Breidenbachs Woche: Wer hat die KoKos-Nuss geklaut?

Hält nicht, was er verspricht: der ICE München - Berlin. Foto: dpa

Die Parteien warten offenbar immer noch auf irgendein Christkind, das ihnen die Erleuchtung bringt, oder wenigstens höhere Abgeordneten-Diäten. Derweil zieht DIE BAHN eine...

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. Kleines Weihnachtsquiz, ho, ho, ho, ho! Zehn Milliarden Euro ins Klo geworfen, 26 Jahre Planungs- und Bauzeit verballert, vier Millionen Tonnen Beton in den Sand gesetzt und heraus kommt Schrott? Wie meinen? Neeeiiiin!! Das ist nicht die nächste bayerische Landesregierung unter Markus Söder! Leute, habt ihr wieder Glühwein getrunken? Also, es geht um eine neue ICE-Strecke. Ihr wisst doch noch: Bahn, husch, husch, husch, zurückbeißen in die Bahnsteigkante, sänk juu vor trevelling, keine Heizung im Winter, keine Kühlung im Sommer. Es geht um die Neubautrasse Berlin – München. Berlin – München! Ganz schlechtes Karma. Die Fahrzeit soll zwei Stunden kürzer werden. Hallo? Wer von München nach Berlin muss, kann es nie eilig haben. Und wer von Berlin nach München will, dem kann es gar nicht schnell genug gehen, da nimmt er hernach lieber gleich den Flieger. * Letztes Wochenende: Feierliche Einweihung, Stimmung, Gedöns, Merkel. Feuerwerk auf dem Gleis, Mutti löscht mit ihrer Einkaufstasche... kleiner Scherz. Das Ende vom Lied, grob gesprochen: statt zwei Stunden schneller waren‘s zwei Stunden mehr Fahrzeit. Die Süddeutsche Zeitung schreibt: „Nicht das ganze System, aber die Technik in einigen Zügen arbeite fehlerhaft, heißt es in Bahnkreisen.“ Donnerwetter! Da sind wir aber froh! Diese ICE-Züge haben ja immer Namen. Böse Zungen schlagen vor, alle neuen Züge jetzt nach Andreas Brehme zu benennen, Fußball-Weltmeister von 1990. Seine Grundphilosophie: „Hast Du Scheiße am Fuß, hast Du Scheiße am Fuß.“ * Dabei hat die Bahn große Pläne: „Züge könnten in einigen Jahren flächendeckend automatisch fahren, ferngesteuert und notfalls von außen zu stoppen.“ Ja, aber nur mit panzerbrechenden Waffen. Auf der Trasse Berlin – München fahren die Züge schon jetzt fast automatisch, lesen wir in der Zeitung, und: „Sensoren am Gleis kommunizieren direkt mit den Zügen.“ Experten sprechen vom „Jim-Knopf-und-Lukas-der-Lokomotivführer“-System. Wir stellen uns mal so eine Kommunikation vor zwischen einem Zug und, Achtung, einer Sensorin, weil: Geschlechterproporz zur Befriedung unseres feministischen Klientels muss sein, sonst steigt uns Malu Dreyer auf‘s Dach. Sensorin an Zug: „Alder, hier unten vibriert‘s ganz schön. Du bist zu schnell! Ihr Kerle seid halt immer zu schnell!“ Zug an Sensorin: „Klar, ich schau dir in die Rezeptoren, Kleines. Das Gleis//ist heiß!“ Sensorin an Zug: „Habt ihr wieder die Merkel an Bord?“ Zug an Sensorin: „Ich schau mal nach. Der Schulz versteckt sich zum Beispiel immer auf der Toilette, wenn Jusos an Bord sind.“ Sensorin an Zug: „Darf man bei euch da oben rauchen?“ Zug an Sensorin: „Halt mal die Luft an! Wir sind doch kein Lungenzug!“ Sensorin an Zug: „Wenn ihr so schnell seid, reichen denn eure Bremsen?“ Zug an Sensorin: „Bremsen? Wieso Bremsen? Unser Zugführer lässt immer nur ausrollen, ausrollen, ausroll...ausro...ausrumms....“ * Achtung, eine Durchsage von Parship: Alle elf Minuten verliebt sich ein Zug in eine Sensorin. * Wahrscheinlich haben ein paar Politpromis auf der Zugfahrt von München nach Berlin die Schallmauer durchbrochen. Erwogen wurde nämlich eine „Kooperations-Koalition“, kurz „KoKo“. Altes Kinderlied: „Die Affen rasen durch den Wald//Der eine macht den andern kalt//Die ganze Affenband brüllt://„Wer hat die KoKos-Nuss, wer hat die KoKos-Nuss, wer hat die KoKos-Nuss geklaut?“