Breidenbachs Woche: Bumm Bumm Brexit

Wischmopp aus dem Ecstasy-Bad: Boris Johnson und seine Haare. Foto: dpa

Eigentlich wollten wir am Sonntag ja Weltmeister werden. Aber jetzt lenken wir uns halt mit anderen wunderbaren Sachen ab. Mit Seehofer zum Beispiel, immer für einen Kracher...

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. Bundesinnenhorst Seehofer hat die Rockergruppe Osmanen Germania BC verboten, der Erpressung, Drogenhandel und Verbindungen in die Türkei nachgesagt werden. Magic Horst, wie wir ihn nennen, hatte sich das lange angeschaut, dann gesagt: Das ist ja noch schlimmer als bei der CSU! Dementiert wird, dass es sich bei Osmanen Germania BC um das von Gottkaiser Erdogan vorgeführte.... Pardon, vorgestellte neue türkische Kabinett handele.

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Zukunftsweisend ist, dass Erdogan, kein Scherz, seinen Schwiegersohn zum Finanzminister machte. In dessen Haut möchte man nicht stecken. Er hat eine Schwiegermutter und dann auch noch einen Gottkaiser über sich. Der Begriff „Kabinettsdisziplin“ erscheint da in völlig neuem Licht. Man könnte das ausbauen. Erdogan ernennt seinen Zahnarzt zum Justizminister, damit Erdogans Gegner auf dem Zahnfleisch gehen, seinen Internisten zum Innenminister und seinen Steuerberater zum Verkehrsminister. Seehofer würde nie seine Schwiegermutter zur Finanzministerin machen, weil, stell dir vor, du trennst dich von deiner Frau und wechselst zu einer aushäusigen Dame, wie es dem Horst fast mal passiert wäre, dann hast du plötzlich zwei Schwiegermütter und eine davon ist auch noch Finanzministerin. Dann kannst du praktisch nur noch Asyl bei den Osmanen Germania BC beantragen.

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Nachdem sich die angebliche deutsche Nationalmannschaft bei der WM aufführte wie die weibliche B-Jugend von Vatikanstadt, wenn sie unter dem Einfluss massiver Beruhigungsmittel steht, dachten sich die Engländer: Na gut, wenn die Deutschen raus sind, könnten wir ja ausnahmsweise mal ein Elfmeterschießen gewinnen. The Round must in the Edge, wie unser alter Freund Günther, the Englishman Oettinger sagen würde, das Runde muss ins Eckige. Aber dann legten unsere Freunde von der Insel eine Nummer nach klassischem Brexit-Muster hin: Uns geht es gut, alles ist auf bestem Weg, aber dann drehen wir innerhalb kürzester Zeit durch und lassen uns voll verladen. Diesmal von Kroatien. Die hatten zuvor Russland rausgeworfen, aber das könnte ihnen demnächst noch bitter aufstoßen. Wir sagen nur: Krim. Die Franzosen sind gerannt wie die Teufel, aus lauter Angst vor dem neuen Trainer von Paris St. Germain, Thomas Tuchel, der früher seinen Spielern in Mainz und Dortmund Beine machte, indem er ihnen praktisch nix zu essen gab. Belgien kam sehr weit, aber bald wird mörderischer Streit darüber entbrennen, ob das ein Erfolg der Flamen oder der Wallonen ist.

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Der irrste Brexit-Fan in London war ja der Minister des Äußersten, Boris Johnson. Is‘ jetzt weg. Anstelle von Haaren trägt der so ein Ding auf dem Kopf, wir vermuten: blonder Wischmopp zu lange mit Ecstasy gewaschen. Der Begriff „Bumm Bumm Boris“, einst geprägt mit Blick auf Boris Becker, würde auch Johnson gerecht. Weil Becker verzweifelt einen Diplomatenpass sucht, der ihn vor dem Schuldenturm bewahrt, könnte er ja jetzt britischer Außenminister werden. Freilich wäre Lizzie, die Queen, not amused, wegen Beckers wildem Leben. Er spielte manch gemischtes Doppel: angeblich Samenraub in der Wäschekammer, Zeugung einer Tochter. Zitat Becker: „Fünf Sekunden.“ Also kein Tiebreak, kein langer Ballwechsel, sondern quasi Sudden Death, Treffer, game over. Jetzt ist Boris‘ Tochter Anna Ermakova schon 18, und er ist durchaus stolz auf sie. Annas Mutter heißt übrigens Angela. Angela wie Angela. Alles hängt mal wieder mit allem zusammen. Wie? Keine Ahnung.