Breidenbachs Woche: www.frag-mutti.de

Markus Söder bei Rock im Park. Foto: dpa

Manchmal muss du dich auf Ratgeberseiten im Netz informieren. Außer, du bist Bayer. Da langt es, wenn du die Regierungserklärung deines neuen Ministerpräsidenten liest. Wenn...

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. Ja, verreck. Man kennt ja viele bayerische Komiker und Kabarettisten, den legendären Dieter Hildebrandt etwa, der bei der Münchner Lach- und Schießgesellschaft anfing (nein, liebe Kinder, das ist kein Synonym für den FC Bayern). Ferner einen Ur-Bayern wie Django Asül, der nur so heißt, aber in Deggendorf geboren wurde, 1972, woraufhin Niederbayern kurzfristig darüber nachdachte, aus der Bundesrepublik auszutreten. Nicht zu vergessen die beiden bislang Größten in der Comedy-Branche: Franz Josef Strauß und, ja, gutt äähh, der Stoiber Edi. Sie alle aber wurden an diesem Mittwoch in den Schatten gestellt vom neuen Shooting Star der bayerischen Comedy-Szene, der noch einer Nebenerwerbstätigkeit als Ministerpräsident nachgeht: Markus, „the Monster“ Söder. Nach seiner Regierungserklärung hätte man erwartet, dass seine Vorgänger ihren Ministerpräsidenten-Echo zurückgeben.

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Der Markus hat zum Beispiel gesagt, kein Scherz, er wolle ein eigenes bayerisches Raumfahrtprogramm: „Bavaria One“, quasi die Steigerung von „America first“. Allerdings unbemannt, was natürlich Quatsch ist. Das wäre dem Seehofer, Magic Horst, nie in den Sinn gekommen. Der zog in seiner Umlaufbahn damals von Ingolstadt bis nach Berlin und dort gab er bei der aushäusigen Dame sowas wie den Mann im Mond, jedenfalls ward bald ein uneheliches Kind geboren. Von wegen unbemannt. Ob Seehofer es war, der in diesem Zusammenhang den legendären Satz „Scotty, beam ihn hoch“ kreierte, ist ungewiss. Außerdem will der Markus bei jeder bayerischen Großstadtpolizei eine Reiterstaffel. Er nennt das „Kavallerie“ und sucht entsprechend noch Rothäute, die sich freiwillig erschießen lassen; die SPD im bayerischen Landtag überlegt noch.

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Kommen wir zu ernsten Dingen. Die rheinland-pfälzische CDU-Vorsitzende Julia Klöckner wurde Bundeslandwirtschaftsministerin, woraufhin böse Zungen behaupteten, sie habe sich – um in ihrem neuen Metier zu sprechen – vom Acker gemacht. Sie gab nun eine Pressemitteilung heraus: „Start der Spargelsaison“. Donnerwetter. Gut, dass den Menschen das jemand sagt. Wie von selbst fällt uns da ein altes Lied ein: „Veronika, der Lenz ist da//Die Mädchen singen tralala//Die ganze Welt ist wie verhext//Veronika, der Spargel wächst.“ Nach heutigen Maßstäben könnte man den Text mühelos als frauenfeindlich verkaufen. Weil: Weiß Gott nicht ausnahmslos alle Mädchen singen „tralala“. Oder? Ob man Textteile gar als sexuelle Belästigung ansehen könnte, müssen im Zweifel ein Spargeltarzan oder eine Kampf-Emanze beurteilen.

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Klöckners neue Arbeitsstelle heißt offiziell „Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft“, bei E-Mails abgekürzt „bmel“. Während der Spargelsaison ist „bmel“ aber ganz sicher auch die Abkürzung für „Béchamel“, respektive Béchamel-Sauce. Mit Sahne. Wir googeln und finden, kein Scherz, die Website „www.frag-mutti.de“. Die steht auf den i-phones aller Regierungsmitglieder*innen sicher in der Favoriten*innen-Leiste. Wir lesen. Zutaten: 125 g Butter, 2 EL Mehl, 2 Schöpfkellen Milch, 2 Schöpfkellen Spargelwasser, 100 g Schlagsahne, 1 Prise Muskat, Salz, 1 Eigelb sowie, ACHTUNG: 2 SPRITZER MAGGI! Klarer Beweis, dass die Saarländerin Annegret Kramp-Karrenbauer irgendwann Mutti, also Kanzlerin wird, denn Maggi ist im Saarland der Stoff, aus dem die Träume sind, Crystal Meth ist im Vergleich dazu Puderzucker. Manche sagen, der gebürtige Saarländer Erich Honecker sei ganz lange mit Maggi gestillt worden, nur deshalb habe die DDR so lange durchgehalten.