilweise musste die Polizei dabei regulierend eingreifen. Größere Körperverletzungsdelikte wurden jedoch nicht registriert.

Besucheransturm: Pöbeleien und Stau rund um Holiday-Park

Ein großer Besucheransturm zu Halloween hat nach Polizeiangaben rund um den Holiday-Park in Haßloch (Landkreis Bad Dürkheim) zu einem Verkehrschaos geführt. Auf der Bundesstraße 39 habe sich ein langer Rückstau gebildet. Neben Mitarbeitern des Freizeitparks habe bereits am frühen Sonntagabend auch die Polizei eingreifen müssen, um den Verkehr zu entzerren.

Auch bei der Abreise mussten die Besucher lange auf dem Parkplatz warten, "wofür einige Gäste nicht das notwendige Nervenkostüm im Gepäck hatten", erklärte die Polizei am Montag. Mehrmals musste die Polizei einschreiten wegen Beleidigung, Bedrohung - auch ein Unfall ereignete sich. Weil mehrere Besucher kein Ausfahrtticket am Automaten im Ausgangsbereich des Parks gelöst hatten, sei es zu weiteren unnötigen Wartezeiten gekommen. Die Verkehrsbehinderungen dauerten bis ca. 00.30 Uhr an - erst dann endete auch der Polizeieinsatz.

Und sonst? "Typisch" in Berlin und Hamburg

In Berlin und Hamburg ging die Polizei gegen randalierende Feiernde vor. So gab es in der Hauptstadt in den Bereichen Gesundbrunnen, Neukölln und Märkisches Viertel mehrere Einsätze, wie ein Polizeisprecher in der Nacht sagte. Die Randalierenden hätten häufig Böller und Pyrotechnik geworfen, auch mit Eiern sei auf die Beamten gezielt worden. Es sei zwar eine arbeitsreiche Nacht für die Polizei gewesen, die Ausschreitungen hätten sich jedoch bislang im Rahmen gehalten, sagte der Sprecher. "Typisch Halloween in Berlin, aber ohne Höhepunkte", lautete seine Zwischenbilanz. In Hamburg musste die Polizei beispielsweise in den Stadtteilen Harburg und Wilhelmsburg einschreiten.

Die Lagezentren der meisten anderen Bundesländer meldeten zwar teils eine große Zahl von Nachtschwärmern, allerdings verliefen die Halloween-Feiern demnach zunächst weitgehend friedlich und erforderten kein verstärktes Einschreiten der Polizei.

Von unseren Reportern