Arena-Namensänderung fällt in Mainz leichter

Eine "Choreo der Herzen" funktioniert überall, werden sich die Mainzer Fans denken - statt in der Coface sicherlich auch in der "Neuer Name" Arena. Archivfoto: Sascha Kopp

Früher gingen die „Meenzer“ „an den Bruchweg“, um die erste Fußball-Mannschaft des FSV Mainz 05 zu sehen. Oder sie „gingen nuff“. Insofern ist die Trauer um die...

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. Von Bardo Rudolf

Früher gingen die „Meenzer“ „an den Bruchweg“, um die erste Fußball-Mannschaft des FSV Mainz 05 zu sehen. Oder sie „gingen nuff“ oder auch mal in schlechteren Zeiten „nicht mehr nuff“. Momentan gehen alle, wenn sie gehen, „in die Coface Arena“. Dieser Namen hat sich eingeprägt bei fast allen Fußball-Interessierten in der Stadt, dem Umland und in der Republik. Nur die wenigsten sprechen aus Protest gegen die Kommerzialisierung des Fußballs vom „Stadion am Europakreisel“.

Das Mainzer Stadion ist eben erst 2011 eingeweiht worden. Und sein erster Name war „Coface Arena“. Dies stellte für das Unternehmen, das die Namensrechte erworben hatte, einen enormen Vorteil gegenüber Stadionsponsoren dar, die an die Stelle von Traditionsnamen getreten waren.

Traditionelle Fans sagen Waldstadion

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Für viele Eintracht-Frankfurt-Anhänger ist die Commerzbank Arena noch immer das Waldstadion. Borussia-Dortmund-Fans sprechen nach wie vor vom Westfalenstadion, und der traditionsbewusste Zuschauer des 1. FC Köln besucht statt des RheinEnergie-Stadions das Müngersdorfer Stadion.

Umgekehrt schnellten die Sympathiewerte des bis dahin von vielen Ultras negativ gesehenen Mäzens Klaus-Michael Kühne sprunghaft in die Höhe, als dieser vor der laufenden Saison die Namensrechte an der Arena des Hamburger SV erwarb und für dieses Geld den früheren Namen Volksparkstadion wieder herstellte. Es gibt noch mehr Beispiele, wie sensibel Fußball-Anhänger auf Änderungen am Stadionnamen reagieren. Beim 1. FC Kaiserslautern drohen viele Mitglieder mit einem Vereinsaustritt, falls auf dem Betzenberg künftig nicht mehr das Fritz-Walter-Stadion, sondern die Arena eines Wirtschaftsunternehmens steht.

"Nuff" zur Zweiten

Solche Widerstände haben die 05er nicht zu befürchten. Ob das Stadion in Bretzenheim nun Coface Arena oder anders heißt, ist aufgrund des jungen Alters des Bauwerks nebensächlich. Dies erleichtert den Mainzern die Suche nach einem Nachfolger für den bisherigen Namensgeber.

Und wer dies von den 05-Anhängern trotzdem ablehnen sollte, dem sei ein Besuch bei der zweiten Mannschaft empfohlen. Die spielt in einem Stadion, das immer noch so heißt wie vor 80 Jahren: Bruchwegstadion. Der Meenzer kann also immer noch „nuff gehen“ – oder auch nicht.