05er beißen, kratzen, kämpfen

Im 05-Training die Basis für den Spieltag legen: Martin Schmidt (hinten) beobachtet die Einheit seiner Schützlinge. Archivfoto: Hübner

Die Trainingswoche legt die Basis für den Spieltag; wer sich zurücklehnt, sitzt am Wochenende draußen. Mit dieser Einstellung gehen die 05er in jede Einheit, auch in die...

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. Von Julia Sloboda

Eine Trainingswoche beim FSV Mainz 05 verläuft normalerweise in einem ganz bestimmten Rhythmus. Sie beginnt an einem Dienstag oder Mittwoch – je nachdem, wann am Wochenende gespielt wird – und dann wird es immer intensiver. 05-Trainer Martin Schmidt hat nicht die allerhöchsten Erwartungen an die erste Einheit der Woche. Deshalb ist der Schweizer immer mal wieder überrascht, wenn es dienstags – oder mittwochs – in der Frühe schon heiß hergeht.

In dieser Woche war es allerdings Schmidt selbst, der am meisten Dampf machte. So laut hatten die Trainingskiebitze den Schweizer lange nicht mehr herumbrüllen gehört. „Der Rasenmäher war so laut“, wollte er sich im Anschluss rechtfertigen. Doch seine Schreie hatten einen anderen Grund. Das, was Schmidt auf dem Platz sah, war ihm schlicht zu wenig. Adressat der Kritik war ein ums andere Mal Julian Derstroff. Der U23-Spieler – auch Jule genannt – zeigte in Schmidts Augen zu wenig Einsatz. Und das sieht der Trainer gerade bei Nachwuchsspielern gar nicht gern.

Ausgeruhtem Nachwuchs in der Trainingspflicht

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Einen Stammspieler würde er an so einem Tag auch mal in Ruhe lassen, sagte Schmidt. Doch bei einem jungen Spieler, der zudem seit Samstag Pause hatte und dann eine Chance bei den Profis erhält, hat der 05-Coach einen ganz anderen Anspruch. „Den erwarte ich mit einem Messer zwischen den Zähnen.“

Das merkte auch Derstroff relativ schnell – und gab seinem Trainer keinen Grund mehr zu meckern. Der Rest der Mannschaft schien mit Blick auf das Derby gegen Eintracht Frankfurt bereits am Morgen mit dem Messer zwischen den Zähnen aufgewacht zu sein. Denn in den Trainingsspielchen flogen die Fetzen. Ganz nach Schmidts Geschmack verlief der Start in die Woche getreu dem Motto: „Beißen, kratzen, kämpfen.“ Das soll auch die Frankfurter Eintracht am Sonntag zu spüren bekommen.