Breidenbachs Woche: Seehofer in Seeon – er probiert’s im Kloster

Horst Seehofer. Foto: dpa

Die CSU macht Party. Und wie das bei Partys so ist: Mutti nicht dabei? Dann volle Kanne!

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. Hunderte von Politikern*innen sind außer sich vor Wut und Angst: Daten-Hacking – aber sie sind nicht auf der Promi-Geheimliste! * Die CSU trifft sich zu ihrer legendären Klausurparty nicht mehr im Wildbret Kreuth, Pardon, Wildbad Kreuth. Unklar ist, ob es dort zu wild wurde, oder ob die CSU die hohe Miete nicht mehr zahlen konnte. Aber sie haben natürlich eine Ersatz-Location: das Kloster Seeon. Und: Diesmal ohne Mutti, nur “KKK” – Kramp-Karrenbauer kommt. Das Kloster wurde 994, also selbst vor Seehofers Zeit, von Benediktinern gegründet. Die sind ein kontemplativ ausgerichteter Orden, heißt: auf philosophisches, konzentriertes Betrachten ausgerichtet. Das passt, denn innerhalb der Union ist die CSU ja bekanntlich der kontemplative Teil. Der Ordensgründer Benedikt von Nursia war ein asketisch lebender Einsiedler und insofern ein leuchtendes Vorbild für die CSU und insbesondere Seehofer, Magic Horst, wie er schon im Spätmittelalter genannt wurde. * Eine große Rolle bei der Gründung 994 spielte laut Wikipedia auch der Pfalzgraf Aribo I., möglicherweise Stammvater des später erfolgreichen Unternehmergeschlechts derer von Haribo. Aribos Ehefrau hieß Adala, angeblich Stammesmutter eines berühmten Sportartikelgeschlechts mit drei Streifen und dem nach ihr benannten Lieblingsprodukt „Adiletten“. * Spannend wurde es dann nochmal 1852, da erwarb Amélie von Leuchtenberg (1812 – 1873) die klösterliche Immobilie. Amélies Mutter war die Prinzessin Auguste von Bayern. Deshalb ging Amélie mit leuchtendem Beispiel voran, wurde mit 17, kein Scherz, durch Heirat Kaiserin von Brasilien, weil sie den Bayern im Fußballwunderland Brasilien den einen oder anderen Transfer ebnen wollte. Die Hochzeit, so lesen wir weinend, vollzog sich „per procurationem“, das heißt, der Bräutigam, in Amélies Fall der Portugiese mit dem typisch portugiesischen Namen Peter I., war bei der Trauung gar nicht da. Nicht, weil er kalte Füße gekriegt hätte und abgehauen wäre, nein, per procurationem war in Kaiserkreisen damals hipp. * Als Superbeispiel wird gerne angeführt, wie 1490 Anne von Bretagne den deutschen Kronprinzen Maximilian heiratete. Mäxchen war natürlich nicht da, wir lesen bei Wikipedia: „Sein Gesandter, Wolfgang von Polheim, entblößte in Gegenwart des gesamten bretonischen Hofes sein Bein bis zum Knie und schob es in das Bett der schlafenden Prinzessin Anne. Damit galt die Ehe als vollzogen.“ Beinhart. Zynisch könnte man natürlich anmerken, so sensationell ist das gar nicht, so ähnlich hat das, nicht zum Heiraten, sondern bloß vom technischen Ablauf her, Donald Trump vielleicht auch mit der Pornodarstellerin Stormy Daniels gemacht. * Zur Erholung dies: „Die Angst fährt immer mit“, lesen wir in der Süddeutschen Zeitung. Neues von der Bahn? Sänk Ju For Treppenwitz With Deutsche Bahn? Nein, es ging um Überfälle auf Geldboten. Von der Bahn lesen wir, sie habe seit 2017 500 Millionen Euro wegen Verspätungen und anderer Mängel zahlen müssen. Eine Bahn-Sprecherin habe das nicht kommentieren wollen. Wahrscheinlich wollte sie zuerst cash. Nur so viel: Mittlerweile arbeiteten „Pünktlichkeitsteams“ an Schwachstellen. Die besorgen wahrscheinlich Busse und Taxis.