Die zweite Reihe muss ackern

Viel Arbeit für die Mitarbeiter: Auch Co-Trainer Peter Perchtold (Zweiter von links) hat mehr zu tun. Foto: rscp/Vigneron

Ein Team, drei Wettbewerbe: Die englischen Wochen schlauchen nicht nur die Fußballer. Auch die Helferlein im Hintergrund - vom Zeugwart bis zum Videoanalysten - haben doppelt...

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. Von Julia Sloboda

Sie kennen das: Sie kommen aus dem Urlaub und der Berg an dreckiger Wäsche ist riesig. Das ist bei einer überschaubaren Anzahl an Urlauben nicht weiter schlimm. Aber jetzt stellen Sie sich vor: Sie stehen zweimal pro Woche vor solch einem Wäscheberg. So geht es derzeit Walter Notter, dem Zeugwart des Fußball-Bundesligisten FSV Mainz 05. Die Dreifach-Belastung aus Bundesliga, Europa League und DFB-Pokal bekommt auch er zu spüren. Und da ist er nicht der Einzige.

Da sind zum einen natürlich die Spieler, die mehr Arbeit als sonst haben. Weil sie sich aber über die vielen Spiele freuen, seien sie nun außen vor gelassen. Denn die Mehrarbeit haben vor allem das Trainer- und Funktionsteam. „Es sind die vielen kleinen Dinge, die man vorher gar nicht auf dem Schirm hatte“, erzählte Trainer Martin Schmidt vor dem Europa-League-Spiel gegen den RSC Anderlecht. Wie zum Beispiel die Sache mit der dreckigen Wäsche.

Neben dem Zeugwart sind vor allem die Physiotherapeuten und die Co-Trainer und Videoanalysten gefordert. Die zweite Reihe muss richtig ranklotzen. „Es ist ein sehr großer Mehraufwand. Doppelte Arbeit quasi“, sagte Schmidt. Ein Beispiel: Als er von der Videoanalyse des RSC Anderlecht nach Hause ging, saßen seine Mitarbeiter bereits vor dem Bildschirm mit Aufnahmen der Spvgg. Greuther Fürth – dem Pokalgegner vom kommenden Mittwoch. Die Videoanalyse für das Wolfsburg-Spiel wurde beispielsweise am Flughafen in Baku gemacht, weil sonst nicht genügend Zeit gewesen wäre.

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Es sind nicht nur die Spieler, die in dieser Saison alle paar Tage gefordert sind. Es ist auch das Team hinter dem Team, das sich plötzlich an neue Abläufe gewöhnen muss. Und es sind natürlich auch die Zuschauer. Bei denen scheint die Umgewöhnung allerdings noch nicht wirklich zu funktionieren. Bisher war keines der 05-Heimspiele ausverkauft. Familienunfreundliche Anstoßzeiten, wie nun in der Europa League, und die vielen Sonntagsspiele tragen dazu sicherlich ihren Teil bei. Die 05er können nicht mehr tun, als gut zu spielen, um die Menschen anzulocken. Das werden sie auch an diesem Donnerstag wieder versuchen.