Breidenbachs Woche: Auch die Eiligen Drei Könige warten auf...

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Wenn Verhandlungen schwierig werden, spricht man von einem "Knackpunkt" und hofft, dass das magische "n" nicht ausfällt. Ansonsten können die rumverhandeln, wie sie wollen -...

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. Rum ist dieses Jamaika noch lange nicht. Kann sein, in Wahrheit spielen die nur „Mensch, ärgere dich nicht“ und tun so, als ob es lange dauert, damit die Bürger meinen, sie gäben sich furchtbar Mühe. Dabei hat der Steinmeier den Koalitionsvertrag längst geschrieben, wie damals die Agenda 2010; der Steinmeier hat ja sonst wenig zu tun, im Moment.

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Ab und zu ist dann mal ein Kracher zu hören; Jamaika ist praktisch das neue Silvester. So war zu hören, die schwarze Null müsse stehen. Dabei dachten wir, die Sache mit den Sitzplätzen im Bundestag sei friedlich geregelt. Andererseits ist Stehen orthopädisch sehr gesund. Wichtig, denn manche sagen, die AfD sei der Bandscheibenvorfall des neuen Bundestags. Oder zumindest ein Hexenschuss – hat doch die AfD-Aktivistin Beatrix von Storch früh das Schießen auf Flüchtlinge propagiert.

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Ferner kam plötzlich die Idee, kein Spaß, es könne nicht nur eine(n) einzige(n) Vizekanzler¬In geben. Sehr gut. Jede Bürgerin und jeder Bürger sollte seinen Vizekanzler/seine Vizekanzlerin haben, für so abends zum Einschlafen was vorzulesen, oder so. Stell Dir vor, Peter, the Body Mass Index Altmaier ist der für Dein Kind zuständige Vizekanzler. Dann liest er nicht „Peterchens Mondfahrt“ vor, sondern bestellt Pizza mit dreimal Käse, dann lässt sich das Einschlafproblem recht einfach lösen. Wenn aber zum Beispiel Katrin Göring-Eckardt die für uns zuständige Vizekanzlerin wäre, würden uns völlig andere Optionen einfallen.

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Immer öfter lesen wir auch, die ganz schwierigen Probleme seien „Knackpunkte“. Insider sprechen dann gerne vom magischen „n“ und dem Risiko, dass die Sache nach hinten losgeht. So schwierige Dinge sind dann etwas für die „kleinen Runden“, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) sie nennt. Das sind aber nicht die Gegenteile von Lokalrunden. Die kleinen Runden, das waren früher Leute wie Nobby Blüm oder Claudia Roth. Nein, das war jetzt böse. Also, wir verstehen schon. Nach dem politischen Sprachgebrauch gibt es am Ende ohnehin noch die „ganz kleine Runde“. Also Merkel, rein machtpolitisch betrachtet.

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Foodwatch-Geschäftsführer...wie meinen? Nein, nicht Baywatch! Also Foodwatch-Geschäftsführer Martin Rücker verlangt von der künftigen Regierung, Obst und Gemüse von der Mehrwertsteuer zu befreien. Wir verlangen, dass die künftige Regierung mehr Obst und Gemüse isst. Wohlgemerkt: „isst“, nicht „ist“, denn mehr Gurken und Pflaumen würden uns echt nicht weiterhelfen.

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Die fortschrittlichen Grünen denken weit im Voraus. Laut FAZ wollen sie, kein Scherz, ihren Mitgliedern den Koalitionsvertrag zwecks Stellungnahme per Post zuschicken! Jamaika, das neue Zalando. Ten o‘clock postman//bring me her letter//Ten o‘clock postman//make me feel better. Wenn der Özdemir zweimal klingelt. Sodann in der Woche vor Heiligabend: Wir warten auf‘s Christkind und wählen es zur Kanzlerin. Denn schon scharren die Eiligen Drei Könige – Christian, Horsti und Özdemir – mit den Hufen, um das Christkind mit Weihrauch und Wencke Myhre ruhig zu stellen. Alternativ wird erwogen: Die Bürger bestellen ihre neue Regierung bei Amazon. Wenn das auch nicht klappt, warten die Grünen bis Ostern und lassen dann Joschka Fischer von den Polit-Scheintoten auferstehen, weil, der Özdemir packt es als Außenminister sowieso nicht, und der Hofreiter Toni, dessen Friseur sich offenbar den Arm gebrochen hat, erinnert nur optisch an Jesus.