Didier Drogba - das Gesicht der Elfenbeinküste

Didier Drogba - das bekannteste Fußball-Gesicht der Elfenbeinküste. Im ungewohnten Grün konnte aber auch er das Ruder gegen Kolumbien nicht herumreißen. Foto: dpa

Nicht nur wegen seines Treffers für den FC Chelsea im "Finale dahoam" 2012 ist Stürmer Didier Drogba einer der herausragenden Stürmer der vergangenen Jahre. Bei der...

Anzeige

. Von Bardo Rudolf

Alleine dieser Name bereitet den Spielern und Fans des FC Bayern München noch immer Albträume. Der Ivorer Didier Drogba hat dafür gesorgt, dass beim deutschen Rekordmeister nach einem seiner größten Spiele der Klubgeschichte Tränen der Enttäuschung geflossen sind. 2012 war dies, in der Münchner Allianz Arena. Dort fand das Endspiel der Champions League statt, das "Finale dahoam" wie es die Münchner von Saisonbeginn an genannt haben. Selten war eine Mannschaft in einem Endspiel so überlegen wie die Bayern dem FC Chelsea London an jenem Abend. Und sie führten auch 1:0. Einen Zweifel am Heimsieg gab es nicht mehr. Bis, ja bis sich Didier Drogba nach der ersten Ecke der Londoner in der 88. Minute in die Luft schraubte und zum Ausgleich einköpfte. Chelsea gewann den Pokal im Elfmeterschießen und ließ die Bayern enttäuscht zurück. Auch wenn die Münchner ein Jahr später den Cup holten - die Chance, daheim zu gewinnen, war dahin.

Nicht nur wegen dieses Abends ist Drogba einer der herausragenden Stürmer der vergangenen Jahre. Bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien kämpft der 36-Jährige nun darum, nicht auf der Liste der Weltklasse-Kicker zu landen, denen mit ihrer Nationalmannschaft die großen Erfolge fehlen. Beim Afrika-Cup belegte er immerhin zweimal den zweiten Platz. Bei Weltmeisterschaften indes schied die Elfenbeinküste zweimal in der Vorrunde aus. Was aber auch am Lospech lag. 2006 in Deutschland und 2010 in Südafrika wurde das Team jeweils hochgehandelt - bis die Spieler erfuhren, auf wen sie in der Vorrunde treffen. Erst hießen die Gegner Argentinien und die Niederlande, vier Jahre später ging es gegen Brasilien und Portugal. Und die Favoriten setzten sich durch. Die Ivorer indes waren vor dem Achtelfinale schon wieder zu Hause.

Routine soll es richten

Anzeige

Nun setzt Trainer Sabri Lamouchi vor allem auf Routine. Viele Spieler der "Goldenen Generation" sind schon über 30 Jahre alt. Auch Yaya Touré von Manchester City, der zweite Star des Landes. Noch immer ist die Gesamt-Offensivkraft des Teams herausragend. Deshalb saß Drogba beim Auftaktspiel gegen Japan auch zunächst auf der Bank. Doch ein echter Klasse-Spieler antwortet darauf auf dem Platz. Und das hat Drogba gemacht. Lamouchi brachte den Kapitän bei einem 0:1-Rückstand ins Geschehen. Und prompt drehte sein Team auf und gewann noch 2:1.

Bei der anschließenden 1:2-Niederlage gegen Kolumbien spielte Drogba dann wieder von Beginn an, führte seine Mitspieler diesmal aber nicht zu einem Punktgewinn. Und so könnte für die Ivorer nun wieder einmal schon nach der Vorrunde Schluss sein. Nur ein Sieg am Dienstagabend gegen Griechenland bringt sie sicher ins Halbfinale. Gelingt der nicht, bleibt Drogbas Nationalmannschafts-Karriere wohl tatsächlich unvollkommen. Trösten können ihn da nur seine Erfolge mit den Klubmannschaften.

Am nächsten Spieltag widmen wir uns Bosnien-Herzegowina, Nigeria und Ecuador.