Breidenbachs Woche: Alex beamt sie alle hoch

Alexander Gerst vor dem Abflug. Foto: Dmitri Lovetsky/AP/dpa

Auf Erden – oder unterirdisch? – reanimiert der Söder derweil Derrick für seinen Asylplan. Wir sagen: Harry, hol schon mal das Kreuz.

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. Die Fifa dehnt den Videobeweis auf die Frage aus, ob deutsche Torhüter, nachdem sie von spanischen Rüpeln tätlich angegriffen und sexuell belästigt wurden, eine Gehirnerschütterung davontrugen. Es ist ja jetzt so, dass zwei Harvard-Professoren erklärten, vermutlich habe Loris Karius (früher Mainz, jetzt Liverpool) im Champions League-Finale bei einer Attacke des Madrider Rambos Ramos eine Gehirnerschütterung davongetragen. Das ist eine gute Nachricht, und zwar schon deshalb, weil Ärzte bei gaaanz vielen anderen Spielern ohne jede Prüfung gesagt hätten: „Gehirnerschütterung kann es definitiv nicht sein.“ Wir wissen nicht, warum uns in diesem Moment Loddar Maddäus einfällt, der nach Karius‘ Aussetzer von der „schlechdesden Dorwartleisdung der letzden 30 Jahre“ sprach. Ein Loddar Mäddäus braucht keine Gehirnerschütterung, um saudumm daherzureden, gar nie nicht.

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Derweil warnt die bayerische Staatsregierung Journalisten eindringlich davor, die Frage zu stellen, ob Markus „the Monster“ Söder unmittelbar, bevor er das neue bayerische Asylrecht vorstellte, Fußball gespielt hat. Bekanntlich will Bayern ja Abschiebeflüge mit eigenen Flugzeugen durchführen, der sogenannten Out-of-Rosenheim-Airline, mit speziell geschulten Polizisten, wobei dafür die Rosenheim Cops und der Bulle von Tölz in Frage kommen. Zudem soll auch noch Derrick von den Toten auferweckt werden, der ja schon immer in München sein Unwesen trieb, und der dann jetzt in Abwandlung eines legendären Satzes sagt: „Harry, hol‘ schon mal den Asylanten.“

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Dass die Abschiebeflüge hauptsächlich nach Preußen gehen: klar. Aber folgenden Geheimplan kennt noch niemand: Vorher werden die Asylanten gefragt, ob sie vielleicht gerade in einem Champions League-Finale mitgespielt und bei einer rüden Attacke eines spanischen Rüpels eine Gehirnerschütterung davon getragen haben. Nur wenn das der Fall ist, dürfen sie ohne Weiteres bleiben. Ansonsten werden sie befragt, und der einzige Entscheider ist.....Markus Söder! Falls dort, wo die Anhörung stattfindet, also in den geplanten Ankerzentren, noch kein Kreuz fest verankert ist, holt der Markus sein zusammenklappbares Kreuz hervor, das er immer dabeihat, und zwar in der Hosentasche, weil, auch so ein Kreuz muss letztlich dahin gehen, wo‘s wehtut. Der Markus stellt das Kreuz dann auf den Tisch und fragt den Asylanten: „Kennst Du des, und mogst du des, Saupreiß, damischer?!“ Und wenn er dann irritiert schaut, der Asylant, weil er natürlich kein Wort versteht, dann sagt der Markus: „Geh‘ weider.“ Abflug.

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Solche Sorgen hat Alexander Gerst bei seiner Tour zur Raumstation ISS nicht. Scotty, beam ihn hoch? Astro-Alex, wie manche ihn nennen, soll sogar Chef werden. Dann beamt Alex alle hoch. In Gersts Crew ist nicht nur der russische Kampfpilot Sergej Prokopjew dabei, sondern auch die US-Ärztin Serena Aunon-Chancellor. Soso. Wenn die Kerle sich kloppen, macht Frau Doktor hinterher heile-heile. Oder so. Dem Fachmagazin „Bild“ verriet Gerst, es gebe vor dem Abflug bestimmte Rituale, zum Beispiel, dass der Reifen des Busses angepinkelt werde, der die Crew zur Startrampe bringt. Keine Ahnung, wie Frau Doktor Aunon-Chancellor sich da verhält. Der Begriff „kleine grüne Männchen“ erscheint da jedenfalls in neuem Licht. Zudem seien extra für Gerst mit an Bord: Linsen, Maultaschen und Käsespätzle. Aber es gilt: Astro statt Gastro. Wenn also die Linsen nicht in die an Bord befindlichen Kameras passen, setzt Gerst einen Notruf ab: „Cannstatt, wir haben da ein Problem.“