Breidenbachs Woche: Früher war alles besser – Olaf Scholz...

Bundesfinanzminister Olaf Scholz könnte sich als Kanzler vorstellen. Foto: Harald Kaster

In Hamburg sind die Nächte lang. Ob der Bundesfinanzminister deshalb dort als Erster Bürgermeister hoch angesehen war – wer weiß das schon.

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. Bundesinnenhorst Seehofer hat in der Süddeutschen Zeitung den jüngsten Datenklau als „ernsthaften Warnschuss“ bezeichnet. Ein solcher steht in starkem Kontrast zum „lächerlichen Warnschuss“ – also dem, was Angela Merkel seit Jahrzehnten gegen den Horst so abfeuert. In der Bundeswehr wurde das Warnschuss-Thema früher so umschrieben: „Der erste Schuss geht ins Herz, der zweite ist der Warnschuss.“ Seehofer fordert mehr Maßnahmen zur Sicherung digitaler Daten. So sollen wieder Telefonhäuschen errichtet werden – wenn man dort mit dem Handy telefoniert, ist es intimer. Und Hähnchenfleisch wird verboten. * Über Passwörter sagte Seehofer: „’I love you’ ist nicht besonders einfallsreich.‘“ Da kennt er sich aus, der alte Bazi, spätestens seit der Sache mit der aushäusigen Dame und dem unehelichen Kind. Die Bürger sollen nun verstärkt über Gefahren im Netz aufgeklärt werden. Als Referent ist dafür der Torwart des FC Bayern, Manuel Neuer, vorgesehen. BKA-Präsident Münch sagte, der als mutmaßlicher Täter entdeckte 20-Jährige sei nicht vorbestraft. Darüber, ob Seehofer vorbestraft ist, sagte Münch nichts. Nicht nur Daten brauchen Schutz, auch der mutmaßliche Täter, weil er mit 20 juristisch „Heranwachsender“ ist. Klar, da wächst echt was heran. * Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) traut sich laut einem Interview zu, Kanzler zu sein. Es gibt einige, die trauen Scholz alles zu. Andere fragen sich, für welche Partei Scholz denn Kanzler werden wolle. Wieder andere meinen, so, wie es einen Mindestlohn gebe, könne es ja auch einen Mindestkanzler geben. Bei Wikipedia gibt es ein Wahnsinnsfoto, das Scholz 1984 zeigt, mit unglaublicher Lockenmähne. Seitdem ist viel passiert. 2011 bis 2018 bekam Scholz als Erster Bürgermeister in Hamburg gute Noten. Das will was heißen in einer Stadt, in der früher das meiste besser war. Zum Beispiel schlossen sich, kein Scherz, auf der Reeperbahn früher die Meinungs- und Rolextragenden Zuhälter zur „Nutella-Bande“ zusammen, heute besetzen diese Planstellen Mitbürger mit Migrationshintergrund. Die Baukosten für die Elbphilharmonie explodierten auf gefühlt zweihundert Quadrillionen. Um Geld in die Kasse zu bekommen, überlegten die Stadtväter, Uwe Seeler als Ersatz für Uli Hoeneß an den FC Bayern zu verkaufen; der Verkauf von Hamburgern ist ja meistens lukrativ. * Früher besser in Hamburg war der Fußball ohnehin. Berühmt für seine „Bananenflanken“ war der HSV-Außenverteidiger Manfred „Manni“ Kaltz, geboren in Ludwigshafen, einer von uns. Und „das Kopfballungeheuer“ Horst Hrubesch wurde gerne mal philosophisch: „Manni Banane, ich Kopf, Tor.“ Kein Wunder, dass dieser Hrubesch kürzlich den Höhepunkt seiner Trainerkarriere bei der Frauen-Fußballnationalmannschaft erlebte. Durch den 1:0-Treffer von Felix Magath von der Strafraumgrenze aus wurde der HSV 1983 gegen Juventus Turin Europapokalsieger der Landesmeister. Magath übte solche Schüsse 14 Stunden am Tag, verwendete dabei aber Medizinbälle. Das prägte auch seine Trainerzeit. Heutzutage ist es so: Um den Abstieg des HSV zu verhindern, überlegten die Hamburger, den HSV in der Elbphilharmonie spielen zu lassen, wegen der besseren Akustik und des besseren Datenschutzes. In so einer Stadt konnte Scholz Erfolg haben.