Breidenbachs Woche: Stolpert Trump über Pornos?

Donald Trump. Foto: dpa

Es gibt Situationen im Leben, da hilft auch twittern nix mehr. Schon einmal, 1974, musste ein US-Präsident gehen, weil eine Quelle auspackte, die absolut nicht jugendfrei...

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. Die Koalitionsverhandlungen kamen Mitte der Woche auf Touren. Der stellvertretende SPD-Vorsitzende Ralf Stegner sagte, die CSU trete in einen „blindwütigen Wettbewerb mit der AfD über die Deutungshoheit über den Stammtischen“ ein. Daraufhin bezeichnete CSU-Chef Seehofer, Magic Horst, wie manche ihn trotz allem noch immer nennen, Stegner als „Kotzbr...“, nein, als „Konsensbremse“. Das heißt: Die Einführung des Videobeweises bei den Verhandlungen steht unmittelbar bevor. * Das Thema Krankenversicherung kam Stegner insofern entgegen, als er mimisch bisweilen wirkt wie ein Mann nach einer übers Ziel hinausschießenden Darmspiegelung. Gut, Stegner wurde, kein Scherz, in Bad Dürkheim geboren, das liegt in der Pfalz, nicht weit weg von Kallstadt, wo die Vorfahren Donald Trumps lebten, ehe sie nach Amerika auswanderten. Ob es besser gewesen wäre, wenn die Vorfahren von Stegner ausgewandert wären und nicht die von Trump, muss bezweifelt werden. * Aber: Man kann die Gesichtszüge berühmter Pfälzer leicht missverstehen, denn was wie grimmig aussieht, ist manchmal einfach nur bedeutungsschwanger. Herausragende Beispiele: Helmut K., Kurt B. und in gewisser Weise auch Marlon Brando. Der stammt laut Wikipedia von Johann Wilhelm Brandau ab, geboren 1679 in der Pfalz, die damals noch zu Bayern gehörte. Letzteres wollen heute viele nicht mehr wahrhaben, aber es wird ja schon daraus erkennbar, dass der Pfälzer Mario Basler, geboren in Neustadt/Weinstraße, ab 1996 für Bayern München spielte und 1999 fast Champions League-Sieger geworden wäre, wenn er nach seinem 1:0 gegen Manchester United nicht ein paar Zigarettenpausen eingelegt hätte, sodass Bayern 1:2 verlor. * Aber wir wollen nicht abschweifen. Jedenfalls: Wenn die Vorfahren Marlon Brandos, dessen wichtigste Rolle bekanntlich „Don Vito Corleone“ im „Paten“ war, nicht nach Amerika ausgewandert wären, würde Luca Brasi jetzt im Rhein bei den Fischen schlafen. Oder Marlon Brando wäre bei den aktuellen Koalitionsverhandlungen Pate, beziehungsweise Chef der SPD und würde zu Alexander Dobrindt sagen: „Entweder deine Unterschrift kommt auf den Koalitionsvertrag, oder dein Gehirn.“ Wobei dem Dobrindt das nichts ausmachen würde, weil er weiß: Was auch immer auf den Koalitionsvertrag kommt, Gehirn von ihm kann es nicht sein. * Wie kriegen wir jetzt den Übergang zu Donald Trump? Nun, es stand eine Rede zur Lage der Nation an, und es dauerte lange, bis seine Leute ihm klar gemacht hatten, dass das nicht per Twitter geht. Was er dann sagte, ist auch insofern wurscht, als sich die meisten Leute in Washington derzeit weniger für die Lage der Nation als für die Lage der Ehe von Donald und Melania Trump interessieren. Die FAZ, wie stets ungemein feinfühlig, schreibt dazu: „Der Grund? Heißt Stephanie Clifford und ist als Pornodarstellerin auch unter dem Namen ‚Stormy Daniels‘ bekannt.“ Nun, das muss noch nichts Schlimmes heißen, verdankt die Welt doch wichtige Erkenntnisse in der Watergate-Affäre, die Nixon 1974 zu Fall brachte, einer Quelle, die zunächst in Anlehnung an einen damals bekannten Pornofilm „Deep Throat“ genannt wurde und sich erst spät als der damalige FBI-Vizechef Mark Felt herausstellte. Vielleicht arbeitet ‚Stormy Daniels‘ ja auch für‘s FBI, auf ihre Art. Was uns beruhigt: Laut FAZ bezeichnete Clifford/Daniels die sexuelle Beziehung zu Donald Trump als „wie aus dem Schulbuch“. Das Ganze war also harmlos, praktisch eine Art „Fack ju, Göhte“.