Breidenbachs Woche: Mutti und die wilden Feger

Eine Abstimmung bei der SPD. Symbolfoto: dpa

Wir stehen vor einem Wahnsinns-Wochenende: Die SPD zieht ihre eigenen Lottozahlen. Man hätte die GroKo-Nummer auch ausschießen können, mit Steinen, die aussehen wie Omas...

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. Unter dem in Tierkreisen bekannten Motto „vier Beine zählen mehr als zwei“ hatte, kein Scherz, die „Bild“-Zeitung auch den Hund „Lima“ als neues SPD-Mitglied angemeldet. Altes sozialdemokratisches Phlegma....pardon, Karma: Wir tun nix, wir wollen nur spielen. Böse Zungen behaupten nun, um der SPD auf die Sprünge zu helfen, habe sich auch die neue CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer, „das Annegret“, wie wir Saarländer sagen, heimlich bei den Sozialdemokraten eingeschlichen, und zwar unter dem Namen „Helmut Kohl“. Aber wir vermuten, mindestens drei FunktionärInnen des SPD-Ortsvereins Ludwigshafen-Oggersheim ist aufgefallen, dass da irgendwas nicht stimmt.

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Nun also das Wahnsinnsereignis des Wochenendes, die Ziehung der SPD-Lottozahlen, oder, um mit dem Gran Brüh Eurovision Chamsom zu radebrechen: This is the voting of the social democratic jury, GroKo twelve points. Wobei sich manche Genossen Gedanken über einen 50:50-Joker machen oder gefragt haben sollen, ob sie jemanden anrufen dürfen, wie bei „Wer wird Bundesaußenminister...“ pardon, „Wer wird Millionär“, natürlich. Wie meinen? Nein, „Bauer sucht Frau“ ist was anderes. Heißt jetzt: „Bauern suchten Ministerin“, und haben sie jetzt gefunden: Julia Klöckner. Neue Bauernregel: „Der Bauer ist stets missgestimmt//Wenn Julia ihm die Kohle nimmt.“

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Das Schärfste am Mitgliederentscheid ist ja die Art, wie Millionen Briefe geöffnet werden. Experten sprechen vom Hochleistungsschlitzmaschinen-Massaker. Ob jemand mit „Ja für GroKo“ votiert hat, kann die Maschine schon vor dem Öffnen des Umschlags erkennen, durch sogenannte Sehschlitze. Das sagen jedenfalls CDU-Schlitzohren. Ansonsten wird alles nicht so heiß geschlitzt, wie es eingetütet wurde. Es gelten die wichtigsten Lebensregeln, verkündet von Sigmar Gabriel, dem Sepp Herberger der SPD: Der nächste Schlitz ist immer der schwerste, vor dem Schlitz ist nach dem Schlitz und, nein, rund ist der Schlitz ausnahmsweise nicht. Generell gibt es in Sachen „Schlitzen“ Positives und Negatives. Zu Letzterem zählt zweifellos „Jack, der Aufschlitzer“, „Jack, the Ripper“, der in London um das Jahr 1888 mindestens fünf Frauen ermordete. Kenner sehen da eine mentale Vorstufe zum Brexit. Unschön auch das „Abrippen“, wenn jemand bestohlen oder beraubt wird.

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Vor allem in Hessen bekannt: „das Gerippte“, ein Äppelwoi-Glas mit Rauten-/Rippenmuster. Wobei manche Nicht-Hessen sagen, wenn sie die Wahl hätten, den sauren Äppelwoi trinken zu müssen oder abgerippt zu werden, müssten sie nachdenken. Unstreitig super aber Feinripp von – Achtung, jetzt keinen Schreibfehler – Schiesser. Wobei angeblich auch dessen Widerstandskraft im Fall von sehr viel Äppelwoi an Grenzen stößt.

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Man hätte die Koalitionssache auch ausschießen können: mit sogenanntem GroKo-Curling – Curling, zu besichtigen bei Olympia, diese runden Steine, die aussehen wie Omas Wärmeflaschen auf Ecstasy. Zwei Parteien, wer seine Steine im Brett, pardon, im Ziel, dem „Haus“, hat, gewinnt. Man darf die Steine der anderen wegschießen und eigene Steine durch wildes Schrubben und Fegen des Eises flottmachen. Der Begriff „wilder Feger“ erscheint da in neuem Licht. Es gibt alt-erfahrene Kampfschrubber wie Seehofer, genannt „Horst, das Haus“, oder „Mutti – ihr Eis//ist heiß“, aber auch den jungen Kevin, ein ganz ein Kühner(t), von dem es irgendwann vielleicht mal heißt: Kevin allein im Haus.((