Die letzten zehn Prozent

Es greift nicht immer alles - Thomas Tuchels Team fehlen oft die letzten zehn Prozent. Foto: dpa

Es ist eine der schwächsten Phasen in der Ära Tuchel, die beim FSV Mainz 05 derzeit läuft. Das Punktepolster aus der Hinrunde hat nicht gereicht, das internationale...

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. Von Dennis Rink

Gerade einmal zwei Siege in der Rückrunde haben den FSV Mainz 05 nicht nur aus dem Rennen um die Europa-League-Plätze gekegelt, sondern auch in eine der schlechtesten Phase in der Ära Tuchel befördert. Das Polster aus der Hinrunde, der lange andauernde Blick auf das internationale Geschäft und der Heimsieg gegen Leverkusen haben lange überstrahlt, dass sich die 05er seit Monaten in einer schleichenden Abwärtsspirale befinden. In den ersten Spielen des Jahres stimmte die Leistung, aber das Ergebnis nicht. In den vergangenen Wochen stimmen jedoch weder Leistung noch Ergebnis.

Das liegt zum einen daran, dass die Mainzer aufgrund vieler Verletzungen mittlerweile personell auf dem Zahnfleisch gehen. Zum anderen suchte Adam Szalai vor seiner Verletzung seine Form (und hat nun auch nicht mehr die Chance, sie wiederzufinden). Beide Faktoren, die enorme körperliche Fitness und die Treffsicherheit von Szalai, waren entscheidend für die starke Hinrunde der 05er.

Spätestens das Derby gegen Frankfurt hat gezeigt, dass die Mainzer nicht mehr in der Lage sind, sich zu besonderen Leistungen aufzuschwingen. Viele Leistungsträger sind müde, in der Tabelle geht weder nach unten noch nach oben etwas - keine guten Voraussetzungen, um die letzten fünf oder zehn Prozent Motivation auszupacken, die für den FSV Mainz 05 nötig sind, um seine Gegner mit den gefürchteten Tugenden zu beackern. Und das ist es auch, was Thomas Tuchel in den vergangenen Wochen so auf die Palme bringt. Er hat immer wieder betont, dass er die Arbeit seines Teams nicht nach Ergebnissen, sondern nach Leistungen bewertet. Auch wenn die Siege ab und an fehlten, waren die Auftritte der 05er bis Februar in Ordnung.

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Seither stimmt aber die Leistung nicht mehr. In der aktuellen Situation steht zu befürchten, dass sich das in den drei verbleibenden Spielen auch nicht mehr ändert wird. Dieses Phänomen kennen die Mainzer. Auch in der vergangenen Saison war der FSV früh gerettet - und dann ist ihm die Luft ausgegangen.