Breidenbachs Woche: Wir können Trump nicht vorm Absaufen retten

Neue Bordkanone für die U-Boote? Das Gewehr G 36. Foto: dpa

Der deutschen U-Boot-Flotte steht das Wasser angeblich bis zum Hals. Gibt es wirklich nur noch sechs einsatzbereite Boote? Sind die anderen ertrunken? Oder nicht ganz dicht?...

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. Reden wir über diesen Irren. In gewissem Umfang müssen wir ihn in Schutz nehmen. Komischerweise fällt uns da die alte amerikanische TV-Serie „Eine schrecklich nette Familie“ ein. Da geht es um Al Bundy, erfolgloser Schuhverkäufer, der am liebsten Zeit auf dem Klo verbringt. Um seine Frau Peggy, nicht ganz doof, aber stinkfaul. Um Tochter Kelly, mit körperlichen Vorzügen, aber dumm wie Brot, und um Sohn Bud, der Sex mit einer Gummipuppe hat. Als Al mal wieder was Blödes macht, sagt Peggy: „Du würdest einem Schimpansen eine Pistole geben, aber wenn er damit jemanden erschießt, dann ist nicht er der Idiot.“ Heißt: Wenn amerikanische Wähler einem Präsidenten Macht geben und der knallt durch, dann ist nicht nur er schuld. Wobei wir Trump keinesfalls mit einem Schimpansen vergleichen wollen, denn das wäre eine Beleidigung, für freundliche, unschuldige Tiere.

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Wir dachten immer, wenn unsere US-Freunde in die Bredouille geraten, können wir ihnen helfen. Dank Verteidigungsministerin von der Leyen. Wir nennen sie seit Menschengedenken „U-Boot-Ursula“. Als wir aber im „Spiegel“ die Geschichte mit dem Titel „Geisterflotte“ lasen, kamen wir ins Grübeln. Demnach haben die deutschen Streitkräfte nur noch sechs (!!) U-Boote. Sechs! Sind die anderen ertrunken? An dieser Stelle verweisen wir gerne auf die Relativitätstheorie: 6 im Lotto sind relativ viel, 6 U-Boote im ganzen Land sind relativ wenig. Wir lesen: „Die Boote der Klasse 212 A gelten als die besten konventionellen U-Boote der Welt. Wenn sie denn fahren würden. Doch das tun sie nicht.“ Die Boote sind kaputt, bis auf eins, aber das muss erst noch getestet werden. Wahrscheinlich, ob es noch ganz dicht ist. Unaufgeregt betrachtet, muss man sagen: Nicht fahren, also schwimmen zu können, ist für U-Boote schon ein gewisser Nachteil. Und, nochmals zur Relativitätstheorie: Von sechs Booten eins halb einsatzbereit, das ist relativ wenig.

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Man könnte jetzt resignieren und sagen: Okay, dann reicht für die ganze deutsche U-Boot-Flotte Käpt‘n Iglo, spar‘n wir uns an der Stelle all die anderen Kapitäne und schicken sie nach Rüsselsheim zur Opel-Rettung – Opel Kapitän, wir Älteren erinnern uns. U-Boot-Ursula könnte die Sache aber auch konstruktiv angehen: Um die Laune zu heben, sollte sie die Sängerin Wencke Myhre engagieren, die ihren Hit von 1970 vorträgt: „Er hat ein knall...rotes Gummiboot“. An Bord holen sollte man den Schauspieler Jürgen Prochnow, der in dem Film „Das Boot“ den Kommandanten spielte („Der Alte“), nebst Herbert Grönemeyer, der den Presseoffizier „Leutnant Werner“ gab. Nicht auszuschließen allerdings, dass Grönemeyer mit seinem Hit von 1988 antwortet: „Was soll das?“ Oder man wendet sich gleich vertrauensvoll an Sean Connery, der 1990 in unserem Lieblingsfilm „Jagd auf Roter Oktober“ den sowjetrussischen U-Boot-Kommandanten Ramius verkörperte, der mit seinem Boot zu den Amerikanern überläuft. Was heute ganz sicher kein russischer U-Boot-Kommandant mehr tun wird, weil sie sich zu Recht fragen: „Was sollen wir denn bei dem Irren?“

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Eine weitere Überlegung: das wunderbare Gewehr G 36 als neue Bordkanone einführen. Hauptargument: Unter Wasser gibt es kaum Ecken, sodass das G 36 – ein Haupteinwurf gegen das G 36 – auch nicht um die Ecke schießen würde. Wenn alles nicht mehr hilft, könnte man als Sanatorium für die deutsche U-Boot-Flotte einen neuen Tiefseehafen anlegen, auf dem Gelände des geplanten Hauptstadtflughafens BER. Dann wären die Richtigen beisammen.