Auf iPhone und Android: Telegram-Kanal von Hildmann gesperrt

Attila Hildmann, Kochbuchautor und Anti-Corona-Aktivist. Foto: dpa

Antisemitische, rassistische und rechtsextreme Inhalte: Kochbuch-Autor Attila Hildmann verbreitet Hassposts. Google und Apple haben nun reagiert - doch weg ist sein Account nicht.

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BERLIN. Attila Hildmanns Telegram-Kanal ist auf iPhones und in Android-Apps gesperrt worden. Der Kanal, über den auch rassistische und antisemitische Hetze verbreitet wurde, ist aber auf anderen Wegen weiterhin aufrufbar. Mehrere Medien berichteten am Dienstag darüber. Der Kanal bestehe zwar noch, Nachrichten sind allerdings nicht mehr sichtbar. Apple und Google haben offenbar den Zugriff auf den Kanal in der Messenger-App blockiert, hieß es zuerst - denn die Sperrung betreffe offenbar nur die Telegram-Apps, die in den offiziellen Appstores von Apple und Google downloadbar sind.

Telegram selbst löscht selten Inhalte selbst. Die genauen Umstände der Sperrung sind am Dienstagabend jedoch noch unklar.

Bereits ein Ersatzkanal

Hildmann, der derzeit mit Haftbefehl wegen Verdachts auf Volksverhetzung und öffentliche Gewaltaufrufe gesucht wird, hat bereits einen neuen Telegram-Kanal - und dort bereits viele Abonnenten: "Das ist hier jetzt mein Ersatzkanal erstmal - mal sehen, wie lange, aber ich schau mal, dass wir jetzt hier nicht die ganze Wahrheit sagen, dass wir uns im rechtlichen Rahmen bewegen." Zuletzt hatte Hildmann auf seinem alten Kanal über 100.000 Abonnenten. Aktuell soll sich der Kochbuchautor in der Türkei aufhalten.

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Wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) am Abend berichtet, erklärte ein Google-Pressesprecher, das Unternehmen habe den Zugang zu Hildmanns Kanal in der App nicht selber gesperrt - das sei nicht möglich und würde die Funktionalität der gesamten App beeinflussen. Ob Apple, das in der Vergangenheit bereits Kanäle mit Hassrede gesperrt hatte, aktiv eingriff, ist ebenfalls noch nicht klar.