Breidenbachs Woche: Gerd Schröder und die Sternchen

Gendersternchen in einem Grußwort zur Berlinale.  Archivfoto: dpa

Geschlechtergerechter solle alles werden, sagen die Stadtväter und -mütter von Hannover. Wenn Machos den Affen machen, lautet die Strafe: zwanzig Mal das Wort...

Anzeige

. Handball-WM. Dänemark stand am Ende ganz oben. „Dänen liegen nicht“, wie Michael Holm schon vor Jahrzehnten zu singen pflegte.

*

Cooler Übergang jetzt: „Aufrecht geh’n“ ist ein Erfolgstitel der Sängerin Mary Roos, geboren als Rosemarie Schwab in – Bingen! Eine von uns! Sie war mal verheiratet mit Werner Böhm, alias Gottlieb Wendehals, Polonäse Blankenese, Hammertitel zu Fastnacht. Und was müssen wir nun im Fachorgan „Bild“ lesen? Werner Böhm (77) wurde von seiner Frau Susanne (49, Playmate 2002) Knall auf Fall verlassen, getreu seinem Liedtext: „Hier fliegen gleich die Löcher aus dem Käse.“ Ihr Männer der Welt, höret die weisen Worte der „Woche“: Es ist nicht immer so der Brüller, wenn sich Männer Frauen suchen, die vom Alter her ihre Töchter oder Enkelinnen sein könnten. Kann gutgehen, muss aber nicht. Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Arzt oder Anwalt. Gottlieb, Alder, mit Mary wär das nicht passiert! Zum einen: Die Leute in hiesigen Regionen sind treu wie Gold. Meistens. Und: Mary ist zwar nur ein paar Jahre jünger als Du, aber sie ist ein Hochkaräter! Wir hatten sie in dieser Zeitung neulich im Interview, und ich war sauer, dass mich niemand gefragt hat, ob ich das Interview mit ihr machen will.

*

Anzeige

Elvis würde sich im Grab umdrehen, wenn er nicht noch leben würde: Sein alter Hit „Love me, Tender“, tendiert heute hart in die Zeitgeistrichtung „Love me, Gender.“ Der Begriff „Gender¬sternchen“ wurde jetzt von Sprachwissenschaftlern zum Anglizismus des Jahres 2018 ernannt. Also: Wortstamm – Gendersternchen – weibliche Nachsilbe. Merke: Lieber nachsilbig als einsilbig. Beispiel: Lehrer*in. Sternchen ist aber generell zwiespältig. Starlet – Sternchen: noch kein Star, vielleicht nur Möchtegern-Star. „Sternchen“ war, kein Scherz, vor vielen Jahren die Kinderbeilage der Illustrierten „Stern“. Slogan: „Kinder haben Sternchen gern//Sternchen ist das Kind vom Stern.“ Goldisch. Da ahnte noch niemand, was die gefälschten Hitlertagebücher bringen würden. Problematisch die Variante „sternhagelvoll“. Ganz lustig dagegen DJ Ötzi: „Ein Stern, der Deinen Namen trägt.“

*

Hochgekocht war die Gender-Debatte gerade neulich in Hannover. Nicht etwa, weil sich dort Christian Wulff, Ex-Bundespräsident*in, und seine Bettina jetzt angeblich doch trennen, sondern generell, weil sie dort eine „geschlechtergerechte Verwaltungssprache“ wollen. Fantastisches Wort: „geschlechtergerechte“. Aber: Hömma, Hannover ist d i e Stadt für Geschlechtergerechtigkeit schlechthin! Weil dort ein gewisser Gerd Schröder sein Unwesen trieb und noch immer treibt. „Gerd“ ist die Kurzform von „Gender“. Schröder ist quasi ein Geschlechtergerechter:_Jede*r soll Spaß haben. Er hat die Gender-Philosophie bis ins Mark verinnerlicht und globalisiert, er ist zum fünften Mal verheiratet, diesmal sogar mit einer Südkoreanerin. Wenn seine sechste Ehefrau eine Nordkoreanerin ist, wird der Gerd Friedensnobelpreisträger*in!

*

Auf der Shortlist zum Anglizismus des Jahres stand auch... Nein, nicht „f... you“! Leute! Nein, sondern „nice“. Offenbar im Sinne von „gut, alles in Ordnung“. Ausgesprochen wird das ja „neiss“. Alte bayerische Bauernregel: „It’s nice//to be a Preiss.//But it‘s higher//to be a Bayer.“ Für Leute ohne Englischkenntnisse: „Preiss“ bedeutet „Preuße“.