Bargeldlos durch die Nacht

Theo Zwanziger (links), Noch als DFB-Präsident, und Wolfgang Niersbach, noch als DFB-Generalsekretär, zeigen sich 2011 bei einer Pressekonferenz bestürzt, obwohl die schwarzen Kassen doch erst jetzt aufgeflogen sind. Archivfoto: dpa

Der Verkaufspreis für Fußball-Weltmeisterschaften war früher sicher niedriger als er heute ist. Aber mit diesem Thema wollen manche Leute rein gar nichts mehr zu tun haben....

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. Weltfußballverbrannt, Pardon, Weltfußballverband (Fifa) in der Bredouille, möchte man sprechen, und das ausgerechnet jetzt, da die Fifa ein Angebot gemacht hat, an Don Vito Corleone, bezüglich der Nachfolge vom Blatter Sepp im Präsidentenamt. Und der DFB ist auch schon drin in der ganzen Nummer. Wir warten jetzt nur noch darauf, dass das Kraftfahrtbundesamt Fifa und DFB zu Rückrufaktionen auffordert wegen schlechter Abschaumwerte...Pardon, Abgaswerte, weil es schon streng riecht.

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Also, die Sache ist mal wieder wahnsinnig kompliziert, und wenn eine Sache im Fußball wahnsinnig kompliziert ist, dann gibt‘s nur einen, der helfen kann, Beckenbauer, Firlefranz, wie böse Zungen ihn nennen, weil: mit den beiden Hauptaxiomen seiner Philosophie knackt der jedes Problem. Wenn „Schau ma mal“ nicht mehr hilft, macht spätestens „Ja gutt, ääh“ alles wieder gut. (Merkels „Wir schaffen das“ reicht da im Vergleich bei Weitem nicht heran.) Es geht um die WM 2006, die die Deutschen den Südafrikanern unterm Hintern weggekauft haben sollen, was echt eine Sauerei wäre, wo doch der Herr Mandela immer so nett war. Irgendwie suchen Fifa und DFB jetzt 6,7 Millionen Euro, einen Haufen Geld, aber tun wir das nicht irgendwie alle? Angeblich haben der DFB oder Franz (oder in Wahrheit VW?) an die Fifa diese 6,7 Millionen gezahlt, um dann 170 Millionen zu bekommen. Und an dieser Stelle meinen wir, hatte der Uli die Finger im Spiel, solche Renditen packt sonst keiner.

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Was das Ganze mystisch macht, ist, wie sich die Matadore benehmen. Der Niersbach verschwindet laut FAZ schon mal grußlos in der Tiefgarage, aber vielleicht ist das deshalb, weil er dort die 6,7 Millionen versteckt hat....kleiner Scherz. Der frühere DFB-Präsident Theo Zwanziger war vor der WM 2006 KO-Mitglied...Pardon, OK-Mitglied (Organisationskomitee), und viele meinen, er wolle den Niersbach fertigmachen und sei deshalb ein Whistleblower. Weil der Zwanziger bei dem Begriff Whistleblower irgendwie an Vickyleaks gedacht hat, hat er seine alte Freundin, die Sängerin Vicky Leandros angerufen, und die hat singend zum Trost geantwortet: „Theooo, wir fahr‘n nach Lodz.“ Na gut, hat der Zwanziger gedacht, lieber mit der Vicky in Polen als mit dem Niersbach in der Tiefgarage. Überhaupt muss man aufpassen beim Zwanziger. Der sieht zwar aus wie der nette Fußball-Onkel aus der Heribert Faßbender-Sportschauzeit, aber zum Beispiel war er, kein Scherz, 1988 bei der CDU in Rheinland-Pfalz ganz vorne mit dabei, als sie ihren Ministerpräsidenten Bernhard Vogel abgeschossen haben, um sich endlich mal ein paar Jahrzehnte von dieser furchtbar anstrengenden Regierungsverantwortung zu befreien.

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Es ist natürlich auch die ganz große Amnesie ausgebrochen. Die Fifa hat gesagt, sie hätten nachgeschaut, ob die 6,7 Millionen bei ihnen gelandet sind, und da sei ihnen plötzlich eingefallen, dass die Fifa ja überhaupt gar kein Konto mehr hat. Böse Zungen sagen, auch Bargeld fasse die Fifa nur ungern an, wegen der Fingerabdrücke, sie arbeite praktisch nur noch mit diesen großen braunen Einmal-Umschlägen.

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Der Beckenbauer soll völlig von der Rolle gewesen sein, als der Niersbach zu ihm nach Hause gekommen ist, um nachzufragen. Er könne sich gar nicht mehr daran erinnern, dass 2006 eine WM gewesen sei, er habe sich da allerdings immer gewundert, warum er mit dem Hubschrauber in die vielen Stadien fliegen sollte. Und wenn er 6,7 Millionen zur Hand gehabt hätte, sagt der Franz, hätte er die ganz bestimmt nicht an die Fifa geschickt, sondern sie dem Uli gegeben, zum Anlegen. Oder er hätte sich überlegt, ob er sie investiert und gemeinsam mit dem Papst und dem Blatter eine Herrenboutique in Wuppertal aufmacht. So ist also, wissenschaftlich betrachtet, der Stand der Dinge, und wenn der Blatter Sepp in den kommenden Tagen spurlos verschwindet, dann ist es entweder so, dass er die 6,7 Millionen gefunden hat, oder dass Don Vito Corleone sie gefunden hat.

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Es gibt dann aber wie immer noch die anderen üblichen Verdächtigen, den Franz Josef Strauß, oder den Stoiber Edi, weil der vielleicht Geld gebraucht hat, um mit der Pauli Gabriele eine Herrenboutique aufzumachen. Und weil das nicht geklappt hat, hat die Pauli Gabriele Anfang 2007 den Edi ans Messer geliefert, nicht bei Don Vito Corleone, das wäre ja noch gegangen, sondern beim Beckstein und beim Huber Erwin. Der Seehofer, Magic Horst, wie wir ihn nennen, war damals noch nicht so richtig drin, aber das holt er ja jetzt alles nach.